„Das Theater der Ruhrtriennale“ – ein Buch blickt zurück auf 16 Festival-Jahre

Monophonie / Foto: Betty Frreeman Lebrecht Music

Seit 2002 gibt es die Ruhrtriennale, seit 2002 geht es kulturell aufwärts in Deutschlands größtem Menschenhaufen Ruhrgebiet. Im Buch Das Theater der Ruhrtriennale blicken verschiedene Akteure zurück auf 16 Jahre als wohl einflussreichstes Kulturfestival der Region.

Das Ruhrgebiet mag mit fünf Millionen Einwohnern auf ca. 4400 Quadratkilometern der größte Ballungsraum Deutschlands sein – beim kulturellen Angebot sah es für diese fünf Millionen allerdings lange düster aus. Doch dank ein paar gesellschaftlicher Krisen, die einen Teil der Bevölkerung in Arbeitslosigkeit und Armut drängten, hatte man in den Neunzigerjahren die Ambitionen, ein paar alten Industrieruinen neue kulturelle Relevanz zu verleihen, indem man sie zu Museen, Theatern und Ausstellungsräumen umfunktionierte. Schmetterlingsgleich entfaltete sich in der grauen Gegend das kulturelle Leben, das spätestens seit der Ernennung des Ruhrgebiets zur europäischen Kulturhauptstadt 2010 auch von außen erkannt wird. Nicht wegzudenken auf diesem Weg: Die Ruhrtriennale.

Das jährliche Kulturfestival um die Jahrhunderthalle Bochum wurde 2002 ins Leben gerufen. Das Konzept: Intendanten sollen das Festival prägen, aber auch nur drei Jahre im Amt bleiben. Das bald erscheinende Buch Das Theater der Ruhrtriennale. Die ersten sechzehn Jahre, herausgegeben von Guido Hiß, Monika Woitas, Sarah Heppekausen und Robin Junicke zieht ein Resümee zur Zeit von 2002 bis 2018. Es soll um die Frage gehen, wie die Triennale sich zu dem renommierten Festival entwickelt hat, das es heute ist, wobei auch Fragen nach der Verbindung zur lokalen Kultur im Vordergrund stehen. Der Tenor: Die Ruhrtriennale hat einen wichtigen Beitrag zu einem neuen Selbstbewusstsein –„nicht im Sinne der Beschwörung eines Mythos Ruhr, sondern im Sinne einer kulturellen Vitalisierung der historischen Orte“, wie die Pressemittelung betont – geleistet. Zu einer Zeit, an einem Ort, wo genau das schwer und nötig war.

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