Ein Filmvertrieb lässt Kinobesucher mit Nachtsichtgeräten observieren, ›heißesMaterial von Madonna ist aufgetaucht, slickes Streaming auf rechtlich-grauem Grund und die Twitter-Korrespondenz von Moderne bis Antike.

  • INDUSTRIE: Harry-Potter-Fans im Kino mit Nachtsichtgeräten observiert
    »Wenn wir das nicht zugelassen hätten, würden wir von Warner keinen Film mehr bekommen«, hierß es im Nachhinein. Im Magdeburger Cinestar-Kino wurden Kinobesucher auf Kommando des Filmvertriebs Warner Bros. während der Vorstellung des neuen Potters mit Nachtsichtgeräten beobachtet, Angaben zufolge, um den Mitschnitt des Films mit Camcordern zu verhindern bzw. aufzudecken. Dass die Besucher darüber im Voraus nicht informiert wurden, versteht sich dabei natürlich ›von selbst‹. (Eingereicht von Janna Mynczek)
  • MUSIK: ›Erotic‹ Madonna phone messages for sale
    John Sakamoto berichtet in der Online-Ausgabe des Toronto Star von der neuesten Veröffentlichung Madonnas. Nein, es handelt sich dabei nicht um ihre neue Single »Celebrate«, sondern um alte Tonbänder eines Anrufbeantworters, die angeblich ›erotisches‹ Tonmaterial aus ihrer Liaison mit ihrem früheren Bodyguard beinhalten. Außerdem stehen 15 Minuten VHS sowie zahlreiche Seiten Faxpapier zum Verkauf. Einen Überblick über die einzelnen Auktionate kann man sich bei Gotta Have Rock’n’Roll Heaven verschaffen, wo die Exemplare ab dem 27. Juli versteigert werden.
  • STREAM: 22 Tracks
    Neue Formen des Musikvertriebs, Folge 298: Die niederländische Grafik- und Webagentur Venour hat mit »22 Tracks« eine slick aussehende Streaming-Plattform geschaffen, auf der sie in 11 Kategorien jeweils 22 aktuelle, geschmackvolle Songs anbieten. In regelmäßigen Abständen werden die einzelnen Genres wie Pop, Hiphop, House/Techno oder Dubstep/Grime mit neuen Stücken aktualisiert, wodurch sich wiederkehrende Besucher mit einem Mangel an Zeit zur Musikrecherche schnell einen guten Eindruck über aktuelle Musiken verschaffen und Neues entdecken können. Die einzige Frage ist nur: wie lange bleibt die in der rechtlichen Grauzone in Sachen Urheberrecht agierende Webseite eigentlich am Netz?
  • DIGITAL: Historical Tweets
    Vor drei Jahren ging das Microblogging-Netzwerk Twitter online, der kometenhafte Aufstieg in Sachen Popularität gelang Twitter erst innerhalb der letzten zwölf Monate. Die Webseite Historical Tweets sieht nun über das recht junge Alter von Twitter hinweg und bietet mittels Fantasie und Bildbearbeitung ausgewählte »historische Tweets« an, Twitter-Einträge also, die noch vor der tatsächlichen Geburt des Netzwerkes liegen. So meldet beispielsweise Rapper Tupac Shakur im September 1996 seinen Status wie folgt: »About to meet with witness protection. Wish me luck.«

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