Das Ende ist nah – SPEX wird eingestellt

Heute leider schlechte Nachrichten in eigener Sache: Nach 38 Jahren und 384 Ausgaben wird SPEX zum Jahresende eingestellt. Lesen Sie hierzu das Editorial aus der kommenden – nunmehr vorletzten – SPEX-Ausgabe von Chefredakteur Daniel Gerhardt.

Jens Friebe hat leider recht, liebe Leser_innen. „Vermutlich ist es heute schwieriger, über Pop zu schreiben, als selbst Pop zu machen“, sagt er im Interview in der neuen SPEX-Ausgabe. Was er und sein Gesprächspartner Maximilian Sippenauer zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Besagte Ausgabe ist zugleich die vorletzte von SPEX. Nach 38 Jahren und 384 Heften wird das Magazin zum Ende des Jahres eingestellt. Am 27. Dezember erscheinen noch einmal 116 Seiten über den Pop, der unser Leben prägt, die Gesellschaft, die es uns vermiesen will und mögliche Wege, die aus diesem Dilemma herausführen könnten. Danach ist Schluss.

Wenn Sie die jüngeren – und teilweise auch gar nicht mehr so jungen – Entwicklungen im internationalen Zeitschriftenwesen verfolgt haben, kennen Sie die Gründe für die Einstellung von SPEX bereits. Der Anzeigenmarkt befindet sich seit Jahren im Sinkflug. Immer mehr Unternehmen ziehen sich vollständig aus dem Printgeschäft zurück und investieren ihre Marketinggelder stattdessen vermehrt in Social-Media-Werbung – ein Trend, der sich 2018 nochmals verschärft hat.

Verändert hat sich aber nicht nur das Geschäftliche, sondern auch das Medienverhalten des popinteressierten Publikums. Jahrzehntelang kümmerte sich der Pop-Journalismus nicht zuletzt darum, seinen Leser_innen einen Überblick über eine kaum zu fassende Menge an neuen Alben, Büchern, Filmen, Serien und Ausstellungen zu verschaffen. Heute sind beinahe alle Platten der Welt für beinahe alle Menschen gleichzeitig verfügbar. Die sogenannte Gatekeeperfunktion von Pop-Journalist_innen hat sich weitgehend erledigt.

Zumindest letztere Entwicklung haben wir bei SPEX durchaus begrüßt. Die Rolle der allwissenden Kritiker_in, die von ihrem hohen Ross herab über Bands, deren Alben und sonstige Kulturschaffende urteilt, kam uns schon altbacken und elitär vor, als sich die Redaktionen von Pop-Magazinen noch mit einem tatsächlichen Informationsvorsprung vor ihrem Publikum brüsten konnten. SPEX sollte kein Heft der Vogelperspektive sein, sondern aus der Mitte des Geschehens berichten. Die große Zahl unserer Autor_innen, die auch künstlerisch tätig ist, war alles andere als ein Zufall.

Statt sich in eine Empfehl-O-Mat-Funktion zu ergeben, die gar nicht mehr gefragt ist, haben wir uns als Magazin begriffen, das seine Geschichten dort sucht, wo Pop und Gesellschaft am heftigsten aufeinanderprallen. So kamen ein Schwerpunkt über wütende Bürger_innen und ratlose Popschaffende zustande, eine Ausgabe zur heutigen Bedeutung von Antihaltungen und ein Jahresrückblicksheft, das schon 2015 bekannte: „Ein Scheißjahr geht zu Ende.“ Der Slogan hätte natürlich auch 2016, 2017 und 2018 gepasst.

Es ist nicht zuletzt dieser Umstand, der das Ende von SPEX für uns, die letzte Redaktion des Magazins, so traurig macht. Alles können wir nicht richtig gemacht haben, sonst gäbe es jetzt nicht dieses Editorial zu schreiben. Gegen langsam, aber doch stetig sinkende Verkaufs- und Abonnementzahlen haben wir ebenso wenig ein Mittel gefunden wie gegen die zunehmend prekäre Marktlage.

Und trotzdem: Ein Heft wie SPEX wäre heute wichtiger denn je für die deutsche Medienlandschaft, davon sind wir überzeugt. Weil jemand die Stimmen aufzeigen und stärken muss, die für übersehene und unterdrückte, versponnene, abseitige und revolutionäre Positionen im Pop stehen – oder sich, ganz aktuell, gegen einen in Deutschland aufblühenden neuen rechten Mainstream in Stellung bringen. Weil wir uns selbst als eine dieser Stimmen verstanden haben. Und weil es eben doch noch ein paar Platten, Filme und Bücher zu entdecken gibt, von denen Ihnen kein Algorithmus der Welt erzählen wird.

Das ganz große Fass wollen wir an dieser Stelle noch nicht aufmachen, die wirklich warmen Worte erst in der letzten Ausgabe von SPEX verlieren. Dennoch danken wir Ihnen schon jetzt und von ganzem Herzen für Jahre – und in vielen Fällen sogar Jahrzehnte – der treuen Leser_innenschaft. Und hoffen, dass sich vielleicht jemand anderes finden wird, der unsere Vorstellungen von Pop und Gesellschaft teilt, fortführt und um neue Ideen erweitert. Schließlich bedeutet Pop-Journalismus immer auch, Dinge wider besseres Wissen zu tun.

Dieser Text ist das Editorial aus SPEX No. 383. Die vorletzte Ausgabe von SPEX ist ab kommenden Donnerstag, dem 18.10., auf spex.de/shop erhältlich. Am Kiosk erscheint das Heft am 25.10.

130 KOMMENTARE

  1. Als Abonnent fast der ersten Stunde trifft mich die Nachricht, dass Spex eingestellt wird, wie ein Hammerschlag!
    Ein riesiger Verlust!
    Könntet Ihr nicht auch – wie es die ebenfalls jetzt eingestellte groove handhabt -, ein zu bezahlende Online-Magazin weiter führen?

  2. das ist mehr als bitter! ich nehme an, ihr habt alle denkbaren möglichkeiten des weiterbestehens schon ausgelotet. anteilscheine für die leser etc. ? wenn es eine zeitschrift gibt, die es wert ist, nicht unterzugehen, dann die spex. schade schade schade—-

  3. … ojeoje. Das ist echt schade. Hab am wochenende die letzte ausgabe zu ende gelesen und mich schon auf das neue heft gefreut. Ein teil meines lebens geht dahin … alles gute euch allen, es hat mich immer sehr gefreut. (von 1990-94 und seit 2009 wieder). Euer thomas rainer aus wien

  4. Ich bin zutiefst betroffen. ich habe euch schon länger gelesen (und abonniert), und gerade die letzten hefte fand ich, vor allem im vergleich zum musikexpress, super. auf einem hohen niveau (illouz-bezüge!!), richtig interessante beiträge zu interpreten, die tiefer gehen als der langweilige zigste tourbericht, wie die konkurrenz ihn fabriziert. ich werde euch schmerzlich vermissen und bin nun musikzeitschrift-los. :(

  5. Ach schade. Mehr als Eure Hefte zu kaufen fiel mir leider auch nicht ein… Danke für viele Jahre der Begleitung, Einordnung und Inspiration.

  6. Schade, wirklich schade. Aber es wird und wurde als Konsument immer schwieriger die wirklich interessanten Hefte zu kaufen. Selbst große Bahnhofsläden hatten wenn überhaupt noch eine oder zwei Ausgaben. Frei nach Moritz Bleibtreu, wenn ich könnte würde ich das scheiss Internet abschaffen. Danke für alles.

  7. Gut so! Endlich!

    Eure bisweilen absurd schlechte Auswahl an Musik, hat es nicht anders verdient.

    Und wenn ihr eines schon seit vielen Jahren gerade nicht geschafft habt, dann das: „SPEX sollte kein Heft der Vogelperspektive sein, sondern aus der Mitte des Geschehens berichten.“

    Euer Müllblatt hat sich nicht zuletzt selbst abgeschafft und es ist nicht einmal schade darum.

  8. Vielen Dank für die vielen Jahre Überblick, Kommentare und Verortungen. Ihr werdet eine schlimme Lücke hinterlassen. Hoffentlich sehen wir uns wieder.

  9. Bin sehr betrübt, als Leser der ersten Stunde. Ein Heft mit Haltung und ganz eigenen Positionen verlässt die Bühne.

  10. WIE WÄRE ES MIT EINEM SPENDENAUFRUF ZUR RETTUNG??? SCHON MAL DRAN GEDACHT DASS DA DRAUSSEN EXTREM VIELE LEUTE EUCH DANN RETTEN WÜRDEN? Meine Prognose: Macht ein Crowd Funding und ihr seid in einem Monat save für die nächsten drei Jahre. Oder WOLLT ihr einfach nicht mehr??? iHR DÜRFT NICHT AUFGEBEN! WIR WERDEN HELFEN!!!!

  11. Vielleicht findet sich ja doch noch ein neuer Verlag,warum nicht auch als eine
    Art Fusion mit der Groove,wie früher bei
    der Sounds und Musikexpress.
    Würde mich wirklich immens freuen,wenn
    es doch noch irgendwie weitergehen würde.

  12. Erstaunlich unkritisch dieser Rückblick. Spex war auch ein Instrument der bund desrepublikanischen Geschlechter-Apartheid. Frauen gehörten hier ins zweite oder dritte Glied, ob als Schreibende oder Beschriebene, alle Ehre galt dem Mann der gloriosen Popkultur und seiner mystischen Sprache. Ein #metoo Rückblick wäre noch fällig, bevor es in die Kiste geht.

  13. Ich habe diese Zeitschrift eher selten verstanden (Vor allem zu Diedrichsens Zeiten), aber ich hatte immer das Gefühl, es sei sehr wichtig, sie zu verstehen.

  14. Ich werde die Groove und die SPEX vermissen. Das sind sehr, sehr traurige News dieser Tage. Und ich hatte das Heft noch immer im Abo

  15. Ich war zwar selbst kein regelmäßiger Leser von SPEX, aber wenn ich das Heft hin und wieder in der Hand hatte, wusste ich: diese Zeitschrift hat ihre Berechtigung als feste Größe im Magazinmarkt. Schade, zu hören, dass nun Schluss ist. Vielleicht gelingt euch ja aber ein ähnliches Comeback wie GALORE vor ein paar Jahren – dort wurde das gedruckte Heft ja auch eingestellt, mit viel Engagement der Redakteure im Anschluss eine Onlineausgabe aufgezogen, die dann schließlich wieder zu einer regelmäßigen Printausgabe geführt hat. Ihr könnt das auch schaffen!

  16. Seit 1996 begleitet mich die SPEX nun schon kontinuierlich. Obwohl ich die Kölner Redaktion immer etwas vermisst habe war es für mich undenkbar mal eine Ausgabe nicht zu erwerben. Ihr habt mir immer neue Perspektiven jenseits des Mainstreams (nicht nur musikalisch) eröffnet. Gerade die eindeutige politische Positionierung war für mich immer sehr wichtig und einzigartig in ihrer Konsequenz.Ich werde euch vermissen.

  17. Ich hatte ein Abo seit den frühen 80er-Jahren. Und muss zugeben: Ich hab’s vor ein paar Jahren beendet – was u.a. an der manchmal unregelmäßigen Erscheinungsweise lag. Am Kiosk hab ich mir Spex aber trotzdem immer wieder gekauft.

    Abgesehen vom Abschiedsschmerz stellt sich natürlich die Frage: Was wird z.B. mit der Website? Werden die Spex-Artikel im Netz erhalten bleiben oder wird die Seite gelöscht?

  18. Seit August 1988 habe ich jede einzelne Ausgabe der SPEX gelesen, und die zahlreichen Autoren-/innen, deren Texte, die Interviews, die Kritiken und seit 18 Jahren auch die Heft CDs haben mein Leben nachhaltig bereichert und meinen Geschmack geprägt wie keine andere Publikation.

    Dafür danke ich allen Beteligten.

    In diesem Sinne: Alles hat ein Ende.

  19. nein, nicht wirklich?! Als Abonnement ununterbrochen seit Heft April `83 (gerade rausgekramt: Fun Boy 3) werde ich doch wohl ein MITSPRACHERECHT haben !!?

  20. Das habe ich befürchtet. Sounds, Frontpage, de:bug und jetzt Spex. Alles was nicht simpel ist wird in dieser Sparte untergehen. Hoffentlich wird die Website weiter betrieben. EIN JAMMER.

  21. Oh nein. Abo seit 1989 fast durchgehend und jetzt das. Die anderen Kommentare haben eh schon alles gesagt, aber wo soll ich jetzt interessante neue Musik her kriegen, daran denkt wieder keiner!
    Danke für alles, ich kann und will mir gar nicht vorstellen wie mein Leben ohne Spex verlaufen wäre.

  22. Kanns kaum fassen.
    spex begleitet mich seit ich 14 war (erstes Heft März 1989) durch mein Leben und hat mir vor allem in den frühen jahren popkulturell (zusammen mit der legendären österreichischen radiosendung) „musicbox“) scheunentore zu unbekannten Welten aufgestossen und mich verzaubert und total beeindruckt und für ein leben geprägt. geistig, ästhtetisch, coolness, haltung. und und und.
    und jetzt das.
    weil der anzeigenmarkt im sinkflug ist.
    versteh ich schon. die wirtschaftlichen zwänge halt. aber trotzdem.
    gehts noch?
    wegen so einem scheiss.
    Wenn sich eine crowd zum funden bildet, ich bin dabei.
    Wenn nicht:
    Danke für all die Jahre!
    Für mich wart ihr die Coolsten.

  23. Das ist ein wirklich grosser Verlust für mich! Danke für all die guten niveauvollen Jahre der Inspiration und Reflektion.
    Macht’s gut!!!

  24. Nie habe ich ein Abo gehabt, nie einen Leserbrief geschrieben … aber jetzt: im April 1983 habe ich meine 1. Spex gekauft und lese sie nun seit 35 Jahren monatlich ( fast ohne Ausnahme ). Durch seine Beiträge und Positionen hat Spex mein Denken und wohl auch mein Handeln maßgeblich beeinflusst. Es klingt schon sehr pathetisch, aber ich schreibe es trotzdem: Ohne Spex wäre ich nicht der, der ich jetzt bin. Stehe nun sehr traurig an eurem Grab und hoffe irgendwie auf eine Auferstehung … danke Spex

  25. Gab es keine Überlegungen hinsichtlich Crowd-Funding? Eine breite Leserbasis die bereit wäre monatlich zu spenden ist doch sicher vorhanden, oder? :(

  26. Liebe Spex-Redaktion, werde euer Magazin vermissen, habe euch seit dem 2. Heft die Treue gehalten. Wer empfiehlt mir neue Musik, die ich sonst nicht entdecken würde? Danke für viele tolle Berichte und noch mehr Tipps!

  27. Naja – Nach dem Ende von „SOUNDS“ 1983 entdeckte ich Spex –
    Das Abo brauche ich nicht mehr kündigen – Ihr kündigt mir ;-))
    Eigentlich ist man mit 56 noch nicht zu alt für „KRACH“
    Schade aber Toll
    Aber ….. im letzten Jahr hatte ich bereits kleine Probleme beim Lesen – ich denke es lag an meinem Alter
    Vielen Dank für den geistigen Treibstoff

  28. Als Künstlerin und bisher einzige Frau, wie ich sehe, habe ich Spex nicht immer toll gefunden, meistens war es mir in den 90er Jahren zu schnöselig und männerlastig, aber vor allem in den letzten Jahren ist Spex für mich sehr wichtig geworden. Was macht frau jetzt als Frau die sich gerne intelligent über Musik und Pop, auch über Platten informiert, austauscht und gute Artikel lesen möchte? Ich finde wir brauchen Magazine wie Spex. Ich bin seit langem Abonnentin und das Magazin wird mir sehr fehlen. Ähnlich wie mir Face fehlt bis heute. Aber natürlich würde ich Spex auch als Internet Magazin abonnieren, falls es das dann so geben sollte.

  29. Sehr schade, ich bin seit der Nummer mit Joe Strummer auf dem Titel vom Sommer 1981 dabei und habe mich trotz Höhen und Tiefen jedesmal auf das nächste Heft gefreut. Ich werde die SPEX vermissen.

  30. Oh nein, bitte das nicht! Das könnt Ihr nicht machen! All die tolle unbekannte Musik, die ich seit 1990 mit spex entdeckt habe, die Filme, Bücher, die Kunst. Vieles, was mich geprägt und begleitet hat. Jetzt fehlen mir Schlüssel und einige Türen werden verschlossen bleiben. Kommt zurück!

  31. oh nein! zum ersten mal fühle ich mich alt… danke für gute 20 gemeinsame jahre!! bleibt ihr uns wenigstens irgendwie online erhalten??

  32. ich habe euch schon seit 88 nicht mehr gelesen, weil:

    alle Musik, die ich hörte, wurde mit Spex in Verbindung gebracht, als bräuchte man bloß Spex lesen, um was zu „entdecken“, dann entdeckt man es ja nicht selbst

    und auf Pop ließ ich mich nicht einschränken, spex traute sich zu wenig

    meine Erfahrung mit Journalisten war, dass Kritik sowieso nicht ankommt, abstrakte Zielgruppen wichtiger sind

    Tarzan wurde zur Massenlektüre als Antwort auf die Maschinisierung der Gesellschaft Anfang des 20. Jh. … man floh in Lektüre anstatt sich nicht dermaßen regieren zu lassen, das sah ich auch bei Spexlesern … living in a pop fantasy … mehr Tarzane wäre besser

  33. So verschwindet wieder ein Stück der eigenen Jugend…die erste Ausgabe habe ich irgendwann Mitte der 80er gekauft. Yello war auf dem Titel. Seitdem kaum eine Ausgabe versäumt. Rechnen musste man ja schon seit längerem mit dem Ende. All die oftmals wunderbar gestalteten Seiten ganz ohne Werbung – was dem ArtDirector Freude macht, entzückt weder Anzeigenleitung, noch Geschäftsführung. An all die, die über Jahre ihre Spuren in der SPEX hinterlassen haben: ihr habt Spuren bei mir hinterlassen. Dafür meinen Dank.

  34. Oh das ist jetzt aber scheiße, echt große scheiße, eine musikleere sondergleichen, als ewigabonent tut das sehr weh, au au au schade! was hab ich mich oft geärgert beim lesen aber immer wieder gefreut wenn die neue nummer endlich wieder da war. ja dann vielen Dank, alles gute und viel glück. wow!!!!

  35. Für mich war die Spex auch immer ein bisschen wie ein Zuhause. Selbst als alter Sack noch hab‘ ich mich auf die neuen Ausgaben gefreut wie ein Teenager. Auch wegen der Spex habe ich zigtausende D-Mark/Euro in grossartige Musik, Konzerte, Filme und Bücher gesteckt (Ich bereue nix). Euer Journalismus hat mich oft zum Nachdenken angeregt. Das die Spex sich so lange behaupten konnte – Respekt! Ich werde euch vermissen.
    Adieu

  36. Tsja. Es kommt mir gerade wie gestern vor, daß ich 1980 nach dem Ableben der ‚Sounds’ nicht in ein Loch fiel, sondern von Euch übelst geil & gefährlich aufgefangen wurde. Ich war 15 und mein Leben hatte wieder einen Sinn. Ihr wart mir lange ein Leuchtturm und ein stets bornierter Freund, der aber immer jünger wurde und den ich am Ende leider nicht mehr (er)kannte. Ich habe Euch geliebt & gehasst. Habe mit meiner Tochter die Heft-CD‘s beim Autofahren gehört und wenn wir sie doof fanden, landeten sie einfach im nächsten gelben Briefkasten. Das war leider immer öfter der Fall. Mein Abo hatte ich vor 3 Jahren gekündigt nach einem Telefonat mit der Redaktion, wo ich gebeten hatte, mir statt des albernen ‚Abonennten-Titelblatts‘ einfach das echte Ding zu schicken. Ich wurde von einem Jungspund kühl abgebügelt. Das war‘s dann gewesen. Ihr hattet es geschafft – Ihr wart mir egal geworden. Für das grauenhafte, seit 15 Jahren anhaltende 80ies-Keyboard-Revival konntet Ihr ja auch nix. Aber den Tod – den hätte ich Euch dann doch nicht gewünscht. These days Pitchfork & Tiny Desks save my life. R.I.P.

  37. Als mein Mann mir gestern Abend sagte, es gibt noch eine andere schlechte Nachricht: „Die Spex wird eingestellt.“, habe ich erst einmal geweint. Es war als hätte er mir den Tod eines Freundes mitgeteilt. Dieser Freund ist aber nicht im Außen, sondern ein Teil meiner selbst, der seit vielen Jahren von der Berichterstattung der Spex genährt wird. In den Achtzigern hatte ich in meiner Heimat in einem selbstverwalteten Jugendzentrum eine Menge Spex lesende Freunde, die mir Musikwelten eröffneten und mich damit glücklich machten. Wie so üblich wurde unser Freundeskreis durch die Arbeitswelt gesprengt, jeder zog woanders hin. Zunächst war ich durch liebevoll zusammensgestellte Cassetten gut versorgt. Später ging ich dazu über, die Spex selbst zu lesen, verstand jedoch oftmals etwa zehn Prozent. Diese zehn Prozent erfüllten mich mit Glück und Freude am Dasein und Sosein. Die Spex war (und ist) mein seidener Faden zur damaligen Welt, durch den ich nie den Kontakt zur mich lebendig machenden Musik verlor. Puch-Festival, Get Well Soon, Rufus Wainwright, … . All diese Informationen hätte ich sonst nie bezogen und viele euphorisch gestimmte Stunden meines Lebens nie gelebt. Früher war der Gang zum Bahnhof in meiner kleinen Provinzstadt, wo ich die Spex zu kaufen pflegte, eines meiner monatlichen Highlights. Als Abonentin empfing ich die Spex wie die Postkarte eines Freundes. Viele Sätze der unterschiedlichsten Artikel begleiteten mich tagelang, teils weil sie so schön klangen, teils weil sie inhaltlich bewegten. Ich bin unendlich traurig, denn es fühlt sich tatsächlich an als ob ein Teil meines eigenen Ichs stirbt. Es tut mir so leid auch für euch alle, die ihr die Interviews geführt und die Artikel verfasst habt. Ich kann allen Spex-Autorinnen der heutigen und der vergangenen über 20 Jahre nur sagen, dass ich euch von ganzem Herzen danke für eure wertvolle Arbeit. Ich wünsche euch alles alles Gute und hoffe, dass wir alle einen Weg finden ohne die Spex zu leben. Ich weine nun weiter… .

  38. Mannomann, noch mehr innere Heimatlosigkeit. Der Spex hab ich soviel zu verdanken, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Und: die erwähnte gatekeeper funktion der spex halte ich für nach wie vor für relevant. Sowohl politisch auch auch kulturell immer wieder Orientierung gebend. Auch ich wünsche mir eine Fortführung, vielleicht ähnlich der TAZ als genossenschaftlich gegründet. Die Hoffnung möchte ich noch nicht aufgeben.

  39. Was für eine betrübliche Nachricht! Als Spex-Leserin der ersten Stunde war mir diese Zeitschrift viele Jahre das liebste und wichtigste, um damals das zu leben, was man heute Pop-Kultur nennt. Times they are changing. Meine Kinder hören heute lieber Spotify, statt Magazine zu lesen. So ist es wohl. Aber es wird nicht so bleiben. Times are changing. Danke für viele Jahre guten Journalismus.

  40. Das tut weh. Eine wichtige Stimme – hoffentlich kann es online in einem adäquaten Modell weitergehen. Denn, ihr habt recht:

    „Ein Heft wie SPEX wäre heute wichtiger denn je für die deutsche Medienlandschaft, davon sind wir überzeugt. Weil jemand die Stimmen aufzeigen und stärken muss, die für übersehene und unterdrückte, versponnene, abseitige und revolutionäre Positionen im Pop stehen – oder sich, ganz aktuell, gegen einen in Deutschland aufblühenden neuen rechten Mainstream in Stellung bringen. Weil wir uns selbst als eine dieser Stimmen verstanden haben. Und weil es eben doch noch ein paar Platten, Filme und Bücher zu entdecken gibt, von denen Ihnen kein Algorithmus der Welt erzählen wird.“

  41. Als vielleicht einer der treuesten Leser (habe alle Hefte ab Ausgabe Nr. 5) fällt mir der Abschied besonders schwer. Danke für alles!

  42. „oder sich, ganz aktuell, gegen einen in Deutschland aufblühenden neuen rechten Mainstream in Stellung bringen.“

    Schuster bleib bei deinen Leisten!

    So langsam nervt es wenn Musik für linkes Gedankengut instrumentalisiert wird.

    • Ich erinnere mich, dass ein Autor der ersten Generation (ich glaube, es war Andreas Banaski) mal auf die Frage seines Interviewpartners für was für eine Art von Magazin er denn schreiben würde, geantwortet hat, dass er für ein marxistisch-leninistisches Magazin schreiben würde. Und ich erinnere mich auch noch daran, dass man sich in den Anfangstagen der SPEX und den Endtagen von Sounds gerne gegenseitig mangelnde Radikalität vorwarf. Also was ist dein fucking Problem, Schwachkopf? Dass die SPEX zu links ist? Das Gegenteil ist eher zutreffend: leider ist spätestens mit der Übernahme durch Lachner eine frühere Radikalität mal mehr, mal weniger verloren gegangen.

      Und jetzt hör weiter deine Phil-Collins-Platten (oder was Leute deines Schlages heutzutage so hören) und nerv hier nicht tun.

  43. Schade, der Name Spex als Zeitschrift war mir bislang völlig unbekannt. Hätte ich gewusst, dass es eine solche Zeitschrift gibt hätte ich sie sicher abboniert.

  44. Ihr habt keine Eier.
    BERLIN war ein Fehler.
    Hoffentlich kauft jemand die Rechte am Namen und
    macht im Rheinland weiter.

    PAUL UBAC

  45. Mutter Erde und die Natur selbst sorgen für wohltuende Bereinigung: wer es nicht lassen kann, in seinem Abschieds-Tutorial ins linksextreme Pro-Antifa-Horn zu blasen, der ist wohltuend gerechtfertigt wegrationalisiert. Wer Pop verstehen und leben will, will mit Fachleuten kommunizieren oder von diesen lesen – über Pop – und keine gebetsbuchartigen Links-Parolen vorgekaut kriegen. Politik ist nicht Pop und wenn Ihr Pop können wollt, dann sollte Ihr geflissentlich die Finger davon lassen, Eure Leser unterschwellig gehirnwaschen zu wollen – die können auch selber denken! In diesem Sinne: recht herzlichen Dank, daß es endlich vorbei ist!

    • Sehe ich komplett anders und weiß nicht, wo das Problem sein sollte. Spex war schon immer klar eher links positioniert. Wer das nicht so gesehen hat, hat die Spex eben nicht gelesen. Wie es bei jedem Produkt/Medium oder sonstwas auf der Welt ist. Wieso sollten sie sich anpassen?

  46. Naja, dann hat das _innen auch ein Ende.
    Man muss alles von der hellen Seite des Lebens sehen. („Always look on the bright side of life“)

  47. war nie ein echter Fan der spex, wohl aber von kritischem Kultur/Musikjournalismus und daher bedauere ich das Verschwinden und hoffe, dass ihr unter anderem Namen / auf anderen Wegen weitermacht.
    Good luck!

  48. Macht doch ein tolles Online Magazin, davon gibt es sehr wenige. Dann sind die Kosten unten, die Qualität hoch und jeder von uns würde liebend gern einen Werbeblocker deaktivieren.

  49. „… oder sich, ganz aktuell, gegen einen in Deutschland aufblühenden neuen rechten Mainstream in Stellung bringen.“
    tja, wenn „Haltung zeigen“ und „Meinung machen“ will, dann gehen halt auch die letzten Käufer.

  50. Bis zu diesem Abschnitt hätte man mittrauern können: „[…]oder sich, ganz aktuell, gegen einen in Deutschland aufblühenden neuen rechten Mainstream in Stellung bringen. Weil wir uns selbst als eine dieser Stimmen verstanden haben.[…]“ Man reiht sich also ein in ein linkes Meinungsdiktat, und fühlt sich diesem schon immer zugehörig, und heult dann herum, dass man gehen muss, weil man niemanden mehr bzw. zuweinige findet, die die Meinungen anderer Leute lesen wollen? Das ist in der Tat Realsatire. „Those who are late will be punished by life itself“ – (Gorbatschow).

  51. Das darf nicht wahr sein und doch musste es so kommen…

    Als Teenager Ende 1980 die SPEX am Bahnhofskiosk entdeckt und mitgenommen.
    Seither JEDE Ausgabe gekauft, auch in Zeiten, in denen die Beiträge zum Teil arg elitär wurden.
    Alle Hefte liegen noch in Kartons sortiert auf dem Speicher… 38 Jahre, eine sehr lange Zeit!

    Damals musste man sich neue gute und ausgefallene Musik noch erarbeiten, heute wird man
    förmlich erschlagen. Mit ein paar Mausklicks den gesamten Backkatalog von Bob Dylan oder
    Neil Young runterladen? Kein Problem! Für 10 Euro im Monat Zugriff auf die Musik der (fast)
    ganzen Welt? Auch kein Problem!
    Menschen, die sich intensiver mit den Dingen beschäftigen, weden immer weniger… der reine
    Konsum steht im Vordergrund. Das ist sehr schade aber entwicklungsbedingt nachvollziehbar.

    Au revoir SPEX, ich werde Euch vermissen!

  52. Liebe Redaktion,

    ich wüsche euch alles Gute in der Zukunft. Hoffentlich finden sich für alle MA schnell neue Jobs in den Medien die keine fianzielle Verschlechterung und enorm hohen Mehraufwand an Arbeit bereit halten.

    Zu dem Satz „Alles können wir nicht richtig gemacht haben, sonst gäbe es jetzt nicht dieses Editorial zu schreiben“. Selbst habe ich zehn Jahre bei einem IT-Magazin in Deutschland geschrieben und habe das noch nicht ganz gesunkene Schiff vor längerer Zeit verlassen und dem „schreiben“ den Rücken gekehrt. Inzwischen denke ich, dass, egal wie gut der Content auch ist, der Fach-Printjournalismus einfach zum sterben verdonnert ist. Die junge Käuferschaft kauft einfach keine gedruckten Medien mehr und, wie sie sagten, heute ist alles an Information bereits lange vor Erscheinen des Blattes bekannt und online verfügbar. Ein Umstand der sich nicht mehr ändern wird.

    In diesem Sinne: viel Erfolg in der Zukunft

  53. Schade, aber wie immer gilt die Schuld nicht in der Gesellschaft oder den Unternehmen zu suchen. An einem Punkt haben die Veranwortlichen den Wandel der Zeit verpasst, eigentlich gerade DAS hätte euch nicht passieren dürfen.
    Es ist aber passiert, damit endet eine Ära…

  54. Moin Moin, ich habe früher mal diverse Musik Magazine gelesen, wie POP/Rocky, Melody Maker oder Rolling Stone. SPOX kannte ich auch. Es gab, früher, auch mal Musik-Verkäufer. Wenn ich Langeweile hatte, war ich bei JPC oder bei der guten Karstadt-Verkäuferin oder später, in Frankfurt/M., in der B-Ebene zwischen Fressgaß und Zeil oder in einer Gasse der Zeil. Ich kannte daher dann auch Whitney Houston lange vor anderen, Bob Welch oder auch Lou Reed, gerne auch Jocco Abendroth. Ich wußte, dass „The Sweet“ nicht nur Teenymusik gemacht haben, sondern als Vorgruppe von Aerosmith erfolgreicher waren, als diese, weil die LP´s von Sweet Rockmusik in die Ohren gebracht haben. Wenn ich heute mal lese, eher zufällig, dann fühle ich mich gelangweilt oder ich lese, dass Billy Gibbons ganz üble Musik macht und anderen Müll. Wenn ich Musik Tips haben will, muß ich fast schon bei EMP lesen. Wenn ich heute neue Leute hören will, kenne ich diese nicht und lerne diese auch nicht kennen, weil ich nirgendwo etwas über diese lesen kann. Ich kann auch deren CD´s nicht kaufen, nicht deren Konzerte besuchen. Wenn ich also einen Mark Selby hören will, komme ich bei ……. auf einen Snooker Spieler. Gebe ich eine seiner besten Scheiben ein „Nine Pound Hammer“, komme ich auf eine US Rock Gruppe. Wer jedoch Mark Selby gehört hat, auf Blues bis Rock steht, wird sich nicht nur die Nine Pound Hammer Scheibe gönnen, sondern auch „More stormes comin´“! Aber wer würde das machen, wenn ihn doch niemand kennt!? Verstanden? Für mich seid Ihr experimentell, auf Eurer Webseite und im Heft. Ich will mir Wege sparen, Zeit sparen. Ich will Kritiken lesen und Musik hören und dies nicht über jede Krabbelgruppe aus einer Blubberkuhle in Gosse 1 aus Berlin. Oder Ihr habt genau diese Fans als Zielgruppe vor Augen. Dann scheint es nicht genug von diesen zu geben.

  55. Ich habe nie viel von Spex gelesen, aber beim Lesen der Info(über FireFox) fand ich es schon schade… doch wie auch ihr hier Schreibt, ist es nur eine Frage der Zeit bis 90% aller Zeitschriften verschwinden, da „alles“ immer mehr in Richtung Online-Werbung/Nachrichten und Online-Infos geht. vielleicht ein kleiner Tipp: um SPEX in kleiner Version aufrechtzuerhalten, wäre vielleicht eine WhatsApp Gruppe Interessent. Heißt das aktuelle wichtige Ereignisse dort mit einem Link hinterlegt sind. Vielleicht bleibt SPEX so bei den Veteranen in Erinnerung! ;-)

  56. Ich hoffe es werden noch weitere genderkonforme Schriftstücke verschwinden, die der Leserschaft ein neutrales angenehmes Schriftbild vorenthalten. Ich werde nie verstehen was diese mänlich/weibliche Schreibweise soll. Entsetzlich nervig. Für mich waren und sind Frauen gleichberechtigt und das, weil meine Eltern (Jahrgang 1918 und 1925) mich und meine Geschwister in diesem Sinne erzogen haben. Für mich waren und sind Bürger beidgeschlechtlich, ebenso wie Lehrer, Studenten usw. Hört endlich mit diesem agressionsförderndem und leseunfreundlichem Mist auf.

  57. Also ich hatte bis heute noch nie von Spex gehört. Obwohl ich auch beruflich viel in Sozialen Medien unterwegs bin. Ich bin sicher, mit der geeigneten Marketing-Strategie wäre ein Ende vermeidbar.. täusche mich möglicher Weise, da ich keine Ahnung habe was bisher getan wurde.. Alles Gute

  58. Macht es gut!
    Erst Kid P. und andere im Sounds und später dann Jutta Koether, Mark Terkessidis etc in der Spex waren es immer wert, gelesen und diskutiert zu werden.
    Ich werde euch vermissen.

  59. Mein Abo läuft seit 1990. Besonders gut ist immer die beiliegende CD. Da ist meistens mindestens ein Stück drauf, das einem gefällt. Wo krieg ich sowas ab dem nächsten Jahr her, wenn es Spex nicht mehr gibt?

  60. einfach nur schrecklich, wie sich heutzutage alles und jeder bei google, amazon und facebook versklavt. selbst schuld, jeder einzelne hätte es in der hand, nicht alle daten und informationen dieser welt allein diesen ami-konzernen zu überlassen.

  61. Das ist doch Mist.
    Gibt es wenigstens von D. Diederichsen eine unwillkürlich und aus gegebenem Anlass zusammengestellte Liste von geheimer Musik, die mir in den ersten Monaten über den Verlust hinweghilft ?!!

  62. Wut / Trauer

    In den Anfangsjahren brauchten Eure Gründungsväter und –mütter kein großes Budget, um qualitätvollen Journalismus zu betreiben! War es nicht doch ein Sündenfall, als Clara & Co nicht mehr nur noch von Leberwurstbroten leben wollten und das Heft insbesondere optisch aufpimpten?

    Realität

    Viele Bands, die ich lieb(t)e, habt ihr verschmäht. Aber da musste man durch. Und habe seit Menschengedenken keine Platte des Monats mehr erworben. Trotzdem war es immer weiterbringend, sich durch die rezensierten Platten durchzuhören.

    Will haben!

    Was sollen treue Leser jetzt lesen? Wo finden sie jetzt eine kompetente Zusammenstellung aller wichtigen Ereignisse im Zusammenhang von Pop und Politik? Gedruckt! Weil Online-Sein verführerische Ablenkungen bereithält!

    Also: Bitte veröffentlicht Empfehlungen für Printmedien Eures Vertrauens!

    Welcome to the 80s / 90s

    Mein erstes Heft war 8 / 1982, erworben in Kiel im Sommerurlaub. Danach besorgte ich mir als Kind der Provinz weitere Hefte bei Besuchen in den Bahnhofsbuchhandlungen diverser rheinischer Großstädte. Bin dafür manches Mal hin und zurück 40 km geradelt. Nach dem schockierenden Ende von Sounds Anfang 1983 gab’s das Budget für ein Abo leider erst ab 1984, und es lief bis zuletzt. Mittlerweile stehen alle Hefte seit dem ersten im Bücherschrank und werden immer noch gelegentlich zu Rate gezogen.

    „Wir haben uns bei John Peel gehört“

    Und in der Spex lasen wir unsere Leserbriefe und Rezensionen unserer Produkte. Dass diese wenig wohlwollend waren, adelte uns.

    „Wir werden es erleben“

    Die Welt wird sich desorienterter drehen ohne Euch. Dass etwas kommt, steht außer Frage. Nur was?

  63. 38 Jahre an Bord gewesen. Ironie des Schicksals.
    Einstieg nach Empfehlung von Diedrich Diedrichsens nach dem Aus des
    damaligen Sounds.
    So viel gute Musik entdeckt. Vielen Dank für die Begleitung.
    Das samstägliche Warten auf den Briefträger wird mir fehlen (alle 2 Monate).
    P.s. Wollte dieses Jahr erstmals am Poll teilnehmen. Pech gehabt.

    Mit besten Grüßen aus gerlingen

  64. Schei… und jetzt? Liebe Spex-Crew, aus tiefem Herzen ein großes Dankeschön für die stets qualitative und kritisch-reflexive Lektüre. Werde es vermissen…

  65. Ihr seid maßgeblich dafür verantwortlich, dass endlich andere Musik nach Dtschl gekommen ist als der übliche Krempel. Eure Schreibe war hierzulande einfach revolutionär. Hab mir alte Ausgaben besorgt und eine Riesenfreude daran, die heute durchzublättern.
    Insofern erstmal ein ganz dickes „Thank you for the music“!

    Ich wünsche mir einen Neustart der Spex als Onlinemagazin mit mehr Blick auf die Musik. Vor allem weil in diesem unüberschaubaren Meer an Veröffentlichungen ein Gatekeeper wichtiger denn je ist. Das amerikanische Magazin „Under The Radar“ könnte stilistisch ein Vorbild sein!

    Ok, jetzt zum unschönen Teil:
    Leider habt ihr euch in meinen Augen selbst abgeschafft in den letzten Jahren – u.a. weil ihr zu jeder Tages- und Nachtzeit den Tod der aktuellen Gitarrenmusik herbeigeredet habt. Das ist Musik, die ein enormer Teil eurer Leserschaft bevorzugt. Jetzt ist die neue Gitarrenmusik immer noch da, aber ihr seid tot. Das letzte Mal, dass ihr ne coole Rockband auf dem Cover hattet, war im Mai 2013 mit Savages. Ist ganz schön traurig, wenn ich an zwischenzeitliche Acts wie Wolf Alice, Mile Me Deaf, Mourn oder Priests denke. Es wäre eure Aufgabe gewesen, diesen heißen Scheiß groß zu featuren.

    Stattdessen habt ihr lieber Genderidentitäten dekonstruiert. Das ist ein Thema, das für 99,9% der Menschen im Alltag praktisch keine Rolle spielt – höchstens in der social-media-Hipsterblase. Nebenbei fallt ihr damit z.B. linken Feministinnen und Menschen mit Transidentität in den Rücken, indem ihr zwanzigtausend beliebige Fronten aufmacht (nicht nur ihr wart das). Sowas ist nicht links oder progressiv, sondern unpolitisches Bullshitbingo: Was dieses „queer“ sein soll, kann bis heute kein Mensch sagen. Diese Beliebigkeit fand ich symptomatisch für euer Heft in letzter Zeit, auch was die Auswahl der Musik angeht.

    Wenn ihr es nochmal anders angehen wollt, bin ich gerne (wieder) dabei.
    Bis dahin: Alles Gute den beteiligten Menschen!

  66. Ein Magazin dass Margarete Stokowski abfeiert — statt beispielsweise Jan Fleischhauer — und sprachverhunzende Wortungetüme verwendet wie Leser_innen, Autor_innen, Kritiker_innen etc. ist für mich nicht mehr lesbar und auch nicht lesenswert. Macht was Neues, Aufregendes, Subversives und seid nicht so verdammt korrekt und unterwürfig. Wo ist der Widerstand gegen die Streber bloß geblieben?

  67. how about genossenschaft? oder das byte.fm prinzip?
    ich würde euch sehr vermissen. ich muss ja nicht immer mit allem übereinstimmen, wie den unterschiedlichen designs der letzten jahre, aber die eigene auseinandersetzung mit berichten, interviews, rezensionen, meinungen ist nötig, um sich ein bild machen zu können. das reine konsumieren kann das nicht leisten, es sei denn , man ist arbeistloser musikjournalist…
    ich hab ja keine ahnung, weder von den konkreten finanziellen problemen (wie hoch sind denn die kostenanteile des mediums print+cd) , noch im allgemeinen über das führen von kostenverusachenden produktionen, könnte mir aber gut vorstellen, dass besonders die stammkundschaft bereit wäre, deutlich mehr als bisher zu löhnen. vielleicht über einen föderverein, oder über genossenschaft mit gestaffelten mitgliedsbeiträgen oder… entschuldigt meine laienhaften vorschläge, denke aber der weg aus der konsumgesellschaft könnte der der gemeinschaft sein und es wäre echt schade, wenn es etwas wie spex nicht mehr gäbe, auch wenn manche leute es nicht begreifen, dass die beschäftigung mit kultur, also dem leben, über das sich dauerberieseln lassen hinausgeht.
    wieso habt ihr nicht früher den rat, die hilfe eurer leserschaft gesucht, um zu checken, ob es da andere möglichkeiten der finazierung gibt, statt hier das ende zu verkünden?

  68. Ein gänzlich normaler Vorgang, PC kommt an sein Ende und somit gehen auch die Begleiterscheinungen, das Heft ist nur letztlich eine kleine Randnotiz auf dem immer steiler werdenden Weg des Abstiegs der politisch korrekten Moralisierer-innen und außen.

    Nacht!

    • Genau deswegen ist es Zeit, Schluss zu machen – wegen der „politischen und kulturellen Korrektheit“. Seit wann ist es denn cool, „korrekt“ zu sein? Geht es wirklich darum in ängstlicher Sterilität zu verharren und immer das Richtige zu sagen? Ich habe keine Lust auf die Buchhalter des Weltgewissens. Also tschüss – und das was? Zu Recht!

  69. Hoffe auf eine fette, rückschauende Beileger CD / DVD
    Fande den Datenteil der ersten CD’s sehr süss :)
    Lese schon länger nicht mehr da nicht mehr relevant und zu durcheinander.
    Trotzdem Danke!
    Für alles!
    Von Herzen!

    Dirk

  70. Ach, SPEX. Als ich 1996 als Praktik bei MZEE anfing, saßt ihr an der Aachener genau gegenüber. SPEX begleitet mich schon so lange. Wie Print. Ein Musikmagazin lesen ist was anderes, als durch einen Blog zu flippen. Das eine ist mit Muße, das andere ist on-the-run. Ihr werdet fehlen, wie die intro. Die jetzt, Die Woche, die (90er) Max, das Tempo. Farewell!

  71. Mist! Bitte, bitte wenigstens die Internetseite weiter betreiben, damit was weiter läuft! Fragt doch mal bei Byte FM, die machen ja auch recht erfolgreich ohne Werbung (zwar Radio, aber da kann man ja abgucken)! Ich, als treuer Abonnent, würde auch mehr Beitrag zahlen! Also: Bitte aktiv bleiben!!!

  72. Erste SPEX Bob Dylan drauf ! Wenn ich die nächsten 34 Jahre die Musik die ich durch die SPEX kennengelernt habe noch mal durchhöre bin ich 85 Jahre alt ! Danke und alles Gute !!

  73. Ich denke, dass der Anteil unkritischer & interessierter Mainstreamkotzmonenten einfach zu hoch ist in der Bevölkerung. Schade, dass es die Minderheit nicht schafft EUCH am Leben zu halten.
    Im Falle, dass das doch irgendwie möglich sein sollte, kann ich mir gut vorstellen, dass es genug Unterstützer gäbe. (mich eingeschlossen)
    Mehr als schade …

    Jules

  74. Schade. Aber so ist das wenn der Markt nicht mehr eine Redaktion bezahlen will. Und der Markt, das sind wir alle. Danke für viele tolle Hefte in vielen Jahren.

  75. Als Teenager in den 80ern habe ich die Spex irgendwann so als identitätsstiftende Angeber-Beilektüre auf den Klos zweier Freunde gefunden und seitdem eine Art Hassliebe behalten, die mir bis heute wichtig ist.
    Klar war Berlin und alles was damit einherging der Kardinalfehler, auf einen Schlag ein massiver Glaubwürdigkeitsverlust. Und ich kann verwerflichen Mist wie Mercedes-Werbestrecken absolut nicht verzeihen.
    Die immer noch gegebene Bedeutung und Notwendigkeit der Spex dokumentiert aber schon allein der -nun ja- Diskurs in diesem Kommentarverlauf. Eigentlich bin ich ein wenig verwundert, dass sich noch nicht mehr Ergüsse rechter Schwachmaten und mindestens genauso gefährlicher achsoaufgeklärter Dumpfköpfe findet, die immer noch nicht begriffen haben, dass männlich dominierter sprachlicher Ausdruck Diskriminierung in soziale Strukturen und Resthirne einschreibt. Daher: Danke & Gendern & CROWDFUNDING!
    Zum offenbar verloren gegangen Wissens- und Checkervorsprung in Zeiten des Internet: Halte mich für durchaus orientiert und aufmerksam und habe trotzdem selbst in den (seien wir ehrlich) kontinuierlich schlechter werdenden Ausgaben der letzten Jahre immer Entdeckungen gehabt, denen ich mindestens nachgegangen bin und die ich teils ins Herz geschlossen habe. Daher: Danke & CROWDFUNDING (und habt bitte habt einen Blick auf SHITKID für die letzte Ausgabe, wenn ich eine Wunsch frei hätte für die spannendste Musikerin der Zeit).
    Das letzte Mal geweint habe ich, als ich die Spex-Internetseite geöffnet und gelesen habe, dass Mark E. Smith gestorben ist und kurz darauf die letzte Fall-Platte „Sub-Lingual Tablet“ gehört habe, mit all seinen Selbstbezügen zu seiner Todkrankheit. Abschiedspunkrocknroll at its best. Passt vielleicht hier gerade wg. Sterben und so, ich legs mal ein. Dafür: Danke für alles und CROWDFUNDING!
    Und bei der Gelegenheit, wollte ich immer schon mal: Danke DD, warst und bist mir ein wichtiger Impulsgeber, nicht nur musikalisch. CROWDFUNDING!

  76. Bin sicher einer der ältesten Leser…habe Sounds und dann Spex seit Jahrzehnten gekauft und dann abonniert.
    Diese Nachricht ist ein intellektueller Tiefschlag und ein sehr großer Verlust für mein Leben…
    Klingt pathetisch, ist aber so..
    Vielen Dank für die Inspirationen in all den Jahren!

  77. Um sich „gegen einen in Deutschland aufblühenden neuen rechten Mainstream in Stellung (zu bringen)“ bedarf es keines Musikmagazins, denn das macht nahezu die ganze deutschen Presse. Und daher ist genau das der eigentliche Mainstream, der nichts Neues hervorzubringen vermag. Vermissen werde ich aber die – leider immer schmaler gewordenen – Teile der Spex, die mir Musik nahegebracht hat, auf die ich ohne sie kaum gestoßen wäre. Dort liegt der eigentliche Verlust. Danke dafür!

  78. ich habe die spex nun mehr oder weniger mein ganzes leben gekauft, jahrelang im abo. vor ca. 1 jahr habe ich mehr und mehr damit aufgehört. irgendwie wurde die spex immer politischer, auf eine unangenehme weise. so verliert man leser_innen(!)

  79. Hallo,

    sehr schade, auch für mich war Spex das Auffanglager nach dem Sounds-Ende. Die journalistische Brillianz ist jedoch nach und nach verschwunden, was nicht an den Redakteuren lag, sondern am Verlust der (linken) Utopien und der Jugendbewegungen, die ihren jeweils neuen Ausdruck auch immer in der Musik gefunden haben. Was mir nicht ganz klar ist: Warum ist man nicht auf eine Online-Ausgabe umgeschwenkt? Vor 5 Jahren hatte sich doch schon abgezeichnet, dass Printmedien sich umstellen müssen.

  80. Meine erste Spex war noch im Fanzine-Zeitungsstil
    (Weiss nicht mehr genau, kann sein, dass Laurie Anderson auf dem Cover war.) Im Heimatdorf am Bahnhofskiosk gabs immer genau 2 Exemplare. Leider ist der Sammlungs-stapel beim terminalen Ausmisten des Elternhauses im grossen roten Müllcontainer gelandet. Insofern war für mich der Epochenbruch schon vollzogen. Ich behalte Spex in meinem Herzen. Reminiszenz an eine Zeit als eine Plattensammlung noch ein Spiegel der Seele war. Was heute bleibt ist Spotify. Da gehör ich nicht hin. Aber richtig gepasst hab ich eh noch nie.
    Machts gut! Denkt über die Crowdfunding-Idee nach!

    Thomas :-)

  81. Ich habe die Spex seit Ausgabe 11/1981 immer oft gekauft, hatte seit ca. 2000 – je nach meiner Wirtschaftslage – immer wieder Abos, oder Monat für Monat gekauft. Als Fazit: die gesellschafts-politischen Themen der Spex bezüglich Popkultur haben mich immer wieder zu neuen Erkenntnissen gebracht – trotz teilweise sehr intellektueller und sperriger Texte. Ich wünsche mir dass die Spex-Redaktion hoffentlich noch im Internet weitergeführt wird! So einen Zugang würde ich mir dann auch leisten. Ansonsten würde mir die Spex tatsächlich fehlen!

  82. Ich muss leider nochmal schreiben: ich glaube ihr habt auch eine Verantwortung alten Menschen (wie mir) gegenüber!
    Ich bin 65 und Spex-Leser der ersten Stunde. Wo zum Teufel soll ich jetzt Infos über neue Bands herbekommen. Nur wegen Spex konnte ich (und sicher viele andere auch) zeitnah am aktuellen Kulturdiskurs und Musikgeschehen teilnehmen. Glaubt ihr, für die alten Säcke reichen auch Zweitligapublikationen wie CQ oder Brand Eins (abgesehen davon dass die von Musik überhaupt keine Ahnung haben). Also bitte: bekennt euch zu eurer Verantwortung! Höheren Preis würde ich gerne in Kauf nehmen. Oder auch, wenigstens!, wie bereits mehrfach hier vorgeschlagen ein ONLINE MAGAZIN. Das ist doch das mindeste! Liebe Grüße, THE PASTAMASTA

  83. Häufig überfordert mit den Diskursen über Pop und Politik wurde mir spätestens dann, wenn sich Emotionen beim Hören der Mucke über die in Spex geschrieben wurde ihren Weg bahnten bewußt, dass man mit vielen Menschen verbunden war, die etwas so Wunderbares wie die Liebe zur Popmusik in ihrer unendlichen Vielfalt teilt. „I´m gonna leave you“ singt AR Kane in Pop, einem Song aus dem gleichlautenden Album, ein – wie noch andere viele mehr – dank Spex zu einer Zeit entdecktes „magisches“ Album, als Internet noch ein Begriff aus Science Fiction Romanen war. Ich hoffe, dass es für viele der kreativen Macher ein „We´ll never leave you“ bedeutet und sie es auf den unterschiedlichsten Plattformen (ordentlich für Ihren Einsatz bezahlt) schaffen, uns weiterhin kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen mit Schwerpunkt auf Musik näher zu bringen. Herzlichen Dank dafür und viel Erfolg für euer weiteres Schaffen an alle Macher der Spex.

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