Daniel Brühl & Floris van Bommel

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   Mit dem deutschen Schauspieler Daniel Brühl hat die Schuhmarke Floris van Bommel einen neuen Mitstreiter im Kampf gegen AIDS gewonnen. Gemeinsam will man das Projekt DREAM (Drug Resource Enhancement against AIDS and Malnutrition) in Afrika unterstützen. Dieses betreibt unter anderem das Programm Mother-to-Child-Transmission, das verhindern soll, dass sich der Virus HIV-schwangerer Frauen auf ihr Neugeborenes überträgt. Mit einem Sneaker-Sondermodell in der kommenden Frühjahr/Sommer-2012-Kollektion, dessen Verkaufserlös an DREAM gespendet wird, werden Brühl und van Bommel nun hier aktiv.

   Bereits in Spex-Ausgabe 331 hatten wir den Chef der niederländischen Schuhmanufaktur, Floris van Bommel (oben rechts von Brühl) im Rahmen des Specials 30 Jahre AIDS interviewt. Damaliger Kampagnenpartner: der Nationalmannschaftsfußballer Philipp Lahm.

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   FLORIS VAN BOMMEL, muss man die Leute, um eine AIDS-Benefiz-Kampagne zu starten, unbedingt mit einem Produkt ködern?

Es führt gar kein Weg daran vorbei. Versuchen Sie einmal, einfach so zum Spenden aufzurufen, nur mit einem Star-Testimonial, aber ohne Produkt. Es funktioniert nicht. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht: Für unsere erste AIDS-Kampagne, die wir mit Floris van Bommel auf dem holländischen Markt gestartet haben, gab es eine Kooperation mit Rutger Hauer. Rutger ist in den Niederlanden eine Art Nationalheld, nicht zuletzt wegen Blade Runner, und er hat eine eigene AIDS-Stiftung: die Rutger Hauer Starfish Association. Mit ihr unterstützt er an AIDS leidende Frauen in Afrika. Unsere Kampagne forderte die Leute dazu auf, Geld an Rutgers Stiftung zu spenden. Wir haben doppelseitige Anzeigen in allen großen holländischen Magazinen geschaltet. Wollen Sie wissen, wie viele Leute Geld gespendet haben? Genau zwei. Jeweils 25 Euro. Ich wäre fast persönlich bei diesen Leuten vorbeigefahren und hätte ihnen einen Blumenstrauß überreicht.

   Im Rahmen Ihrer zweiten Kampagne haben Sie zum letzten Welt-AIDS-Tag in Kooperation mit dem deutschen Fußballstar Philipp Lahm einen speziellen Lackschuh auf den Markt gebracht, in den Anzeigen waren sie beide zu sehen.

Ja, wir wollten auch in Deutschland im Charity- Bereich aktiv werden und sind dann auf Philipp Lahm gestoßen, der selbst eine Stiftung hat, mit der er Sport- und Bildungsprojekte in Afrika unterstützt. Philipp ist eine Ausnahmeerscheinung im Fußball, er spricht sehr offen über Homosexualität oder Depression in seinem Sport, gleichzeitig ist er aber keiner dieser Showbiz-Prominenten, die sich zu jedem Thema äußern. Wenn Philipp etwas sagt, dann hören ihm die Leute zu. Wir kontaktierten ihn, und er war sofort begeistert von der Idee, einem Benefiz-Schuhmodell seinen Namen und sein Gesicht zu leihen.

   Warum AIDS?

Natürlich gibt es viele andere Krankheiten und Nöte, gegen die man sich als Unternehmen engagieren könnte, zum Beispiel Obdachlosigkeit, Krebs oder Kindesmissbrauch. Aber auch wenn sich das komisch anhört: AIDS übertrifft all diese Probleme noch. In Afrika sterben ganze Länder, Generationen werden vollständig ausgelöscht. Meiner Wahrnehmung nach wird das Thema in den westlichen Medien aber so gut wie totgeschwiegen, zumindest in den Magazinen. Vielleicht ist der Grund dafür, dass der Tod kein besonders attraktives Werbeumfeld darstellt.

    Ihr Ansatz ist es also gewissermaßen, die Versäumnisse der Redaktionen auszugleichen, indem Sie Anzeigenplatz kaufen und dort auf die Katastrophe aufmerksam machen?

So könnte man es sagen. Natürlich tun wir das auch nicht ganz selbstlos, Floris van Bommel ist ein kommerzielles Unternehmen, wir haben Interesse daran, unsere Produkte zu verkaufen. Aber wenn man gleichzeitig Aufmerksamkeit für ein globales Problem erzeugen kann, würde ich es als Win-Win-Situation beschreiben. War die Schuh-Aktion mit Philipp Lahm denn erfolgreich? Absolut! Das Modell hat 260 Euro gekostet und sich sehr gut verkauft.

    Wie gut?

Über Zahlen sprechen wir nicht. Aber ich kann Ihnen versichern, dass wir ein ansehnliches Sümmchen an die Deutsche AIDS-Stiftung überwiesen haben.

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   Spex verlost zwei Paare aus der aktuellen Kollektion von Floris van Bommel.

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