Das Ende einer Ära: To Rococo Rot lösen sich auf und geben Abschlusskonzert im HAU

Stets mehr als eine Band: To Rococo Rot waren Instrumental-Projekt und Projektionsfläche zeitgenössischer elektronischer Musik. Nun schließt das Hauptstadt-Trio den Kreis seines Wirkens mit einem Abschlusskonzert an dem Ort, an dem vor beinah zwei Dekaden alles begann: Berlin.

Beinah zwei Jahrzehnte galt das Berlin-Düsseldorfer Trio als eine der Speerspitzen der deutschen Electronica-Szene, nun gaben die Brüder Ronald und Robert Lippok sowie Stefan Schneider, ehemals auch Bassist der Electro-Avantgardisten Kreidler, ihre Auflösung bekannt. Wie ihr Label City Slang gestern mitteilte, bedankt sich die Band, die ihr aus einem Ausstellungs-Audiokatalog hervorgegangenes Debütalbum .cd 1996 via Kitty-Yo und in diesem Jahr ihr nunmehr achtes Album Instrument veröffentlichte, mit einem Abschlusskonzert im Berliner Hebbel am Ufer (HAU).

»Wenn To Rococo Rot eine Partnerstadt hätten, wäre dies mit Sicherheit Glasgow«, so die Pressemitteilung weiter – Zeugnis dafür ist auch das Engagement des schottischen Indie-Pop-Sextetts The Pastels als Vorband bei dem Gig am 29. Dezember. Mit ihnen teilt das Hauptstadt-Trio eine gemeinsame Vergangenheit: The Pastels waren nicht nur Wegbegleiter, sondern auch -bereiter, indem sie To Rococo Rot seit den späten Neunzigern diverse Konzerte und gemeinsame Aufnahmen im Westen Schottlands ermöglichten.

Im Fokus des Abschieds-Gigs wird vor allem das im Juli erschienene Album Instrument stehen, für das die Gebrüder Lippok und Stefan Schneider nach der Veröffentlichung der 2010er Platte Speculation via Domino zu ihrem alten Label City Slang – und bei allem Innovationsgeist auch ein Stück weit zu ihren Wurzeln – zurückkehrten.

Erstmals arbeiteten To Rococo Rot dafür mit dem No Wave-Veteran Arto Lindsay zusammen, der dem Computer-Instrumental-Projekt, das während der beinah zwei Jahrzehnte seines Wirkens durch zahlreiche bildende Künstler wie Olaf Nicolai, Doug Aitken oder Natascha Sadr Haghighian ergänzt wurde und stets mehr war als eine Band, seine Stimme lieh.

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