Egomanie und Quasi-Intellektualität

»Todesmelodien«! »Größenwahn«! Wortgewaltige Titel, die Andreas Dorau, spätestens seit Mitte der Neunziger einer der wichtigsten deutschsprachigen Künstler im Referenzrahmen der Spex-Geschichte, im Juni mit seinem neuen Album transportiert. Den ersten Song von der Platte kann man nun im Stream hören.

Das neunte Studioalbum ist die erste konkrete Wasserstandsmeldung Doraus seit seinem letzten Album »Ich bin der eine von uns beiden« (2005), es folgten der Compilation-Beitrag »Aiii Shot the DJ« zum Scooter-Tribute »Hands on Scooter« (2009) und die jüngste Kooperation mit der Giessener Performancegruppe Showcase Beat le Mot: (siehe auch Spex #330 bzw. Spex-CD #94).

Ein erstes Stück gibt schon jetzt im Januar einen Ausblick auf das Album: Den oppulent mit Cembalo, Klavier, Xylophon und Blechbläsern instrumentierten Song »Größenwahn« kann man vorab im Stream hören. Von beschwingten »Nananaaa«- und »Lalalaaa«-Chören begleitet singt Dorau in seiner einzigartigen Stimme von gigantischer Egomanie und Quasi-Intellektualität, von langen Monologen und einer abschließenden Tracht Prügel – von Größenwahn eben, aber in äußerst unterhaltsamer Art und Weise.

Das Cover-Artwork des Stücks ist dabei offensichtlich ein Rückgriff auf »Blumen und Narzissen« von Die Doraus und die Marinas aus dem Jahr 1981: Andreas Dorau begeht in diesem Jahr sein dreißigjähriges Jubiläum, Anfang der Achtziger erschien seine erste Single »Der lachende Papst« auf Alfred Hilsbergs Label ZickZack. Ein Vergleich:

»Todesmelodien« erscheint am 03. Juni auf dem Label Staatsakt, weitere Informationen zur ersten Single und einer Tour sollen in Bälde folgen.

 


STREAM: Andreas Dorau – Größenwahn


VIDEO: Die Doraus & die Marinas – Tulpen und Narzissen

Foto: © Andreas Dorau / Staatsakt

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