Der Gipfel der Integration – Migration in den Zeiten der Gegenwart

SchorschTasseAls »Türke Ali« bzw.  Levent Sigirlioğlu war der Kölner Journalist Günter Wallraff »Ganz unten«: Am sozialen Marginal zeigte er Mitte der achtziger Jahre die Rassismen im deutschen Alltag auf, schlug der Nation die Exklusion von Gastarbeitern und  aus der Gesellschaft um die Ohren und zeigte einmal mehr, welche herausragende Rolle er im deutschen Journalismus darstellte. 22 Jahre später ist der Name Wallraff zwar fest verknüpft mit dem kritischen Umgang mit deutscher Migrationspolitik, die Marginalisierung ausländischer Mitbürger ist aber auch heute noch an der Tagesordnung. Und so werden am Wochenende Imran Ayata, Kadriye Cigir und Neco Celik gemeinsam mit Wallraff den Status Quo deutscher Ausländerpolitik diskutieren: Anhand von Erfahrungen der nächsten Generation nach »Ali« nehmen sie am von Schorsch Kamerun sowie Andreas Fanizadeh initiierten und kuratierten »Gipfel der Integration« in der Berliner Volksbühne teil.

Ein »streng genommenes Einbürgerungswochenende«, oder eine Collage verschiedenster Stimmen aus Kultur und Gesellschaftskritik, drei Wochen vor Heiligendamm, das darf durchaus auch als Botschaft an die Kanzlerin verstanden werden. So ist es auch kaum verwunderlich, dass das über zwei Tage verteilte Programm nicht nur ambitioniert ist, sondern tatsächlich informativ und unterhaltsam besetzt ist. Neben genannter Gesprächsrunde wird in verschiedensten Medienformaten Migration thematisiert: Ob Jürgen Kuttners Auseinandersetzung mit der DDR-Videoästhetik, Transit Migration mit einer Reflektion medialer Rezeption der Einwandererströme in die »Festung Europa« oder Brigitta Kuster und ihrem Portrait des Genres Dokumentarfilm und dessen Wahrnehmung der Grenzen Europas. Um ins Multi-Kulti-Klischees zu verfallen: Für jeden was dabei.

Begleitet wird der »Gipfel der Integration« von furiosem Punk aus Hamburg (Kommando Sonne-nmilch), furiosem Protest-Gesang aus Wien (Gustav) und furiosem Rap aus Berlin (K.I.Z.). Daneben wird Schorsch Kamerun nicht nur »westliche Protestsongs interpretieren«, sondern auch seine Revue »Der kleine Muck ganz unten« aufführen. Das gesamte Programm im Überblick.

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