Dimiter Gotscheff   FOTO: Arno Declair / Deutsches Theater

Der Regisseur Dimiter Gotscheff ist tot. Ein eigenwilliger Minimalist hat das Theater verlassen.

»Mit der Reduktion auf das Wesentliche, den Schauspieler, unterscheidet er sich sehr von der wild-ironischen Poesie, die heute im Theater gängig ist. Sein Blick auf den Mensch entkleidet ihn vielmehr von der Dekoration. In unserem modischen Zeitalter ist diese Haltung vielleicht die wahre Avantgarde.«, Till Briegleb über Dimiter Gotscheff.

Er machte es einem nicht einfach ihn zu lieben. Dimiter Gotscheffs Theater musste man sich erst erarbeiten. Harte Arbeit war das, schonungslos wie die Liebe, und eine Herausforderung. Er verlangte viel oder alles – von Schauspielern, Mitarbeitern und Zuschauern. Ließ man sich aber darauf ein, konnte es passieren, dass einen so ein Gotscheff-Theaterabend in seiner derben Schönheit monatelang verfolgte.

2011 wurde dem Bühnenregisseur, geboren am 26. April 1943 in Parvomaj, Bulgarien, der Berliner Theaterpreis verliehen, 2005 war er, für die Arbeit an seinem Iwanow von Theater heute zum »Regisseur des Jahres« gewählt worden. Im März sollte am Burgtheater Wien Becketts Endspiel Premiere feiern, im Juni Warten auf Godot am Deutschen Theater in Berlin.

Nun ist der große, wütende Theatermacher im Alter von 70 Jahren viel zu früh verstorben.