Per Crowdfunding hatte Marcus Wiebusch das Video für seinen Song gegen Homophobie im Fußball, »Der Tag wird kommen«, finanzieren lassen. Nun ist der Kurzfilm zu sehen.

Ein plattitüdenreicher und bieder moralisierender Text im Sinne von »Wir gegen die Doofen«, befand Oliver Minck vor einiger Zeit über Marcus Wiebuschs »Der Tag wird kommen« in SPEX. Der Musiker antwortete: »Moral ist es, was mich von den Leuten trennt. Der Song ist moralisch, weil ich die Arschlöcher und die Idioten benenne. Und ich seh nicht ein, warum ich das nicht machen sollte.« Während manch SPEX-Leserin zeitgleich seine »Stellvertreter-Politik« kritisierte, verwiesen andere auf die tatsächlich erlebten, – zweifellos – wünschenswerten Erkenntnis- und Toleranzeffekte beim Zielpublikum in den Stadionkurven. Das Wie der Botschaftsvermittlung sei also zweitrangig.

In der Zwischenzeit hat Marcus Wiebusch gemeinsam mit den Regisseuren  Björn Lingner und Dennis Dirksen Geld gesammelt für ein Video, das einerseits die Botschaft des Songs noch weiter verbreiten soll, andererseits natürlich selbigen auch bewerben soll. Der besungene talentierte und schwule Fußballer wird gezeigt, von der Jugend auf dem Weg zum großen Erstliga-Vertrag bis hinein ins Stadion und die Öffentlichkeit. Das läuft in der Realität sicherlich nicht so schlicht wie hier ab, andererseits handelt es schließlich um ein Musikvideo. Kurz vor Schluss kommen dann zahlreiche Fangruppierungen der oberen Ligen aus allen Ecken des Landes ins Bild, die breite Front gegen Homophobie verdeutlichend.

Nur, wäre es da nicht angemessen, wenn Wiebusch, einmal rundum finanziert, von nun an auch die Songeinnahmen komplett entsprechenden Projekten spendet?