Die Wochenendausgabe des Spextrakts bringt uns Texte zur Kunst von Marc Brandenburg, neue Ideen für das Musikstreaming im Netz und auf Mobilgeräten vs. Musikpiraterie, einen Gedanken-raubkopierenden Bob Dylan, Berlin-Wochen von und mit Helge Schneider und Musik von La Roux, jj und einen Mitschnitt aus Moritz Wolperts »Schaltzentrale«.

  • KUNST: Fenster zur Nacht – Über den Künstler Marc Brandenburg
    In der Jungle World schreibt Cord Riechelmann über den Berliner Künstler Marc Brandenburg (siehe dazu auch unser Interview mit Brandenburg in der aktuellen Spex #321) und geht dabei auch auf ihre gemeinsame Vergangenheit und das bisherige Schaffen Brandenburgs ein. »Man kann Brandenburgs künstlerische Sozialisation mit den markanten Orten der Berliner Nacht seit 1979 in Beziehung setzen: Dschungel, Kumpelnest 3 000, Möbel Olfe, Ostgut und heute das Berghain. In all diesen Läden hat Marc in verschiedenen Funktionen – als Türsteher, Barmann, DJ – gearbeitet, und es ist ihm zu glauben, wenn er sagt, dass er das heute nur deshalb nicht mehr tut, weil ihm die Zeit fehle.«
  • INDUSTRIE: Free but legal – Spotify vs. illegal downloads
    In der gedruckten Ausgabe des Economists fand sich heute ein interessanter Artikel über den ausgezeichneten schwedischen Musik-Streaming-Dienst Spotify. Das Angebot von Spotify ist kostenlos, mittels Peer-2-Peer-Technik werden Songs unmittelbar ohne Zwischenspeicherung abgespielt, der äußerst umfrangreiche (und legale) Katalog ist derzeit allerdings bis auf wenige deutsche Ausnahmen nur in Skandinavien, England und bald den USA nutzbar – mittelfristig wird man Spotify aber auch in Deutschland nutzen können. Aber zurück zum Economist: am Beispiel von eben Spotify und dem ähnlichen Dienst we7 wird vorgerechnet, welche positiven Effekte gute, smarte Streaming-Lösungen gegenüber der Internet-Piraterie haben und wo die Chancen für mobile Endgeräte liegen. Chancen für die Musikindustrie wohlgemerkt, deren Vertreter sich diesen Text ausgedruckt unter’s Kopfkissen legen sollten.
  • LIVE: Helge Schneider Tour 2009/2010
    Eine nicht gerade kleine Tournee, die Helge Schneider für 2010 gebucht hat. Besonders interessant: vom 18. März bis 4. April 2010 gastiert er durchgehend mit dem Programm »Komm hier haste ne Mark!« im Admiralspalast Berlin.
  • BUCH: Many lines in Bob Dylan’s Chronicles are from Time Magazine
    Im großen Dylan-Special in Spex #320 attestierten u.a. Greil Marcus, Klaus Theweleit, Peter Kemper und Klaus Theweleit dem Sänger, dass er gewissermaßen in postmoderner Manier zitiert, klaut und appropriiert und sich damit sehr, sehr zeitgemäß zeitgenössischer Collage- und Montagetechniken bedient. Dass er in seinen Memoiren »Chronicles Volume One« sogar seine eigenen Erinnerungen aus fremden Erinnerungen zusammengesetzt hat, dürfte indes selbst seine treuesten Fans überraschen.
  • STREAM: jj – jj n° 2
    Seit rund zwei Wochen wird/werden jj, ein neues anonymes, schwedisches Balearic-Pop-Projekt auf dem Label Sincerely Yours, durch Blogs, Foren, Musikmagazine und Radios gereicht. Wie schon bei Burial stellt man beim Hören des Albums fest: der Künstler selbst tritt in den Hintergrund, ist nur noch ein begleitender Name, verschwindet gegenüber der Musik selbst. Die ist übrigens ausgesprochen schön. Wäre es nicht so schrecklich abgegriffen und dämlich, müsste man »jj n° 2« glatt als eine Jahreszeiten-Platte – konkreter: einer Sommer-Platte bezeichnen.
  • VIDEO: Moritz Wolperts »Schaltzentrale«
    Über die Internet-Aufführung informierten wie bereits – Wer die Übertragung der beiden Konzerte verpasst haben sollte, kann die Show nun noch einmal im Netz betrachten. Auf www.anderebaustelle.com sieht und hört man den Webcast in voller Länge. Am 8. August kann man die »Schaltzentrale« zudem Live ›in echt‹ erleben, wenn Moritz Wolpert seinen Klangapparat im Berliner Haus Schwarzenberg vorstellt.
  • VIDEO: La Roux – Bulletproof (BBC Radio 1 Live Lounge)
    Die interne Rundmail, die dieses La-Roux-Video im Rahmen der BBC Radio1 Live Lounge kolportierte, trug den Titel »Amazing!!«. Diese Euphorie lässt sich an dieser Stelle leider nur eingeschränkt teilen, wobei man doch festhalten muss, dass diese Live- und Akustik-Variante von La Roux’ Single »Bulletproof« recht gelungen ist. Des weiteren: »Nett!!« wäre zwar als Einleitung treffender und ehrlicher gewesen, das Video hätte sich dann aber niemand mehr angesehen.

Ergänzende Vorschläge für den Spextrakt nehmen wir über das Kontaktformular entgegen.