Crowdfunding zwischen Hype und Revolution

Bar25 — Tage außerhalb der Zeit
Bar25 — Tage außerhalb der Zeit
Bild — Hanna Rix, (c) Movienet Film

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Die Idee, im Internet Geld für die Vorabfinanzierung einer Produktion zu sammeln, gibt es, seit Brian Camelio aus Boston im Jahr 2000 ArtistShare.com launchte. Damals ging es vorerst um Musik. Ein gutes Jahrzehnt später wächst auch bei Filmemachern das Bewusstsein: Vom Internet muss nicht nur das Problem der Entwertung digitalisierbarer Kunst ausgehen, es kann auch Teil der Lösung sein. Auf Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter oder Inkubato feiert der zahlende Konsument als Kultursponsor seine Wieder­entdeckung. Das könnte im deutschen Film, wo auch 50 Jahre nach dem Oberhausener Manifest die Kritik am staatlichen Filmfördersystem auf der Tagesordnung steht, eine Revolution der Unabhängigkeit auslösen. Filme wie Bar25 oder Chi l’ha visto, die gerade auf DVD erschienen, sind die ersten Anzeichen.

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Es hat Poff gemacht! Wieder einmal regnet es Papierschnipsel vom dunklen Nachthimmel auf das bunt illuminierte Partyvolk. Oder sind es vielleicht Geldscheine, die da von der Konfettikanone in die Luft geschossen wurden? Glückliche Menschen im Geldregen – dieses Bild, das im Kino stets für Überschwang in Folge plötzlichen Reichtums steht, würde durchaus Sinn ergeben. Denn die Szene mit den flatternden Schnipseln stammt aus Bar25 – Tage außerhalb der Zeit, dem retrospektiven Film über die zur Legende avancierte Berliner Partylocation Bar25, der gegenwärtig auch selbst gefeiert wird – als erster Film, der in Deutschland ausschließlich mit Hilfe von Crowdfunding finanziert worden ist. Das heißt: Weder öffentliche Förderungen, noch die Unterstützung eines TV-Senders oder einer kapitalstarken Produktionsfirma haben ihn ermöglicht, sondern allein ein Schwarm von Unterstützern, die via Internet binnen weniger Wochen die benötigten Produktionsmittel beisteuerten.

   Zugegeben, wenn eine neue Finanzierungsmöglichkeit für den deutschen Film am Horizont aufscheint, ist das nicht unbedingt eine Nachricht, die außerhalb der nutznießenden Branche jemanden in Jubel ausbrechen ließe. Zumindest blieb das Gros jener Produktionen, die beispielsweise durch den 2007 aufgelegten Deutschen Filmförderfonds finanziert werden konnten, Durchschnittsware mit lediglich systemstabilisierendem Charakter innerhalb eines hoch subventionierten Betriebs. Inhaltliche, ästhetische Diskurse fanden, wenn überhaupt, nur in kleinen Kreisen statt, fernab eines größeren Publikumsinteresses. Nun allerdings, parallel zu den Jubiläumsfeiern zum 50. Jahrestag des Oberhausener Manifestes, des letzten folgenreichen filmpolitischen Impulses, der »wirtschaftliche« mit »konkreten geistigen und formalen« Forderungen zusammenbrachte, ist in der Branche ein offener Konflikt ausgebrochen. Jene, die ein »Weiter so« als die schlechteste aller Möglichkeiten begreifen, bringen sich gegenüber den Besitzstandwahrern in Position.

   Beispielhaft für den Status Quo ist eine DVD mit Unterrichtsmaterial, die seit Kurzem von der Deutschen Filmakademie verteilt wird. Darin stellt die Schauspielerin und Sängerin Jana Pallaske »Filminteressierten ab 12« in angemessenem Sprachduktus den mächtigsten Berufsstand ihrer Branche vor, den des Filmproduzenten: »Damit irgendwann der Dreh ansteht, muss er genau wissen, wo der Frosch seine Locken hat«. Gleich darauf, und ohne jede Andeutung einer möglichen Alternative, wird der Filmproduzent zum natürlichen Subventionsempfänger erklärt, dessen Fachwissen vor allem daraus besteht, »welche Förderanstalten und Institutionen man wie wann anspricht und wie man es hinkriegt, dass auch noch ein paar Fernsehanstalten mit ins Boot hüpfen. Denn dass praktisch jeder Film ganz schön was kostet«, beendet Pallaske ihre Schulstunde, »das muss ich euch ja wohl nicht extra sagen«.

   »Wir brauchen weniger Geld. Wir brauchen weniger sattes, bequemes Hochschul-Förder-Fernseh-Geblubber. Alle Filmhochschulen abschaffen«, blaffte hingegen Regisseur und Filmakademie-Mitglied Matthias Glasner (Der freie Wille) in der Januar-Ausgabe der Filmzeitschrift Schnitt. Er war einer von elf Gastautoren, die im Rahmen eines Themenspecials zum Oberhausener Manifest vielstimmig, aber auffallend scharf mit ihrer Branche ins Gericht gingen. »Die Machtverhältnisse sind in ein bedenkliches Ungleichgewicht geraten«, stellt dort Sandra Trostel, die Regisseurin der 1000-Robota-Doku Utopia Ltd. in Bezug auf ihre Abhängigkeit von Fernsehsendern fest. »Förderung wird hier nach allem Möglichen bemessen, nur nicht nach künstlerischer Qualität«, schreibt Lars Henrik Gass, der Leiter des Internationalen Kurzfilmfestes Oberhausen. Und Bedways-Regisseur RP Kahl fasst den allgemeinen Wunsch nach einer gemeinschaftlichen Neuorientierung zusammen, indem er die berühmte Formel des Oberhausener Manifestes konkretisiert: Es gelte nicht mehr »Papas Kino ist tot«, jetzt hieße es »Die alte Filmindustrie ist tot, wir müssen eine neue finden«. Wirklich konkrete Vorstellungen, wie dieses im Raum stehende »Wir« allerdings zu konstituieren sei und zu agieren habe, blieben allerdings aus. Gleich zu Beginn von Bar25 – Tage außerhalb der Zeit postuliert ein selbsternannter »Businesshippie« und Bewohner der kommuneähnlichen Bar-25-Gemeinschaft: »Wir tun uns zusammen und schaffen zusammen etwas Großes, verbinden den Spaß mit der Arbeit«.

   Dieser Philosophie fühlen sich auch Britta Mischer und Nana Yuriko verpflichtet, die Regisseurinnen, Autorinnen und Produzentinnen des Bar-25-Films. »Wir arbeiten sehr basisdemokratisch«, erklärt Mischer im Interview mit SPEX. »So wie zu der Bar25 viele etwas beigetragen haben, zieht sich der gemeinschaftliche Geist durch unsere Produktion.« Yuriko ergänzt: »Uns war wichtig, keinen Fanfilm zu machen. Wir wollten das System der Bar25, das alternative Leben dort authentisch vermitteln und bestenfalls Zuschauer inspirieren, sich mit ihren Freunden zusammenzutun und zu sagen: So etwas machen wir jetzt auch.«

   Sieben Jahre lang sind die beiden den Weg der Bar25 mitgegangen, haben gefilmt, wie sich aus dem ersten Bauwagen auf dem brachliegenden Spreeufer unweit des Berliner Ostbahnhofs ein veritabler Abenteuerspielplatz für die hedonistische Internationale entwickelte. Als sich die endgültige Räumung des Geländes im September 2010 anbahnte, waren 750 Stunden Videomaterial gesammelt. Sie zeigen nicht zuletzt, wie rasant sich die ästhetische Qualität preiswert erstellbarer digitaler Filmbilder in den letzten Jahren verbessert hat: Stehen am Anfang noch eher verwaschene Mini-DV-Aufnahmen, besitzen die zuletzt gedrehten Party-Impressionen kinotaugliche Brillanz. Die Idee einer abendfüllenden Dokumentation für die große Leinwand lag also nahe, der übliche Finanzierungsweg – über die staatlichen Filmförderungen – scheiterte jedoch: Produktionsförderung wird in Berlin nur vor Beginn von Dreharbeiten bewilligt. »Unsere 750 Stunden hätten wir als Archivmaterial benutzen können – aber das hätte nur 25 Prozent des Films ausmachen dürfen«, bilanziert Yuriko die bürokratischen Hürden. »Das wäre niemals der Film geworden, den wir machen wollten.«

   Prompt erwuchs die Lösung des Problems aus den eigenen Reihen. Konrad Lauten, ein ehemaliger Koch im Restaurant der Bar25, hatte nur vier Wochen nach deren Ende im Oktober 2010 mit einem Kompagnon die Crowdfunding-Plattform Inkubato ins Netz gestellt und so den gemeinschaftlichen Businesshippie-Gedanken der Bar in die Finanzwelt transformiert. Nach dem Vorbild der 2009 gelaunchten US-Plattform Kickstarter gehen hier Projekte von Künstlern und sonstigen Unternehmern auf die Suche nach Finanziers. Sie präsentieren ihr Konzept, bieten Prämien für jede Überweisung ab 5 Euro an und haben drei Monate Zeit, die festgelegte Zielsumme zu erreichen. Scheitert das Crowdfunding, geht das gesammelte Geld zurück an die Absender, wenn nicht, wird die Summe von Inkubato abzüglich einer Provision an das Projekt überwiesen. Anders, als auf anderen Plattformen, geht aus der öffentlichen Unterstützerliste nicht hervor, wer wie viel Geld überwiesen hat. »Niemand soll auf Inkubato mit seiner dicken Tasche prahlen können«, betont Lauten. Anfang November 2010 gingen Britta Mischer und Nana Yuriko hier online. Sie präsentierten ihre Idee eines Bar-25-Films als »Liebeslied an einen vergangenen Ort im Herzen Berlins«. Für einen Beitrag von 5 Euro erhielt man »Thänk You«, einen Track der Technoproduzenten Niconé & Sascha Braemer, per E-Mail. Wer 500 Euro berappen konnte, bekam neben einer namentlichen Nennung im Abspann auch eine Einladung zur Premierenparty und die Aussicht, eben dort samt Begleitung mit einem Sack Konfetti beschmissen zu werden. 17 Konfettisäcke müssen nun bestellt werden, insgesamt 271 Unterstützer haben bis Anfang Januar 2011 die anvisierten Produktionskosten von 25.000 Euro aufgebracht. Der Film kam am 3. Mai in die Kinos.

    Wo so etwas möglich ist, bleibt man nicht lange allein. Im Lauf des letzten Jahres sind nach Inkubato und der kurz zuvor von einer Dresdener Web-Agentur gegründeten Crowdfunding-Plattform Startnext noch mySherpas, pling und VisionBakery aus dem Netz geschossen. Und es folgten immer spektakulärere Crowdfunding-Erfolgsmeldungen, Storys von Sex und schnellem Geld. Dass die Internetgemeinde binnen kürzester Zeit 170.000 Euro für den Softporno Hotel Desire und schließlich eine Million Euro für ein Kino-Spin-Off der TV-Serie Stromberg »gespendet« hätte, erweist sich bei genauerer Betrachtung allerdings als große Crowdfunding- Blase. Sie bezeugt, wie unscharf derzeit in der Berichterstattung zwischen Begriffen aus der schönen neuen Welt des Crowdsourcings getrennt wird. Stromberg ist nämlich kein Crowdfunding-, sondern ein Crowdinvestment-Projekt für Kleinanleger – aus rechtlicher und idealistischer Sicht leben der auf Rendite spekulierende Kleinanleger, der lediglich symbolisch entlohnte Crowdfunder und der gemeinnützige Spender auf völlig verschiedenen Planeten.

   Im Sommer 2011 kollidierten diese Welten, als Spiegel Online einen Bericht über Hotel Desire, das Projekt des jungen Schauspielers und Regisseurs Sergej Moya, mit »Drehe Porno gegen Spende« überschrieb. Moya versprach einen »hochwertigen« Film mit »freizügigen Sexszenen« und Schauspielern wie Herbert Knaup, Saralisa Volm und Clemens Schick – sollte er die benötigten Produktionsmittel über die Internetgemeinde finanziert bekommen; im Gegenzug hätte man das Recht, vorab ins Drehbuch zu schauen. Als schon wenig später die erwünschten 170.000 Euro beisammen waren, echote Spiegel Online, »jeder Seufzer« im Crowdfunding-Projekt Hotel Desire sei »von Spendern finanziert«. »Es geht beim Crowdfunding aber nicht um Spenden, sondern um eine andere Art des Konsums«, stellt Anna Theil von Startnext gegenüber SPEX klar. Neben einer konkreten Gegenleistung in Form einer eher symbolischen Prämie ginge es auch darum, »den kreativen Prozess mitzuverfolgen, der oft sehr spannend sein kann«.

   Abgesehen davon scheiterte Hotel Desire schon am Ideal der Crowdfunding-Idee, zunächst sogar mit entwaffnender Transparenz: »Auf der Homepage der Hotel Desire-Produktion war lange Zeit ersichtlich, wie viel Geld tatsächlich von der großen Crowd ins Projekt floss, nämlich gerade mal zehn Prozent der Gesamtsumme«, erinnert sich Konrad Lauten. 90 Prozent, also etwa 150.000 Euro, generierten sich aus Beteiligungen und Investitionen einiger weniger solventer Unterstützer. Zwar ist es Sergej Moyas Produzenten Julia Moya und Christopher Zwickler wichtig zu betonen, dass von ihrem Co-Produzenten, dem Film-Event-Hersteller teamWorx kein Geld in den Film gesteckt worden sei, aber allein, dass so ein mächtiger Strippenzieher hinter Hotel Desire stand, hätte für Berichterstatter Anlass genug sein müssen, das vermeintliche Crowdfunding-Vorzeige-Projekt zu hinterfragen. Mit der Transparenz auf der Hotel Desire-Website war jedenfalls bald Schluss – die Story von den 170.000 hastig von einer lechzenden Netzcrowd gespendeten Euros verbreitet sich seither mit jedem neuen Artikel zum Thema weiter und wird nur in den Blogs der Crowdfunding-Szene als Mär kritisiert.

  Nun steht der knapp 40 Minuten kurze Film da, abrufbar auf dem Telekom-eigenen Portal Videoload. Er entpuppt sich dort als inhaltlich und ästhetisch ernüchternde, ungelenke Fingerübung eines Nachwuchsregisseurs – und als Ergebnis einer geschickt lancierten PR-Kampagne. Immerhin stellt Hotel Desire jetzt noch die Frage, ob die Crowd auch Fehler verzeiht – ob ein vorab zur Kasse gebetenes Publikum den Machern eines enttäuschenden Debüts noch ein zweites Mal freigiebig zur Seite stehen wird. Für das wahre Crowdfunding hat sich der Hype um Stromberg und Hotel Desire noch nicht einmal als gute Werbung erwiesen. »Solche Geschichten führen nur zu überzogenen Erwartungen«, stellt Konrad Lauten fest. »Sie verhindern, dass Crowdfunding ernstgenommen wird.«

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Chi l'ha visto
Gianni Meurer
in Chi l'ha visto – Wo bist du, (c) Soquiet Filmproduktion

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Erfolgreiche Filmfinanzierungen übers Internet scheinen bisher aber vor allem über Populismus zu funktionieren, oder eben – wie beim Bar-25-Film – über die Aktivierung einer bereits gut vernetzten Fanbasis. Besonderes Augenmerk verdient daher vor allem der Film, der es aus sich selbst heraus schafft, die Aufmerksamkeit potenzieller Crowdfunder auf sich zu ziehen. Chi l’ha visto, das Spielfilmdebüt der Regisseurin und SPEX-Fotografin Claudia Rorarius, ist zwar auf dem offiziellen Filmförderweg entstanden. Als der Film schließlich fertig war, hatten sich die Fördergesetze (PDF) allerdings geändert; für den ursprünglich in Aussicht gestellten Kinostart war ihr eher stilles, stimmungsvolles Roadmovie plötzlich »nicht mehr kommerziell genug«, erinnert sich Rorarius. Auf renommierten Festivals zwischen Saarbrücken, Montreal und Karlovy Vary erspielte sich Chi l’ha visto dennoch sein Publikum, das schließlich auch den Kern jener 87 Unterstützer bildete, dank der im Frühsommer letzten Jahres über Startnext die benötigten 8.000 Euro für den bundesweiten Verleih von Chi l’ha visto akquiriert werden konnten – bereits im August letzten Jahres kam er in die Kinos.

   Die Hinwendung zur Öffentlichkeit, das In-Beziehung-Treten mit einer Masse bleibt derweil jene Crowdfunding-Bedingung, an der sich die Geister scheiden. »Ich will doch nicht im Voraus schon meine Ideen ins Netz stellen. Crowdfunding habe ich nicht nötig«, ist die häufigste Reaktion, die Konrad Lauten erntet, wenn er versucht, Filmhochschülern die Idee von Inkubato zu vermitteln. Auch Klaus Lemke, die wandelnde filmische Unabhängigkeitserklärung, dessen aktuelles Post-Realismus-Melodram Berlin für Helden gerade ohne staatliche Produktionsförderung den Weg ins Kino geschafft hat, kann einer Finanzierung durch die Crowd nicht viel abgewinnen: »Nur wenn ich das ganze Risiko auf mich nehme, bin ich wirklich frei und kann mir auch erlauben, mal einen Film abzubrechen. Beim Crowdfunding gibt man doch wieder nur das Geld anderer Leute aus.«

   Die Regisseurinnen des Bar-25-Films haben gegenüber der Masse ein eher entspanntes Verhältnis. »Steht mein Name so im Abspann, wie ich das will?«, wurden sie zum Beispiel von einem Unterstützer gefragt, der auch gleich betonte: »Ist schon wichtig, ich habe ja auch 250 Euro gegeben.« Britta Mischer nennt das schlicht einen »engen Kontakt«, den sie »auch gerne pflegt«. Statt sich vor einem vermeintlichen Druck der Crowd zu fürchten, baten die Regisseurinnen die Unterstützer sogar um Hilfe im kreativen Prozess – so entstand beispielsweise der Titel Tage außerhalb der Zeit. Das kann man »gemeinschaftlichen Geist« nennen, unter Soziologen und Arbeitsrechtlern werden solche unbezahlten, unter dem Crowdsourcing-Begriff subsumierten Leistungen des »Arbeitenden Kunden« mittlerweile aber auch kontrovers diskutiert.

   Noch eignen sich Crowdfunding-Erlöse in der Filmfinanzierung meist nur zum Schließen kleinerer Lücken, etwa für Teile der Postproduktion oder den Verleih. Claudia Rorarius, und auch Britta Mischer und Nana Yuriko betonen, wie wertvoll und unverzichtbar nach wie vor die Unterstützung durch staatliche Förderungsinstitutionen sei. Aber: »Wenn das Thema Crowdfunding weiter an Bekanntheit gewinnt und auch die Professionalität der Projektpräsentationen steigt, werden auch andere Summen möglich sein«, ist sich Anna Theil von Startnext sicher. Es könnte schon bald eine Situation erreicht werden, in der wachsende Frustration über den Subventionsapparat Deutscher Film auf immer preisgünstiger werdende digitale Filmtechnik sowie auf die Möglichkeit einer rein crowdbasierten Finanzierung trifft. Diese Konstellation hätte die Chance, zum nachhaltigsten Innovationsschub für den unabhängigen Film seit der Erklärung des Oberhausener Manifestes zu werden. »Und dann«, fügt Claudia Rorarius, in den letzten Monaten Stammgast bei allen Symposien und Workshops zum Thema Crowdfunding, halb lachend, halb seufzend hinzu, »wird auch wieder mehr über die Filme gesprochen werden, weniger über ihre Finanzierung«.

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   EPILOG — Während Bar25 – Tage außerhalb der Zeit und Chi l’ha visto – Wo bist du gerade auf DVD erschienen sind, gibt es bereits ein neues interessantes und unterstützenswertes Projekt: Der Fotograf Julian Reich, der auch in SPEX bereits publizierte, will mit dem Film Krieger Vater König drei junge Männer porträtieren, die als Migranten in Deutschland schließlich den Beruf des Profikämpfers aufnahmen. Seine Kickstarter-Seite findet sich hier.)

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Bar25 – Tage außerhalb der Zeit
Deutschland 2012
Regie: Britta Mischer, Nana Yuriko
Mit Christoph, Steffi Lotta, Danny, Juval u.a. 95 Min.
Movienet Film — DVD — 16.11.2012

Chi l’ha visto – Wo bist du
Deutschland 2009
Regie: Claudia Rorarius
Mit Gianni Meurer, Paul Kominek u.a. 92 Min.
Real Fiction / Good Movies — DVD — 30.11.2012

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