Detlef Kuhlbrodt – Buch, Lesungen

Detlef KuhlbrodtWer Detlef Kuhlbrodt nicht kennt, hat die Welt verpennt. Da der taz-Autor und Blogger allerdings so schlau ist, seine Energie für Wichtigeres zu verbrauchen als Selbst-Marketing, gehört er zu den doch eher unbekannten Superbegnadeten. Das Bild ist das Einzige von ihm aufzutreibende, und ich weiß nicht einmal, ob die Zeichnung ein Selbstporträt des vor ungefähr 45 Jahren in Bad Segeberg geborenen Kuhlbrodt  zeigt. Spaziergänge, Partys, Selbstversuche mit YouTube sind heute seine Themen, die er gerne auch in der kleinen Form schreibt – etwa in den «Berliner Szenen» der Berlin Kultur-Seiten der taz. «Morgens leicht, später laut» ist der Titel seiner Sammlung solcher Kurztexte. Sie ist soeben bei Suhrkamp erschienen, und die Form passt zum leichten, unprätentiösen Schreiben des Kreuzbergers: «Singles» nennt er sie selbst, und sie handeln von Begegnungen mit Igeln oder dem Knacksen einer Schallplatte.
Merkwürdig, wie Kuhlbrodt es immer wieder hinkriegt, so inhaltlich zu bleiben. Denn was seinen Stil besonders ausmacht, ist eine krasse Subjektivität, in der noch jeder Rückgriff auf Kindheit und wilde Jugend immer Sinn macht, nie narzisstisch wirkt oder sentimental. Vergangene Woche hat Kuhlbrodt das Buch in Berlin vorgestellt, und Rainald Goetz war da und hat darüber gebloggt. Da mögen sich zwei doch sehr gerne. In einem hedonistischen Koordinatensytem mit den Achsen «Glam Rock» und «Ecstasy» (das gilt jetzt für Kuhlbrodt) bleibt immer Platz für einen Apfelsaft. Hört es selbst, heute und morgen, in Marburg und Frankfurt.

Detlef Kuhlbrodt
Morgens leicht, später laut
Singles
edition suhrkamp

Lesungen
12.11., 20h
Waggonhalle Kulturzentrum e.V.,
Rudolf-Bultmann-Str. 2a , 35039 Marburg

13.11., 21h
Klabunt
Berger Straße 228 , 60385 Frankfurt

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