Das Gewissen der Gesellschaft: Ralph Giordano ist gestorben

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Schriftsteller und Journalist Ralph Giordano galt als öffentliches Gewissen der Gesellschaft. Gestern Nacht ist einer der einflussreichsten Intellektuellen der Bundesrepublik im Alter von 91 Jahren gestorben.

Der in Hamburg geborene Sohn eines Pianisten und einer jüdischen Klavierlehrerin nutzte nicht zuletzt seit seiner autobiografischen Familiensaga Die Bertinis aus dem Jahr 1982 Texte immer wieder, um auf soziale Missstände hinzuweisen. Die Geschichte um eine jüdische Familie im Nationalsozialismus, an der Giordano über 40 Jahre gearbeitet hatte, war für das ZDF verfilmt worden.

Ralph Giordano wurde unter anderem mit dem Großen Bundestverdienstkreuz sowie zuletzt mit dem Arthur-Koestler-Preis der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben für sein Lebenswerk und seine Einstellung zum Thema Selbstbestimmung ausgezeichnet. Wie Helge Malchow von Giordanos Verlag Kiepenheuer und Witsch mitteilte, hatte sich der 91-Jährige von einem Sturz, der einen Oberschenkelhalsbruch nach sich zog, nicht mehr erholt. Er verstarb in der vergangenen Nacht in einer Kölner Klinik.

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