Wenn sich zehn Jahre wie 20 anfühlen, tun es keine 100 Alben. Es geht weiter mit der großen Rückschau auf die 200 SPEX-Alben der Dekade. Heute: Platz 150-101.

Die Plätze 200-151 sind hier zu finden.

150. Arcade Fire The Suburbs (Merge), 2010

Dass der wahre Schrecken in der vermeintlichen Idylle der Vorstadt steckt, ist eine alte Horrorfilm-Binse. 2010, auf dem Höhepunkt ihrer U2-isierung des Indie-Rock, imaginierten Arcade Fire die Krisen, die da noch kommen sollten: „So can you understand / Why I want a daughter while I’m still young? / I want to hold her hand / And show her some beauty / Before this damage is done”. (jd)

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149. Kanye West Yeezus (Def Jam), 2013

Vielleicht das letzte Album, bei dem die öffentliche Persona West noch nicht den Künstler West überlagerte. Das letzte wirklich gute Kanye-West-Album? Zumindest rappte er damals noch in notdürftig zusammengehaltenen Klanggebäuden über „New Slaves“ anstatt bei TMZ Quatsch über die afroamerikanische Sklaverei-Erfahrung zu verzapfen. (jd)

Reinschauen: BLKKK SKKKN HEAD

148. Alex Zhang Hungtai Divine Weight (NON), 2018

Auch solche Dinge konnten vermutlich nur in diesem Jahrzehnt passieren: Der Typ von den Lo-Fi-Psych-Rockern Dirty Beaches macht jetzt Konzept-Drone-Musik und nebenbei mit der Gruppe Love Theme noch Saxofon-Industrial. Klingt doch gar nicht mal so verkehrt. (kc)

Reinschauen: Yaumatei

147. Bilderbuch Schick Schock (Maschin), 2015

Bilderbuch sind seit Falco der vielleicht fescheste Export Österreichs und ihr Album Schick Schock der beste Beweis dafür, dass man als süße Boyband mit Wiener Schmäh eine ganze Menge Narrenfreiheit genießt – zumindest bei den Kritiker_innen. (af)

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Reinschauen: Maschin

146. 21 Savage & Metro Boomin Savage Mode (Slaughter Gang), 2016

Packte zwischen Bass, noch mehr Bass und ein paar einsamen Melodien klassischen Südstaaten-Rap in die Tiefkühltruhe – und setzte damit einen neuen Trap-Standard, den seither niemand mehr erreicht hat. (dp)

Reinhören: Savage Mode

145. Ja König Ja Emanzipation im Wald (Buback), 2016

Emanzipation im Wald ist ein Album für alle Metropolen-Geschädigten, die im Begriff sind, aufs Land zu ziehen – im Glauben, es ginge ihnen dort besser. Dabei ist die Flucht aus der Stadt selbstredend nicht die Lösung aller Probleme! Darüber singen Ebba und Jakobus Durstewitz mit wunderbar desillusionierenden Zeilen. (af)

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Reinschauen: Emanzipation im Wald

144. Mica Levi Under the Skin (Milan), 2014

Nach Jahrzehnten der John-Williams-Hans-Zimmer-Dominanz durften Soundtracks endlich subversiv werden. Gibt es einen aus den letzten Jahren, der den Filmtitel so sehr beim Wort nahm wie Mica Levis Bearbeitung von Under The Skin? Und ja, die Frage ist rhetorisch gemeint. (kc)

Reinhören: Love

143. King Krule 6 Feet Beneat The Moon (XL), 2013

Heiße-Kartoffeln-im-Mund-rumrollen-Vocals über Hip-Hop-inspirierten Beats und Songwriting aus dem großen Buch der Blues-Updates, Kapitel Achtziger-UK-Indie: Niemand hat mehr Stil oder Tweed-Sakkos im Schrank als Archy Marshall, metaphorisch wie wortwörtlich gesprochen. (kc)

Reinschauen: Neptune Estate

142. The Internet Ego Death (Columbia), 2015

Eine Super-Group aus Los Angeles (of all places) schafft es tatsächlich, ihren Sound so zurückzunehmen, dass ein neuer Star aus ihr heraus hervorgeht? Klingt nach Qutasch, ist hier mit The Internet und Syd aber tatsächlich passiert. (dp)

Reinschauen: Girl

141. SBTRKT SBTRKT (Young Turks), 2011

Ende dieses Jahrzehnts ist die Maske von SBTRKT nur noch unter der Überschrift „Wer hat diesen Mann gesehen? Vermisst seit circa 2017“ auf der Seite von Milchkartons zu sehen. 2011 aber entrümpelte Aaron Jerome den Bass-Berg, der vom Dubstep-Hype übrigblieb für eine formvollendete, Mainstream-kompatible Platte. (kc)

Reinschauen: Wildfire

140. Arca Arca (XL Recordings), 2017

Ein Album wie ein kaputter PKW-Motor: Es kratzt, knirscht, beißt, man hofft noch kurz, muss aber am Ende einsehen, dass man doch alleine im Nirgendwo steht. Dass man dort auch noch glücklich ist? Schafft wohl nur Alejandro Ghersi. (dp)

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Reinschauen: Desafío

139. Fiona Apple The Idler Wheel Is Wiser Than The Driver Of The Screw And Whipping Cords Will Serve You More Than Ropes Will Ever Do (Clean Slate), 2012

Niemand kann besser ausdrücken, wie es sich anfühlt, wenn einem das Leben seine Zähne ins Fleisch schlägt. Aber deshalb klein beizugeben, kam für Fiona Apple noch nie in Frage. Stattdessen singt sie abermals über ihre Verletzungen: So kompromisslos, tiefgründig und radikal wie eh und je. (af)

Reinschauen: Every Single Night

138. Sky Ferreira Night Time, My Time (Capitol), 2013

„Nobody asked me if I was okay“. Hätte die neue Britney Spears werden sollen, hat sich dann aber konsequent den Marketing-Mechanismen der Musikindustrie entzogen. The Dark Side of Bubblegum Pop. (jd)

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Reinschauen: Night Time, My Time

137. Dirty Projectors Dirty Projectors (Domino), 2017

David Longstreth ist so was wie der Last Man Standing aus der Brooklyn-Frickel-Pop-Blase der Nullerjahre. Keiner hat in diesem Jahrzehnt Männertränen schöner filtriert. Looking at you, Justin Vernon. (jd)

Reinschauen: Keep Your Name

136. Kamasi WashingtonThe Epic (Brainfeeder), 2015

Afrofuturistischen Space-Jazz hat Kamasi Washington beileibe nicht erfunden. Mit diesem selbsternannten, 140-minütigen Epos hat er ihm aber einen ordentlich Schubser Richtung Breitenwahrnehmung verpasst. Der Black-Panther-Blockbuster unter den Jazz-Platten des Jahrzehnts. (jd)

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Reinhören: Change Of The Guard

135. Kate Bush 50 Words for Snow (Fish People), 2011

Stephen Fry brabbelt auf Klingonisch vor sich hin: Mehr als 50 Words For Snow war bei Kate Bush zwar in Sachen Neuschöpfungen nicht drin, zu ein paar Konzerten und zig Box-Sets für Besserverdienende hat es zwischenzeitlich aber ebenso gereicht. Soll reichen? Soll reichen. (kc)

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Reinhören: 50 Words For Snow

134. Drake If You’re Reading This It’s Too Late (Cash Money), 2015

Nach Take Care und Nothing Was The Same noch so einen Knaller hinzulegen war vermutlich nicht möglich, für Lines wie „He made me listen to his music, old music, soul music / Shit that can only be created if you go through it / I used to get teased for being black, and now I’m here and I’m not black enough / ‘Cause I’m not acting tough or making stories up ’bout where I’m actually from‘“ reichte es allemal. (kc)

Reinhören: You & The 6

133. The Caretaker Everywhere At The End Of Time Stages 1-6 (History Always Favours The Winners), 2016-2019

Hauntology stellte das melancholische Grundrauschen der Retromanie-Zeiten, in den Zehnern jedoch wurde die Sehnsucht nach einer Zukunft, die nie eingetroffen war, von ihrem Ober-Don zu Grabe getragen. Über sechs Alben verpasste Leyland James Kirby seinem Projekt The Caretaker Demenz, die natürlich in der absoluten Stille enden musste. Das Ende einer Ära, auf so viele Arten. (kc)

Reinschauen: Everywhere At The End Of Time – Stages 1-6

132. Jessica Pratt Jessica Pratt (Birth), 2012

2012 noch ein reduziertes Folk-Album aufzunehmen kam einem Selbstmordkommando gleich, Jessica Pratt ab gelang das Unmögliche, Tödliche und sie riss alle mit sich hinab. (kc)

Reinschauen: Night Faces

131. A$AP Rocky LONG.LIVE.A$AP (Polo Grounds), 2013

Diese einzelne Locke! Dieses Gesicht! Und ja, auch dieses Album! Packte New York City nach ein paar drögen Jahren wieder auf die Hip-Hop-Landkarte. (dp)

Reinschauen: LONG LIVe A$AP

130. Khruangbin The Universe Smiles Upon You (Night Time Stories), 2015

Record-Digger-Mucke. Psych, Dub, Luk Thung und stinknormaler Indie-Rock fanden in Khruangbins Musik zu einer absonderlichen Mischung zusammen, die irgendwo zwischen Fourth-World-Fantasien und Exotica-Update am Nerv der Zeit ziepte. (kc)

Reinhören: Mr White

129. Parquet Courts Sunbathing Animal (What’s Your Rapture?), 2014

Dreizehn Songs als Beweisschrift dafür, dass die richtige Band mit den richtigen vier Schrammelakkorden weiterhin alles auf den Punkt bringen kann. (dp)

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Reinschauen: Sunbathing Animal

128. Sleater-Kinney No Cities to Love (Sub Pop), 2015

Der ultimative Lackmustest für die Beschissenheit der Dinge war natürlich das Bikini-Kill-Comeback. Doch auch Sleater-Kinneys Rückkehr fühlte sich unangenehm zeitgemäß an. Umso besser natürlich, weil die Doppelspitze Tucker/Brownstein über ihre Nebenkarrieren nicht verlernt hatte, wie schnörkelloser Rock mit konzisen Lyrics zu schreiben ist. Im falschen Leben alles richtig gemacht. (kc)

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Reinhören: No Cities To Love

127. J Cole 4 Your Eyez Only (Dreamville), 2016

45 Minuten sozialkritisches Storytelling mit dem Erkenntnisgewinn einer soziologischen Abhandlung. Hat irgendjemand sendungsbewussten Hip-Hop in den letzten zehn Jahren cooler klingen lassen? (dp)

Reinschauen: 4 Your Eyez Only

126. Idles Joy As An Act of Resistance (Partisan), 2018

Mehr als ein Querverweis auf Dirty Dancing auf einem einzigen Punk-Album? Count us in! (dp)

Reinschauen: Colossus

125. Helado Negro This Is How You Smile (RVNG Intl.), 2019

Seien wir doch ehrlich: Helado Negro ist der einzige Typ, der das Jahrzehnt über die Gude Laune wahren konnte. Wie macht der das? (kc)

Reinschauen: Pais Nublado

124. Laurel Halo Quarantine (Hyperdub), 2012

Laurel Halo tauchte zuerst im Umfeld von Hippos In Tanks auf, zog aber einen fetten Schlussstrich unter deren gesamte Second-Life-Ästhetik und legte mit Quarantine ein Album vor, das wir sieben Jahre später immer noch nicht verstanden haben und das deswegen immer noch nachwirkt. (kc)

Reinhören: Airsick

123. Feist Metals (Polydor), 2011

Der Erfahrungsbericht einer Brotjobberin: Falls man beim Arbeiten im Café mal nicht weiß, welche Musik man anmachen soll, kann man ganz unbesorgt auf Feist zurückgreifen. An erster Stelle natürlich auf The Reminder, und wenn man das satt hat, funktioniert auch Metals sehr gut. (af)

Reinschauen: The Bad In Each Other

122. Peaches Rub (I U She Music), 2015

Liebe Peaches Christ Superstar, wenn ich mir eines von Ihnen wünschen darf, dann wünsche ich mir, dass Sie niemals aufhören mögen, dem kackbraunen Patriarchat Ihren pinken Fuckfinger zu zeigen. Amen und goodbye. (af)

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Reinschauen: I Mean Something (feat. Feist)

121. Nick Cave & The Bad Seeds Push The Sky Away (Bad Seed Ltd.), 2012

Ausflug ins Finsterland, wo das Rotlicht scheint, man Föten an Leinen führt und der Himmel sich bedrohlich senkt. Klingt nach einem Videospiel von 2003? Nein, war das beste Nick-Cave-Album der Dekade. (dp)

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Reinhören: Push The Sky Away

120. SZA Ctrl (Top Dawg Entertainment), 2017

Hätte ihr die Plattenfirma nach nicht irgendwann den Harddrive abgeluchst, SZA würde vermutlich heute noch an Ctrl arbeiten. Danke, Top Dawg. (kc)

Reinschauen: Supermodel

119. Ibeyi Ibeyi (XL), 2015

Lisa-Kaindé und Naomi Díaz sind Zwillinge und das ist nicht etwa ein Gimmick, sondern fester Teil des Konzepts von Ibeyi. Thematisch wie musikalisch wird die Tradition des Zwillingskults der Yoruba – auch nicht uninteressant: nirgendwo sonst werden dermaßen viele Zwillinge geboren, warum weiß nur wieder niemand – aufgenommen, das Ganze ging aber auch als Black-Atlantic-inspierte Pop-Produktion erst nach vorne und dann für immer in die Beine. (kc)

Reinschauen: River

118. Mitski Puberty 2 (Dead Oceans), 2016

Wusste vorher auch noch niemand: Die Zwanziger sind auch nur das lieblose Reissue der Teenage-Zeiten. Auch musikalisch war Puberty 2 nach drei sehr guten Mitski-Alben vor allem Bestandsaufnahme und Neuauflage von Bekanntem, nur haben das mit den Laut-Leise-Dynamiken allerhöchstens noch die Pixies besser gemacht. Große Stilmelange, die als kleinsten gemeinsamen Nenner grandiose Hooklines vorweisen konnte. (kc)

Reinschauen: Your Best American Girl

117. Kaitlyn Aurelia Smith EARS (Western Vinyl), 2016

Der Modular-Hype hat seinen Zenit wohl noch lange nicht überschritten, Kaitlyn Aurelia Smith hat sich aber schon 2016 einen Eintrag im Buch der Gewinner_innen erarbeitet. Womit? Weil sie den Backenbartnerds zeigte, dass so ein Eurorack in erster Linie ein Musikinstrument und nur in zweiter ein Miniatureisenbahnersatz ist. (kc)

Reinschauen: Arthropoda

116. Fever Ray Plunge (Rabid), 2017

Manchmal legt sich Musik wie ein Trostpflaster über eine Wunde und manchmal reißt sie den Schorf wieder auf. Fever Ray bewerkstelligt mit Plunge letzteres und fordert in „This Country”: „Free abortions and clean water / Destroy nuclear / Destroy boring“. Schade bloß, dass das wieder nur diejenigen mitbekamen, die sowieso schon dafür waren. (af)

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Reinschauen: To The Moon And Back

115. The Weeknd House of Balloons (Selbstveröffentlichung), 2011

Von Null auf Fifty Shades of Grey-Soundtrack in drei Jahren. Flotter hat in diesem Jahrzehnt keiner seine Karriere in die Belanglosigkeit des Erfolgs katapultiert. Für einen kurzen Moment im Jahr 2011 (die Gitarre, die sich auf „The Morning“ langsam in den Mix jault, kurz bevor der Beat einsetzt) war The Weeknd das traurigste Gespenst des R’n’B. (jd)

Reinhören: The Morning

114. Neneh Cherry Blank Project (Smalltown Supersound), 2014

Nein, Blank Project war kein triumphales Comeback. Keine Pauken, keine Trompeten, kein Zwang zur großen Geste. Und gerade deshalb so wichtig. (dp)

Reinschauen: Spit Three Times

113. PJ Harvey Let England Shake (Island), 2011

Zwei Alben, ein Soundtrack und kurz vor Toresschluss noch eine Doku: Viel Wertschöpfungswahn war PJ Harvey nicht anzumerken, auf die schwarze Null kommt sie bei uns dennoch. (kc)

Reinhören: Let England Shake

112. G.L.O.S.S. Girls Living Outside Society’s Shit (Not Normal), 2015

Die guten Nachrichten: Das einzige Punk-Album der Zehnerjahre, das ihr wirklich hören solltet, ist nur acht Minuten lang. Die schlechte: Neben einer weiteren siebenminütigen EP haben G.L.O.S.S. der Welt nicht viel mehr hinterlassen. (kc)

Reinhhören: Girls Living Outside Society’s Shit

111. Tocotronic Schall & Wahn (Vertigo), 2010

„Ey, die haben doch sowieso wieder Tocotronic auf der Eins.“ (kc)

Reinhören: Im Zweifel für den Zweifel

110. James Blake James Blake (Atlas), 2011

Assume Form nannte James Blake sein letztes Album der Dekade und spielte damit auf eine Bemerkung Mark Fishers an, nach welchem die Alben Blakes aneinandergereiht einem langsamen Materialisierungsprozess gleichkämen. Blakes Debütalbum ist dann wohl: amorph, gespenstisch, flüchtig, verschwommen und kaum greifbar. (kc)

Reinschauen: The Wilhelm Scream

109. William Onyeabor Who Is William Onyeabor? (Luaka Bop), 2013

Who indeed? William Onyeabor war einer der (ungewollten) Vorboten der kommenden Personality-Archäologie um Musiker_innen wie Sugar Man, Midori Takada und anderen vergessenen Held_innen bislang unerzählt gebliebener Geschichten. Oh, und übrigens auch noch der Gniedelgott Nummer Eins. Eh klar. (kc)

Reinhören: Fantastic Man

108. Wu Lyf Go Tell Fire To the Mountain (LYF), 2011

Es ist doch so: Mit ihrem Verausgabungspathos haben Wu Lyf dem alten Gaul Indie-Rock schon am Anfang des Jahrzehnts den Gnadenstoß verpasst. Alles auf die Spitze treiben, die Presse an der Nase rumführen, Kurzkult werden, zwischendurch nachspülen und dann bängbummpuff: Weg war’nse, zurück blieben nur Rätsel und Ruinen. (kc)

Reinschauen: We Bros

107. David Bowie ★ Blackstar (Columbia), 2016

„Look up here, I’m in heaven / I’ve got scars that can’t be seen / I’ve got drama, can’t be stolen / Everybody knows me now“ Tja, ist halt so. Farewell, David Bowie. (kc)

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Reinschauen: Lazarus

106. Nicki Minaj The Pinkprint (Cash Money), 2014

It’s all about self love: „Fuck the skinny bitches / Fuck the skinny bitches in the club / I wanna see all the big fat ass bitches in the muthafuckin’ club“ (af)

Reinschauen: Anaconda

105. Moor Mother Fetish Bones (Don Giovanni), 2016

Camae Ayewa hat in kürzester Zeit gefühlt 67 Alben in Zusammenarbeit mit anderen veröffentlicht, am durchschlagendsten war jedoch ihr Solo-Debüt Fetish Bones. Hätten sich Throbbing Gristle im 21. Jahrhundert gegründet, sie würden vermutlich wie ein netter Abklatsch von Moor Mother klingen. (kc)

Reinschauen: By The Light

104. Leonard Cohen You Want It Darker (Columbia), 2016

Das zweite große Album eines Altvorderen, das den eigenen Tod antizipierte. „If you are the dealer, I’m out of the game“. Leonard Cohen legt die Karten auf den Tisch. Wir wollten es dunkler. Wir haben es bekommen. (jd)

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Reinschauen: You Want It Darker

103. Pusha T Daytona (G.O.O.D. Music), 2018

Kanye West ist ein Depp? Sicher. Kanye West ist vorbei? Sicher nicht. Auch dank Pusha-T, der wohl wortgewandtesten und fiesesten Giftspritze des Geschäfts. (dp)

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Reinschauen: If You Know You Know

102. Vince Staples Summertime ‘06 (Def Jam), 2015

Gerade als Hip-Hop seine gesellschaftliche Stimme neu entdeckte, kam ein Typ aus Long Beach, Kalifornien um die Ecke und zerrte die USA gleich ganz vor sein musikalisches Sozialgericht. Das Urteil? Vernichtend. (dp)

Reinschauen: Norf Norf

101. Flying Lotus Until the Quiet Comes (Warp), 2012

Gegen den Playstation-Wahnwitz seines Frühwerks oder der Opulenz von You’re Dead bietet Until The Quiet Comes das, was auf dem Deckel steht: introspektiven, zarten, fast schüchternden Brainfeeder-Jazz. (kc)

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Reinschauen: Until The Quiet Comes

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