Dancefloor-Politik: Hyperreality Festival in Wien / Ticketverlosung

Foto: Bennet Perez

Die Wiener Festwochen bekommen ein neues Format: Mit Hyperreality wird das Schloss Neugebäude vier Tage im Mai zum Schauplatz für experimentelle elektronische Clubkultur.

Auf diesem Subfestival wird kritisch und global gedacht: Zentrale Idee von Hyperreality ist es, den Club als einen Ort zu erproben, an dem soziale Zwangsmechanismen Platz machen müssen für neu gedachte Gesellschaftsformen. Aus der subversiven Tradition des Techno heraus gedacht, wird aus dem Club ein diskursiver Raum frei von Paradigmen, in dem Binärdenken hinsichtlich Gender, Hautfarbe und Sexualität kritisch unter die Lupe genommen werden.

Neben der Clubmusik setzt Hyperreality folgerichtig auch auf Performance sowie Bildende Kunst und legt zugleich auch den Fokus auf Künstlerinnen unterrepräsentierter musikalischer Strömungen. So sind Showcases der Labels Príncipe, das sich zwischen den musikalischen Sphären Angolas und Lissabons bewegt, und Non, einem Kollektiv afrikanischer Diaspora-Künstlerinnen, geplant. Sie wollen Sound als ein Medium nutzen, das binäre Strukturen offenlegen und musikalische Ideen abseits gegebener gesellschaftlicher Kategorien präsentieren kann.

So wird das Festival für Clubkultur zu einer Begegnungsstätte: Die chilenische Reggaeton-Künstlerin Tomasa Del Real trifft auf den südafrikanischen Clubsound des Gqom von Mafia Boyz SA sowie auf Klangvisionärin Holly Herndon (Weltpremiere ihrer Live-Show mit Chor!) und Princess Nokia, die Gegenwartskritik und queer politics ins Programm bringen. Zum Thema identity politics in der Clubkultur wird sich auch GHE20G0TH1K auf dem Festival einbringen, eine eng mit der Voguing-Szene verwobene Bewegung, die als New Yorker Partyreihe begann und mittlerweile zum Vorreiter autonomer Jugendkultur wurde.

„Non-binäre Konzepte und Ideen sind unser Status Quo, das Minimum. Aber da die Gesellschaft noch nicht allseits soweit ist, müssen wir auch immer wieder überlegen, wie sich diese Ideen außerhalb eines utopischen Clubraums umsetzen lassen, in der reality –und dafür nachhaltig Ideen schaffen, die greifen“, so Kuratorin Marlene Engel über den Anspruch des Festivalformats und darüber hinaus. Hyperreality stellt somit der Wirklichkeit eine wirklichere Wirklichkeit vor – und nutzt Musik und Kunst als Ausdrucksformen des Widerstands, die für neue, solidarische Gesellschaftsentwürfe stehen.

SPEX verlost 1×2 Karten für Hyperreality 24 am 24.05. Zur Teilnahme am Gewinnspiel genügt eine Email mit der Angabe des vollständigen Namens sowie dem Betreff „Hyper“ an gewinnen@spex.de.

Hyperreality
24. – 27.05. Wien – Schloss Neugebäude
Weitere Infos zum Festival sowie Tickets gibt’s hier.

Ein ausführliches Feature zu Holly Herndon ist in der Printausgabe SPEX No. 366 erschienen, das Heft kann versandkostenfrei hier bestellt werden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.