Devastations Yes, U

Ein sanftes Wispern über einer strengen, aber ebenso sanften Beatbox, dazu ein stoischer, einfacher Basslauf. Im Hintergrund Geräusche, kleine Echos, Raumschiffsounds. Alles wirkt recht ruhig hier, ruhig und angenehm, wie perfekte Radiomusik. Perfekte Radiomusik, die sehr an die achtziger Jahre gemahnt. An »The Captain of Her Heart« von Double vielleicht, oder »Cheek to Cheek« von Taco, keine schlechten Stücke, wirklich nicht. Die eben das vorgegeben haben, was die Devastations in eine andere, neue, diffizilere Welt mitziehen: diese polierte Sanftheit, die perfekte halbtrübe Stimmung. Der deutliche Einfluss von New Wave.

    Etwas Ähnliches hat man zuletzt von Zoot Woman gehört. Nur fehlt den Devastations das Tempo, eher lassen sie sich zur Zeitlupe hinreißen, die diese schönen Halleffekte und Klimpersounds natürlich noch umso mehr glänzen, hallen, strahlen lassen. Das langsame Tempo bringt den drei Australiern aus Melbourne, inzwischen in London und Berlin wohnhaft, immer wieder Vergleiche mit den Tindersticks ein. So auch bei den beiden Vorgängern »The Devastations« und »Coal«, doch haben sie deren melancholische Tanzkapellenhaftigkeit nicht. Die Einzelkritik fällt monoton aus: Egal, ob »Oh Me, Oh My«, »The Pest«, das filmreife Halbinstrumental »As Sparks Fly Upwards« oder »The Face of Love« mit schlagerhaftem Shalala-Refrain, die Platte ist sehr dicht, das sind allesamt große Stücke. Ähnlich haben in diesem Jahr nur Calla operiert. Deren letzte Platte, »Strenght in Numbers«, ist unverständlicherweise hier völlig untergegangen. Das sollte den Devastations nicht passieren.

LABEL: Beggars Banquet

VERTRIEB: Indigo

VÖ: 14.09.2007

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