Death Cab For Cutie Transatlanticism

»So this is the new year«, so weit ist es noch nicht, aber faktisch schon! Jeder weiß, dass im Herbst die Weichen für das nächste Jahr gestellt werden, Entscheidungen fallen an, schmerzhafte und schöne. Wie jetzt, wie jetzt auf Track 2, ich kenne ihn nicht, das stimmt nicht, ich kenne ihn JETZT, gerade jetzt das erste Mal, und ich bin müde, muss schlafen, aber dieser Song lässt mich nicht los, so schön, wie ich es erhofft habe, aber nicht glaubte, nach The Postal Service, nach diesem Sommeralbum, und plötzlich ist diese junge Stimme von Ben Gibbard auch für den Herbst da, mit ähnlicher Instrumentierung, mit mehr Betonung auf Gitarren, und doch ist Elektronik drin (ich schrieb eigentlich »Eklektronik«, ha!), im Groove, in der Sorgfalt, und ganz ergriffen muss ich dranbleiben, weil der Sänger dranbleibt – »cause it's so important!« Das singt er gerade, NEIN, das sang er gerade, und nun ein atemberaubendes Interlude, so Understatement, bis die Stimme wieder da ist, und warum konnte ich mir eine Steigerung von Postal Service nicht vorstellen? Weil die Zukunft im besten Fall mehr zu bieten hat als die Vorstellung. Sie ist hier. Sie ist da jetzt, der Track ist Track vier, kapiert?! Die Musik ist unmittelbarer, und dieser Song geht in die verzerrte Runde, in die hymnische Ecke, er macht sich frisch, er macht dich frisch, dies ist ein Sing, ein Song, der nicht Leben rettet, aber bilde dir das ein, bitte! So gut ist er. Besser sogar – und der Break jetzt, dann klingt ein Akkord zu Ende, das ist super! »I've got a hunger«. Ich auch, auch wenn ich satt bin. »She is beautiful, but she don't mean a thing to me«, das hat lange gedauert, niederzuschreiben, wie es manchmal auch lange dauert, zuzuhören, NEIN, der Refrain, das ist TOTAL, einfach total. Der nächste Vers lässt das Morgen vergessen. JETZT Piano, in jedem Ton, wichtig, ganz nebenbei wichtig, ganz nebenbei zart, und ein Leben, mit vielen Songs dazwischen, ist gewesen, um dieses Piano in die Melancholie zu zwingen. Der Song ist Song 8, der Song ist Song 8 von 8 unfassbar schönen! NEUN beginnt mit Drums, mit Gitarre, mit Melodie und Schönheit (immer wieder), mit Text, mit Glück. Das reicht doch, oder? Der Refrain, der zweite Refrain, die erhobene Melodie, etwas ist »falling in love again«, ganz kurz nur, dann ist der Song vorbei, das Gefühl nicht. Ich höre ein Anliegen, ich höre eine gute Zeit – ich höre eigentlich eher VERANTWORTUNG. Wir sind bei Song 10 der unschwachen Songs angelangt. Was jetzt kommt, mag ich mir nicht vorstellen. Es ist eine Akustik-…Ballade? »Please don't worry, lover«. Glück ist durch diese Songs beschreibbar, sie tun es und das konnte niemand erwarten, das ist vielleicht ein Merkmal von Glück, dass es niemand erwartet, wenn es passiert.

LABEL: Grand Hotel van Cleef

VERTRIEB: Indigo

VÖ: 30.11.1999

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here