Der Spextrakt vom 3. März 2010

Ein Nachruf auf Louisville Records – – – Vorschlag: 13 Euro für die Kulturflatrate – – – Cover-Artworks als Penguin Books – – – Jörg Buttgereit führt »Durch die Nacht« – – – Die Broken Bells mit Kinder-Kritik – – – OK GO und die Mega-Rube-Goldberg-Maschine – – – Owen Pallett mit No-Budget-Video – – – Neue Remixes als MP3 von The XX für Magic Wands, Chiddy Bang für die Gorillaz und Schlachthofbronx für DJ Mujava – – – Neue Alben von Tunng und Solex vs. Christina Martinez + Jon Spencer im Stream – – – Der Spextrakt.

  • INDUSTRIE: Der Letzte löscht das Licht – Ein Nachruf auf Louisville Records
    Die Woche begann bitter: Das Berliner Label Louisville Records hat Insolvenz angemeldet. Die Plattenfirma von Yvonne und Patrick Wagner war zum Ende finanziell nicht mehr tragbar, das Label von u.a. Naked Lunch, Jolly Goods, Kissogram und Navel ist nicht mehr. Im Freitag findet sich ein Nachruf von Jörg Augsburg auf Louisville Records, »das Label in Deutschland, das (Rock’n’Roll) von Herzen gern lieferte«.
  • INDUSTRIE: Tim Renner beziffert Kulturflatrate auf 12,90 Euro
    Einmal im Monat 12,90 Euro zahlen und im Gegenzug unbeschränkten Zugriff auf das Repertoire der Plattenfirmen erhalten, so stellt sich der Motor-Gruppe-Chef Tim Renner ein Kulturflatrate-Modell vor. In der aktuellen Ausgabe des Rolling Stone formuliert Renner, der Preis sei soviel, »wie eine CD gefühlt kostet«.
  • DESIGN: Cover Versions – Classic records lost in time and format, re-emerged as Pelican books
    Gesehen hat man Huw Gwilliams Illustrationen im Stile amerikanischer Pelican-Bücher vielleicht schon an verschiedenen Ecken des Netzes, aber es ist nie zu spät, auf seine fantastischen Design-Arbeiten hinzuweisen: Als Ausgangsgrundlage wählt Gwilliam stets ein Platten-Cover – ob von den Beastie Boys, Modeselektor, Kraftwerk, The Strokes, Justice oder Dizzee Rascal – um es im Laufe des Illustrationsprozesses digital altern zu lassen.
  • TV: Durch die Nacht mit Jörg Buttgereit, Lars Eidinger & Oda Jaune
    Im September 2006 war der Filmkritiker und Regisseur Jörg Buttgereit mit dem Kunstfilmregisseur Bruce LaBruce im Nachtleben Torontos unterwegs, gefilmt wurde er damals von einem Kamerateam für die Reihe »Durch die Nacht mit …« des Kulturkanals arte. Kürzlich folgte nun sein zweites Engagement für »Durch die Nacht mit …«, diesmal reiste Buttgereit nach Bulgarien und begleitete als Regisseur den Schauspieler Lars Eidinger sowie die Malerin Oda Jaune auf ihrem nächtlichen Trip durch das Kultur- und Nachtleben der Hauptstadt Sofia.
  • VIDEO: Broken Bells’ »Kids Clip #1: The High Road«
    »I like the Lyrics«, sagt der Junge im roten Sweater auf James Mercers Nachfrage hin, was er denn an dem Broken-Bells-Song »The High Road« gelungen finde, während die kleine Stevie festhält, sie möge die Sound-Effekte zu Beginn des Stücks. Der erste »Kids Clip« dreht sich um die erste Single von James Mercers und Brian Burtons Broken-Bells-Album, welches nun Stück für Stück von einer Kinder-Jury vor der Kamera bewertet wird. Niedlich!
  • VIDEO: OK Go – This Too Shall Pass (RGM Version)
    Woran erkennt man funktionierendes Online-Marketing bei Bands? Die Musik mag Geschmackssache – im Falle von OK GO: College Rock – sein, andere Werbemaßnahmen funktionieren aber quasi wie von selbst. Ob mit ihren Hinterhof- oder Laufband-Tanz-Clip zu früheren Songs oder nun bei den beiden Videos zur neuen Single »This Too Shall Pass«: OK Go hatten immer das richtige Händchen dafür, wie man im Netz Aufmerksamkeit erzeugt. War es bei der ersten Video-Version des Songs noch ein durchgängig geschossenes Video mit einer Marschkapelle, reichten die Amerikaner nun einen neuen Clip nach: Gemeinsam mit Regisseur James Frost und den Syyn Labs entwickelten OK GO in einem zweistöckigen Lagergebäude ein fast ohne Schnitte auskommendes Rube-Goldberg-Maschinen-Musikvideo, das zudem noch selbstironisch ist: Ein altes Musikvideo wird darin mit dem Hammer zerschmettert.
  • VIDEO: Owen Pallett – Lewis Takes Off His Shirt
    Ein sogenanntes No-Budget-Video haben Regisseur M Blash, der Musiker Owen Pallett und desseb Freunde auf den Song »Lewis Takes Off His Shirt« gedreht: Eine Collage bunter Bilder, wirrer Einstellungen und einiger schlimmer CGI-Animationen sieht man darin. Schade nur: Wer das Video nicht ansieht, dürfte später nichts vermissen.
  • MP3: Magic Wands – Warrior (The XX Remix)
    Der RemiXX für Florence and the Machine ist immer noch in aller Ohren, da kommt der RemiXX von Magic Wands »Warrior« gerade recht, um mit dem XX-Fame auf das bald erscheinende Debütalbum des Duos aus New York aufmerksam zu machen.
  • MP3: Gorillaz – Stylo feat. Mos Def & Bobby Womack (Chiddy Bang Remix)
    Nach der Single »Stylo« selbst, dem Musikvideo samt gesamter Musikvideografie und dem Album-Stream von »Plastic Beach« folgt nun noch der kostenlose Download des Chiddy-Bang-Remixes von »Stylo«. Die markante Bassline weicht hier einer wobbelnden bis schmatzenden Bassdrum, daneben gluckern allerlei Synthies an Damon Albarns Gesangsstimme vorbei.
  • MP3: DJ Mujava – Sgwejegweje (Schlachthofbronx Remix)
    Sein »Township Funk« schickte vor zwei Jahren mächtige Basswellen aus Afrika nach Europa, nun kommt der Nachschlag: Das Münchner Produzententeam Schlachthofbronx drehte DJ Mujavas Track »Sgwejegweje« durch den Baile-Mixer, den Remix bietet das Fader-Magazin zum kostenlosen Download an.
  • STREAM: Tunng – … and Then We Saw Land
    Zweieinhalb Jahre nach ihrem letzten Album »Good Arrows« veröffentlichen auch die britischen Electro-Folker Tunng ein neues Album, »… and Then We Saw Land« betitelt. Schon das Musikvideo zur Single »Hustle« ließ aufhorchen, nun kann man das neue Album schon vor der Veröffentlichung am 26. März 2010 in Gänze streamen.
  • STREAM: Solex vs. Christina Martinez + Jon Spencer – Amsterdam Showdown, King Street Throwdown
    Soeben erschienen ist das Album »Amsterdam Showdown, King Street Throwdown«, das Blues-Explosion-Kopf Jon Spencer gemeinsam mit seiner Ehefrau Christina Martinez und der Sampling-Künstlerin Elisabeth Esselink alias Solex aufgenommen hat. Mehr klassichen Blues und Funk, weniger Experiment hört man auf dieser Platte, was Jon Spencer endlich wieder richtig aufregend wirken lässt. Nachhören lässt sich dies im vollen Albumstream von »Amsterdam Showdown, King Street Throwdown«.

Ergänzende Vorschläge für den Spextrakt nehmen wir über das Kontaktformular entgegen.

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