Der Spextrakt vom 18. November 2009

Reaktionen auf antisemitischen Übergriff in Hamburg – – – Dirk von Lowtzow zu Antisemitismus – – – Morrissey verweist Hamburger Konzertbesucher des Saals – – – Thurston Moore plaudert über seinen letzten Tanz – – – Neues Material von Gil Scott-Heron – – – Neue Videos von Crystal Fighters sowie Beyoncé & Lady GaGa – – – Zwei MP3s von Hot Hot Heat – – – Fünfzig MP3s aus fünfzig Alben – – – Joe Goddard im Four-Tet-Remix – – – Mixtape von DOOM und Live-Show von Fever Ray im Stream – – – Humor aus Hamburg: Der Deichkind’sche Witzeerklärer – – – Der Spextrakt.

  • POLITIK: Reaktionen auf die Verhinderung des Films »Warum Israel«
    Kürzlich sollte in Hamburg Claude Lanzmanns Film »Pourguoi Israel« im B-Ware-Kino gezeigt werden, die Vorführung wurde von rund 30 Personen aus dem Umfeld des linken »Internationalen Zentrums B5« gestört, den Zuschauern der Zutritt unter Gewaltandrohung versperrt. Auf der Webseite »Kritikmaximierung Hamburg« findet sich eine umfangreiche Sammlung der Reaktionen auf den Vorfall, ein Nachholtermin der Vorführung ist für den 13. Dezember geplant.
  • POLITIK: »Antisemitismus vererbt sich« – Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow im Interview
    Auch Dirk von Lowtzow thematisiert im taz-Interview den Übergriff auf die Besucher der »Pourqoui Israel«-Vorführung. Von lowtzow unterstützt die Aktionswochen gegen Antisemitismus, im Gespräch mit Julia Seeliger heißt es: »Bestimmte Ressentiments werden von Generation zu Generation weitergegeben. Vererbte Ressentiments aus der Nazizeit werden heute aber leider immer öfter offen verlautbart. Man hetzt nicht nur mehr hinter vorgehaltener Hand. Dieser neue Antisemitismus wird insbesondere bei der Kritik an Israel offenbar.«
  • MUSIK: Liebt ihn draußen weiter – Morrissey in Hamburg
    Morrissey mag kürzlich erst wegen eines Schwächeanfalls auf der Bühne kollabiert sein, von der Bühne hält ihn dies dennoch nicht fern. In Hamburg spielte er gestern vor euphorisiertem Haus, von dem Konzert berichtet Andreas Borcholte auf Spiegel Online. Während der gleichen Show wurde allerdings ein kurzzeitig pöbelnder Besucher von Morrissey des Saals verwiesen, Oliver Wagner vom Agenturblog hat entsprechendes Video des Zwischenfalls ins Netz gestellt.
  • MUSIK: Thurston Moore interviewed by Carrie Brownstein
    In einem längeren E-Mail-Interview befragte Carrie Brownstein kürzlich den Sonic-Youth-Musiker und Labelbetreiber Thurston Moore nach seinen Gedanken zu den langsam ausklingenden nuller Jahren. Befragt wurde Moore außerdem nach neuen Wegen des Musikkonsums, Methoden der Erschließung, den jüngsten Einkäufen sowie dem Einfluss des Internets bzw. Filesharings auf die Musikproduktion. Zum Schluss erfahren wir dann auch noch, zu welchem Song Moore zuletzt tanzte. Antwort: »I was just playing the 2CD reissue of The Slits’ ›Cut‹ LP – I danced around to that. A girl I know started dancing when I put on Can’s ›Ege Bamyasi‹ LP, and it was one of the most beautiful things I’ve ever seen.«
  • VIDEO: Gil Scott-Heron – Where Did the Night Go
    Das Anfüttern geht weiter: Nach den kurzen Ausschnitten von vor zwei Monaten haben XL Recordings nun einen neuen Einminüter von Gil Scott-Herons 2010 erscheinendem Solo-Album »I’m New Here« auf YouTube eingestellt.
  • VIDEO: Crystal Fighters – I Love London
    Die neue Single »I Love London« der katalanisch-britischen Crystal Fighters auf den MP3-Player einer jungen Frau gepackt, die Lautstärke auf den Kopfhörern laut aufgedreht, dann noch in der Fußgängerzone hart abraven – und schon hat man ein Musikvideo.
  • VIDEO: Beyoncé feat. Lady GaGa – Video Phone
    »Telephone« bei Lady GaGa, »Video Phone« bei Beyoncé: Für ihre neuesten Songs engagierten sich die beiden Popstars öffentlichkeitswirksam als Gesangspartnerin der jeweils anderen. Im Unterschied zu Lady GaGas Musikvideos bleibt der Clip zu Beyoncés »Video Phone allerdings weit hinter den Erwartungen zurück. Da klickt man sich lieber gleich durch Annie Leibovitz’ neueste Modestrecke für die Vogue, in der die Fotografin Lady GaGa in ihr »Hänsel & Gretel«-Setting eingebaut hat.
  • MP3: Hot Hot Heat – Future Breeds / JFK’s LSD
    Nach zwei durchwachsenen Alben wollen es die kanadischen Hot Hot Heat im nächsten jahr noch einmal wissen, derzeit arbeiten sie am Nachfolger von »Happiness Ltd.«, die beiden Stücke »Future Breeds« und »JFK’s LSD« haben sie als Ausblick auf die neue Platte als kostenlosen Download ins Netz gestellt.
  • MP3: 50 MP3s from the Insound.com top 50 sellers of 2009, for free!
    Während allerortens die Jahres- und Dekaden-Charts kompiliert werden, hat man sich bei dem Online-Musik-Vertrieb Insound.com nur durch die Verkaufszahlen geklickt. Auf der Aktionsseite sieht man so die bestverkauften Alben des Jahres, besonders toll ist aber ihr Angebot, jedem der Alben einen kostenlosen MP3-Download eines Songs beizulegen. 50 Songs für 0 Euro, das darf man als faires Angebot bezeichnen.
  • STREAM: Joe Goddard – Apple Bobbing (Four Tet Remix)
    Zwei der innovativeren britischen Produzenten in einem Track: Four Tet remixed Joe Goddards »Apple Bopping«, der Song ist essen Solo-Album »Harvest Festival« entnommen. Kurz und knapp: die ideale Ergänzung zu Goddards jüngstem DJ-Mix.
  • STREAM: DOOM – Unexpected Guests
    Seit einigen Tagen steht das fabelhafte neue Mixtape von DOOM im Plattenhandel, einen 15-minütigen Mix der besten (MF-)DOOM-Tracks, -Remixes und -Produktionen kann man sich nun im Stream anhören. Und ist man schon einmal auf der Aktionsseite, kann man nach erfolgreicher Newsletter-Anmeldung auch ein MP3 der beiden Tracks »?« und »All Outta Ale« mit The Professor und Kurious mitnehmen.
  • STREAM: Fever Ray – Live at Lulea
    Nach dem selbstbetitelten Album, zahlreichen Musikvideos und Remixes sollte auch der der (amerikanischen) Deluxe-Variante des Fever-Ray-Albums beigelegte Live-Mitschnitt eines Konzerts in Schweden nicht fehlen. Bei NPR Radio kann man das Konzert in voller Länge streamen, in dem qualitativ äußerst hochwertigen Mitschnitt wirken die neu-arrangierten Fever-Ray-Stücke sogar noch spannungsvoller und düsterer.
  • HUMOR: Deichkind – Der Witzeerklärer
    Im Dezember startet die vorerst letzte Clubtour von Deichkind, die Promotion dazu läuft auf vollen Touren. Im Bandeigenen YouTube-Kanal wurde vor wenigen Tagen das anspruchsvolle Fußgängerzonen-Talk-Programm »Der Witzeerklärer« gestartet, der Name ist dabei Programm: Platte Witze, nützliche Erklärungen, irritierte Passanten. Entwickelt wurde das amüsante Format vom Hamburger Regisseur Oliver Kleinfeld und ist viral at it’s best.

Ergänzende Vorschläge für den Spextrakt nehmen wir über das Kontaktformular entgegen.

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