Dirty Beaches

Manchmal reicht es eben gerade noch, die letzte Abfahrt zu erwischen. Alex Zhang Hungtai war gerade 30, schlug sich mit Gelegenheitsjobs herum hatte unter dem Namen Dirty Beaches wieder einmal ein Album veröffentlicht. Während der Gedanke, die Musik für ein besseres Leben doch noch aufzugeben, im Kopf des in Taiwan geborenen Künstlers immer lauter wurde, katapultierte ihn seine neue LP Badlands aber plötzlich in das Aufmerksamkeitsfeld der internationalen Musikszene. Zu groß war die Wirkkraft von Hungtais samplefreudigen Lo-Fi Rock 'n' Roll, der Rockabilly und No Wave zu vereinen vermochte, zu intensiv die Anziehung dieses enigmatischen Elvis der Düsternis und Melancholie, der das alles interpretierte, um erneut ignoriert zu werden. Nun, zwei Jahre später, meldet er sich mit dem eindringlichen Doppelalbum Drifters / Love Is The Devil zurück. Vollendet wurde es in Berlin, wohin der Dirty Beaches-Hauptsitz nach Hungtais persönlicher Trennung verlegt wurde. Das Instrumentteil Love Is The Devil entstand sogar erst hier und verarbeitet den plötzlichen Einschnitt.
   In Berlin eröffnen Dirty Beaches als Band morgen auch ihre von SPEX präsentierte Deutschland-Tour. Nach dem Auftakt beim Teenitus Festival im Festsaal Kreuzberg, bei dem heute u.a. Palais Schaumburg und Felix Kubin auftreten und am Freitag dann noch Station 17 und Zebra Katz auf dem Programm stehen, geht es nach Hamburg, Köln, München und Frankfurt – alle Daten unten.

SPEX präsentiert Dirty Beaches live
31.05. Berlin – Teenitus Festival
05.06. Hamburg – Hafenklang
06.06. Köln – Reineke Fuchs
07.06. München – Galerie Kullukcu
08.06. Frankfurt – Zoom