Diedrich Diederichsen – Im Institut im Glaspavillon

Diedrich Diederichsen»An dem Vorgang der Verwertung selbst hat sich nicht viel geändert, sondern das, was verwertbar ist ändert sich« sagte Diedrich Diederichsen im Interview mit Robert Defcon und Max Dax in Spex #315. Und führte eine der wichtigen Thesen seiner jüngsten Veröffentlichung »Eigenblutdoping« weiter aus: »So werden heute Körperlichkeit, Sexyness, Zufälligkeit oder Unausgebildetheit im Lebendigkeits- und Authentizitätsverwertungskapitalismus zu ökonomischen Ressourcen, während früher Disziplin und Ausgebildetheit das Kapital für Künstler- und andere Karrieren darstellten.«
Diedrich Diederichsen, langjähriger Autor, Redakteur und Herausgeber der Spex und inzwischen Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien, hält im kommenden Wintersemester zwei Seminare ab; eines über »Linke Künstler«, das andere über »Komponistentexte vs. Künstlertexte: neo-avantgardistische Produktionsbedingungen«. Zuvor aber spricht er noch einmal ganz und gar öffentlich in Berlin, und zwar, wie es in der Ankündigung des Institut im Glaspavillon so schön heisst, »zu Eigenblutdoping, ohne aus seinem gleichnamigen Buch vorzulesen«.

Diedrich Diederichsen spricht über seine Überlegungen zu Eigenblutdoping, ohne aus seinem gleichnamigen Buch vorzulesen
Donnerstag, 28.08.2008, 19.30h
Institut im Glaspavillon, Rosa-Luxemburg-Platz 2, Berlin-Mitte

1 KOMMENTAR

  1. dazu darf man nicht vergessen, dass eine rundum und äußerst penetrante mediale vernetzung den nötigen vorschub leistet. bist du allumfassend präsent, so bist du, egal ob könner oder nicht. zur richtigen zeit am richtigen ort, war wohl schon seit jeher eine konstante. es scheint als hätte diederichen darauf vergessen, dass er selbst als geburtshelfer für dieses phänomen steht. noch was: darf ein rechter auch als künstler bezeichnet werden? ich kann dieser ideologisierten pop theorie nichts mehr abgewinnen. dafür gab es mal das wort reaktionär oder war es ignoranz?

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