Heute im Spextrakt: Madonna lässt 12 Sekunden Vertragserfüllung durchblicken, Jimmy Carter fand den besoffenen Bob Dylan besser, die Rentner-Kritik steht auf Isis, Thom Yorke auf Charity und Jochen Distelmeyer wieder auf der Bühne.

  • STREAM: New Madonna! A Preview of »Celebrate«
    Man muss sich gut überlegen, was man zu den folgenden 12 Sekunden schreibt. Madonna wird – dem Gossip-Blogger Perez Hilton zufolge – bald die neue Single »Celebrate« veröffentlichen, produziert vom britischen DJ und Produzenten Paul Oakenfold. Daneben wird es auch einen weiteren neuen Song geben, beide werden auf ihrem letzten Album – einer »Greatest Hits« – für Warner Music erscheinen. Aber lassen Sie es uns bzgl. der Eingangs erwähnten 12 Sekunden doch so formulieren: klingt wie herzlose Vertragserfüllung.
  • MUSIK: Former President Jimmy Carter Gave up on Bob Dylan’s Music after »Slow Train Coming«
    Die Abkehr von Alkohol und Drogen sowie sein Bekenntnis zum Christentum vor über 30 Jahren sollen den damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter derart schwer erschüttert haben, dass dieser aufgehört habe, Dylans Musik zu genießen, meldet Richard Johnson in der New York Post. So heißt es in dem neuen Carter-Buch »What the Heck Are You Up to, Mr. President?« von Kevin Mattson: »The hippie rock star had pushed rock ‘n’ roll from celebrating love and drugs to providing apocalyptic warnings about decadence. (…) Jimmy Carter’s favorite rock musician now refused to sing the songs the president most enjoyed … (Those) written before Dylan found Jesus.«
  • VIDEO: Breakfast at Sulimay’s – St. Vincent & Isis
    Der Spaß geht weiter: heute bespricht die geniale Rentnergang im Sulimay’s Stücke von St. Vincent und Isis. Progressive Metal scheint ihnen besser zu gefallen als St. Vincent, jedenfalls heißt es zu Isis: »It’s not loud enough! (…) The guitar player has not enough power, it’s not banging!« – Die Rückfrage: »There’s a guitar playing??«
  • STREAM: Thom Yorke – All For the Best
    Gestern fragten wir: »Was machen Radiohead eigentlich?«, die Antwort lautete (teils) »Recycling«. Daneben meldeten wir, dass Ed O’Brian und Drummer in Sachen Charity aktiv gewesen seien. Und nun folgte die heutige Meldung, dass auch Sänger Thom Yorke zwischenzeitlich ein neues Stück für einen anderen Charity-Sampler, »Ciao My Shining Star: The Songs of Mark Mulcahy«, abgeliefert hat. Neben Yorkes eröffnendem »All For the Best« hört man auf jener Compilation auch Stücke von Dinosaur Jr., Michael Stipe, The National, Ben Kweller, Mercury Rev und vielen anderen.
  • MUSIK: Rock’n’Roll-Aufwieglertum – Frische Frucht für altes Gemüse
    Für die taz berichtet Julian Weber von Jochen Distelmeyers Solokonzertdebüt in Hannover: »Distelmeyer singt die Signalworte, als wären sie gelb unterstrichen: ›Misstrauen‹, ›Neid‹, ›Hohn‹, ›Spott‹. Souverän verwandelt er die ganze Niedertracht in fräsende Jello-Biafra-Härte, am Vorabend des Dead-Kennedys-Albums ›Fresh Fruit for rotting vegetables‹. Das passt. ›Einfach so‹, der zweite Song – wieder uptempo, wieder hart und gemein -, beschreibt Gewaltakte, die scheinbar motivationslos begangen worden sind. ›Einfach so‹ schiebt Distelmeyer als Pointe nach, leicht zeitversetzt, während sich Benny Zeil am Schlagzeug in Reduktion übt und stumpf auf seine Blechtrommel eindrischt. Das ist die hohe Kunst des Songwritings.«

Ergänzende Vorschläge für den Spextrakt nehmen wir über das Kontaktformular entgegen.