DJ Food & DK

Das Genre »DJ-Mix«, popularisiert durch Fabrikate wie die »DJ Kicks«-Serie und mittlerweile perfektioniert von Institutionen wie »Fabric«, ist immer noch ein regelrechter Bastard der Musikindustrie. Nicht nur wird im Zuge der Beschränkung von Rechten die offizielle Lizensierung zu einem wahren Kampf gegen Windmühlen, auch scheint das immer noch trendige Stilmittel des »Mash-Up«, welches DJ Food bereits vor einer Dekade stilvoll meisterten, seine zuweilen eklige Faszination noch nicht verloren zu haben. Den Herren von Ninja Tune zum Vorwurf zu machen, dass sie Monster kreiert haben, die sich am heimischen PC mit Shareware lieblos die Seele aus dem Leib »mashen«, kann ebensowenig funktionieren, wie die latente Wundergläubigkeit, die alles was hier angefasst bzw. vermengt wird, zu Gold werden lässt. So muss Rakim nicht wirklich auf The Human League treffen, um für ein »Aah« oder »Ooh« zu sorgen. Dennoch ist »Now, Listen Again« ein Konvolut aus 32 Tracks, die das Wort Eklektizismus wiederholt mit Begriffen wie »Stilsicherheit« und »Finesse« zusammenbringen. Bei den Briten weiss man eben, dass sie es nie anders machen wollten und das verzeiht hier die zum Teil ein wenig nebulöse Kombination von Tracks (manche werden nur kurz »eingestreut«, wo doch gerade die langfristige Kombination von verschiedenartigsten Werken das Hörvergnügen am meisten steigert). Trotz der geringen Schwächen ist dieser Mix definitiv ein Anwärter auf den Titel »Mix des Jahres«, da wiederholt das benutzte Material über jeden Zweifel erhaben ist. Namen wie Cut Chemist, Aphex Twin, Johnny Jones & The King Casuals, Primal Scream, New Order, Freestylers oder etwa Roots Manuva sorgen für Kurzweile. Einzig die gefühlte hundertfünfzigste Mixvariation des Tracks »Organ Donor« von DJ Shadow schmälert den Hörgenuss ein wenig. Die Kohärenz, die Balance zwischen alt und neu, das richtig eingesetzte Handwerk und die ansonsten unangreifbare Selektion sorgen für ein weiteres gelungenes Werk, welches so nur aus dem Hause Solid Steel kommen kann. Die Magie früherer Arbeiten wird zwar nicht mehr ganz erreicht, da allgemeine Sättigung und die schiere Masse an Mixes den Genuss hemmen, ganz weit vorne ist das hier aber allemal.

LABEL: Ninja Tune

VERTRIEB: RTD

VÖ: 30.03.2007

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