Ab, ganz weit über den Tellerrand: die achte Ausgabe des Spextrakts hat heute nur Verweise auf das englischsprachige Ausland zu bieten: Rezensionen als Kunst, ein Nachruf mit Gelegenheit zum Seitenhieb, gelungenes Festival-Mapping, der Auto-Tune- als Humanisierungs-Effekt und Listen, Listen und – ähm – Listen.

  • KUNST: Charting Cam’Ron’s »Crime Pays«
    Genial wie immer: der Künstler Andrew Kuo ›rezensiert‹ in regelmäßigen Abständen CDs, Festivals, Persönlichkeiten oder Alltägliches für die Online-Ausgabe der New York Times. Mitte Juni nahm er sich bereits das Album »Crime Pays« von Cam’Ron vor, eine Punchline jagt die nächste. Das beste, klügste und unterhaltsamste Format für Rezensionen!
  • MUSIK: Obituary – Steven Wells
    Immer wieder aufschlussreich: die Nachrufe des Guardian. Vor einigen Tagen verstarb der englische Journalist Steven Wells, mit dessen Texten wir leider nicht besonders gut vertraut sind. David Quanticks Obituary und auch eine kurze berührende Notiz von Peter Robertson auf Popjustice machen deutlich, wie wichtig und lesenswert Wells war. Uns amüsiert besonders eine Auslassung Wells’ zu Belle And Sebastian, die wir hier nach Quantick zitieren: »Self-loving, knock-kneed, passive aggressive, dressed-up-in-kiddy-clothes, mock-pop-creepiness-peddling, smug, underachieving, real-pop-hating no-talents celebrating their own inadequacy with music so white it’s translucent.«
  • LIVE: Relive Glastonbury – Festival coverage on one map!
    Apropos The Guardian: So kann Festivalberichterstattung also aussehen, wenn man ein ambitioniertes Online-Projekt wie den Online-Ableger der britischen Tageszeitung betreibt! Die interaktive Karte des Festivals zeigt alle Reviews der einzelnen Shows am jeweiligen Punkt des Geländeplans auf.
  • DIGITAL: Pitch Perfect – The higs and lows of »Auto-Tune«
    In der aktuellen Spex spricht Strify von Cinema Bizarre in der Reihe »Digitale Evolution« aus Sänger-Perspektive über die Verwendung des Auto-Tune-Effekts. Jayce Clayton alias DJ Rupture – der in der aktuellen »Digitalen Evolution« ebenfalls zu Wort kommt – hat sich für die Mai-Ausgabe des englischen Kunstmagazins Frieze eingehend Gedanken zu Auto-Tune gemacht. In seinem exzellenten Essay mit dem Titel »Pitch Perfect« schlussfolgert er, Auto-Tune sei keineswegs ein Verfremdungs-, sondern ein Humanisierungs-Effekt, genauer: »Auto-Tune ist eine zeitgenössische Strategie zur Intimität mit Digitalität«. Und wieder was gelernt!
  • MUSIK: Acclaimed Music
    Abtauchen in die Welt der Listen, sich verlieren in der Musik. Acclaimed Music wertet Bestenlisten aller Jahrgänge aus und erstellt empirische Meta-Bestenlisten.

Ergänzende Vorschläge für den Spextrakt nehmen wir über das Kontaktformular entgegen.