Der Traum einer jeden Jazztanzgruppe muss es sein, total steil zu gehen – from RealschulaulaNightmare to KölnArenaHeights. Destiny’s Child haben es geschafft.
Am gestrigen Pfingstmontag gastierten die drei Damen in Deutschlands größter Mehrzweckhalle und boten eine Show, die überraschender nicht hätte sein können. Das Funkeln in den Augen der Destiny’s Child-Konzert-Veteranen, ihr Schwärmen über die Tanz- und Sangeskünste der drei Elfen und die hochfrequente Kunst des Kostümwechsels ließen einen die Stunden zählen, bis Beyoncé Knowles, Kelly Rowland und Michelle Williams endlich die ersten Töne in die Mikrofone trällerten. Und dann…kam alles anders. Ganz anders. Eine überdimensionierte Jazztanzendausscheidung, ein Kindergeburtstag erster Kajüte, ein Wasser-in-die-Augen-treibendes Stück preisgünstigster Choreographie sollte es am Ende werden. Konnten mich die drei preisgekrönten und vergoldeten Singdrosseln schon bei ihrem letztjährigen Londoner Showcase zu ihrem dritten Album nicht überzeugen, schlug das Schicksal jetzt noch härter zu. Eine in dunkle Ecken gezwängte Studiomuckerband, die in den Kleiderwechselpausen ihre fünf minutes of fame durch grauenvolle Klischee-Rocksoli ausleben durfte (incl. Gitarre hinterm Kopf zupfen), mit dem Boden kopulierende Tänzer in komischen Outfits, die locker und leicht jedem 1986er-Whitney Houston-Video hätten entsprungen sein können und schließlich die Kinder des Schicksals selbst, die neben ihren Hits auch den ein oder anderen Klassiker verhunzten, denen ich jedoch spätestens bei der sauber misslungenen Version des fantastischen Five Stairsteps-Hits "Ooh Child" an die hübschen Kehlchen gesprungen wäre. Zum Abschluß durften dann noch ein paar ausgewählte Gäste des Kindergeburtstages auf der Bühne herumtollen und es gab Konfetti und Luftballons für alle. Kaum zu glauben, aber ich lebe noch: I’m a survivor.

P.S.: Übrigens, liebe Mädchen von Destiny’s Child: Die geographische Angabe "Cologne Geeermanyy" muss nicht sein; wir wissen, wo das liegt!