DICE Festival schafft Raum für nicht-binäre Kunstschaffende

FAKA / Foto: Nick Widmer

Das internationale und interdisziplinäre Festival DICE hat sich Großes vorgenommen: Es will nicht nur das romantisch-gediegene Rixdorf in Berlin Neukölln aufmischen, sondern auch die patriarchalen Hegemonien unserer Gesellschaft. Zahlreiche internationale Musiker_innen und Künstler_innen sowie Vortragende wurden eingeladen, um den Blick fürs sensible und doch vielerorts negierte Thema der Gendergleichheit zu schärfen. Und um geile Musik zu liefern.  

Die Karriere von weiblichen, trans wie nicht-binären Künstler_innen und Musiker_innen scheint oft selbst wie ein auf Zufall oder Glück angewiesenes Würfelspiel. Das schon im Namen des Berliner Festivals DICE steckt. Denn jene müssen sich in unserer hegemonialen, patriarchalen Gesellschaft immer erst einmal behaupten, wobei sie nach wie vor auf Gegenwehr stoßen. Gerade deshalb schafft DICE in Kooperation mit internationalen Kulturschaffenden wie lokalen Communitys, die sich für Gendergleichheit einsetzen, eine Plattform, die den öffentlichen Diskurs anregen, vor allem aber jenen Menschen Raum geben soll, um die eigene Kunst und Musik gebührlich performen zu können.

An drei Tagen im November wird es deshalb neben Liveauftritten auch Workshops, Panels und Vorträge geben, die an einem ohnehin von Gegensätzen geprägten Ort wie dem Neuköllner Rixdorf dazu einladen, sich dem komplexen Verhältnis von Geschlecht und Gesellschaft diskursiv und innovativ zu nähern. Die zwei Hauptveranstaltungsorte werden zum einen das Arkaoda sein, das Sitz des gleichnamigen Istanbuler Schwesternclubs ist, und zum anderen der Böhmische Kirchensaal, der im 17. Jahrhundert erbaut, im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach wieder vollständig rekonstruiert wurde. So spiegelt sich bereits im Umraum des dreitägigen Festivals die Diskrepanz von Alt und Neu, Lokalem und Internationalem sowie Konservativem beziehungsweise Religiösem und Säkular-Empirischem wider.

Weil DICE aber nicht nur zum Grübeln, sondern auch zum Tanzen animieren will, tritt neben der aus Griechenland stammenden Elektronikpionierin Lena Platonos, die in Neukölln ihren ersten Liveauftritt geben wird, nachdem sie 30 Jahre auf ihren schon lange überfälligen Erfolg warten musste, auch das queere Gqom Kollektiv FAKA aus Südafrika auf. Außerdem wird Planningtorock eine ihrer multimedialen Shows zum Besten geben. Mit dabei sind auch: Ms. Boogie, Kim Ki, Moor Mother, Strip Down, Suutoo und Ah Mer Ah Su.

DICE Festival 2018
01.11. – 03.11. Berlin – diverse Lokalitäten
Für weitere Informationen rund um DICE und dessen Programm besuchen Sie bitte die festivaleigene Website.

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