Der Spextrakt vom 4. August 2009

Wird die Popmusik aussterben, und falls nicht: wie klingt dann Facebook? Wie war das mit Mute Records, Vinyl und Synthesizern, Daniel Miller? Wie war es Wochenends bei Tex & Erobique und dem Soul Jazz Soundsystem? Und was trägt der ältere Gentleman in Brooklyn? Antworten gibt der heutige Spextrakt.

  • MUSIK: Wohlklang in einem etwas anders sozialisierten Ohr – Warum die Popmusik an einem Ende angekommen ist
    Auf der Homepage der SZ findet sich ein hochinteressanter Aufsatz von Diedrich Diederichsen zur Geschichte, Gegenwart und – hoffentlich – Zukunft der Popmusik. »(Sie) konnte nur deswegen so zeitgenössisch sein, weil sie die ganze Breite der Gesellschaft bespielte; sie kannte in ihren großen Momenten keine Klassengrenzen. Mindestens virtuell waren immer alle gemeint und alle Formen zugelassen: höhlenmenschenhaftes Biergrölen und delikateste Dandyismen fanden im selben Universum, in denselben Kneipen und vor demselben Publikum statt. (…) Das Zusammentragen von Einsamkeitserleuchtungen und Öffentlichkeitserfahrungen geschieht (heute) nicht mehr auf persönlich durchschrittenen Wegen, sondern durch die Nachbarschaft in einem gewaltigen Angebot, das zwar potentiell alles verknüpft, aber darum auch wieder nichts: das Internet.« Dabei denkt Diederichsen auch über neue Verknüpfungskulturen nach, das »sich in die Realwelt ausdehnende Web 3.0« nach. Frage: Wie könnte Facebook klingen?
  • MUSIK: Hauptsache, es klingt gut – Daniel Miller im Interview
    In zwei Wochen wird Daniel Miller im Rahmen der Kölner c/o Pop gastieren, um mit Groove-Chefredakteur Heiko Hoffmann in einem öffentlichen Panel zu diskutieren. Vorab kann man auf DerWesten.de ein aktuelles Interview mit dem Mute-Records-Gründer lesen, Miller berichtet darin von den Ursprüngen seines Mute-Labels, seinem Bezug zu Vinyl, über elektronische Tanzmusik und das Revival der analogen Synthesizer. Über die Herausforderungen der digitalen Evolution werden keine Worte verloren, dabei hätte Miller dazu sicherlich den ein oder anderen Vorschlag gehabt.
  • VIDEO: Tex & Erobique Live in Hamburg
    Am vergangenen Wochenende spielte das andere Duo, das tut, was Duos tun sollten – Tex & Erobique – im Hamburger Oberhafen – wir hatten leider keine Zeit. Auf YouTube entdeckten wir heute ein neues Video, wie es Spex-Teilzeitautor Matthias Strzoda & Carsten Meyer vor ihren gemeinsamen Shows zu präsentieren pflegen: Erobique in der Kittelschürze an der Spüle, Tex mit ungeschickten Händen an der Moin-Moin-Tasse. Wie schon die Ohrfeigen-Session oder Erobiques legendäres Lambada-Video entstand der Kurzfilm in Zusammenarbeit mit dem Produktionsbüro aufderlichtung. Gnadenlos gutes Entertainment dank Humor aus Hamburg, unbedingt sehenswert!
  • VIDEO: Soul Jazz Records Soundsystem, Düsseldorf
    Apropos Rückblick: Am vorvergangenen Wochenende fand in Düsseldorf die diesjährige Ausgabe des Open Source Festivals statt, neben Auftritten zahlreicher anderer Künstler sah man auch ein Set des Soundsystems des ausgezeichneten britischen Dub-Forscher-Labels Soul Jazz Records. Sieht man nun von den eher zähen Besucherreaktionen ab, kann man von dem rund zehnminütigen Video ziemlich gute Laune und Lust auf den nächsten Soundsystem-Besuch bekommen.
  • MODE: The Sartorialist – The Gentleman of Ft. Greene, Brooklyn
    Neu im Spextrakt, kurz und unkommentiert: der tägliche Look aus Sicht des Mode-Bloggers Scott Schuman alias The Sartorialist.

Ergänzende Vorschläge für den Spextrakt nehmen wir über das Kontaktformular entgegen.

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