Crowdfunding: Das feministische Magazin An.schläge kämpft ums Überleben

Der Knoten muss platzen: Die Redaktion von An.schläge braucht Ihre Hilfe!

An.schläge wurde 1983 gegründet und ist damit das älteste feministische Magazin Österreichs. Zum 35. Jubiläum kämpft die Zeitschrift nun ums Überleben – auch weil Österreichs rechtskonservative Regierung Fördermittel streichen könnte.

100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland und Österreich ist Feminismus so sehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen wie nie zuvor – zumindest erfahren Bewegungen wie #MeToo große Aufmerksamkeit und Rückhalt, gleichzeitig wird in Deutschland endlich die Erfüllung der alten feministischen Vision von der geschlechtergerecht deklinierten Nationalhymne diskutiert und selbst die völkischen Ideologen bei den Identitären schreiben sich auf die Fahne, gegen sexuelle Gewalt zu kämpfen – vorausgesetzt, sie wird vom „afrikanischen Ausbreitungstyp“ und nicht von guten, hellhäutigen Burschen ausgeübt.

Der Punkt: Weichgespülte Abwandlungen feministischer Rhetorik finden sich heute fast überall im politischen Spektrum. Umso wichtiger sind radikalfeministische Positionen. Die vertritt in Österreich auf Papier vor allem ein Magazin mit Konsequenz: An.schläge. Gegründet 1983 verteidigt das Blatt bis heute intersektionale Ansätze: „Feminismus bedeutet für uns Gesellschaftskritik“, so An.schläge-Redakteurin Brigitte Theißl. „Dabei geht es nicht nur um starke Slogans und mehr Frauen in Vorstandsetagen, sondern um das gute Leben für alle.“

Diese vermeintliche Radikalität könnte An.schläge nun zum Verhängnis werden. Das Magazin finanziert sich nämlich auch durch öffentliche Gelder – in einer Zeit, in der Österreichs Regierung aus Parteien besteht, deren Vertreter die Verschiedenheit von Mann und Frau in der Verfassung festschreiben möchten, die sich bis heute nicht von Conchita Wurst erholt haben und die lieber allen Menschen das Mützentragen verbieten, anstatt muslimischen Frauen die Entscheidung zuzugestehen, ob sie sich verhüllen möchten oder nicht. Schon in der letzten Schwarz-Blauen Regierungsperiode um die Jahrtausendwende wurde An.schläge die Förderung vom Frauenministerium gestrichen, jetzt bangt das Magazin um die Förderung durch die Stadt Wien und den Bund.

Um dem vorzubeugen, braucht An.schläge trotz steigender Abozahlen Geld – das Äquivalent von 666 verdammten Abonnements, um genau zu sein. Um ihren notwendigen, preisgekrönten Journalismus weiter betreiben zu können, hat das Redaktionskollektiv jetzt eine Kampagne gestartet, um für neue Abonnements zu werben, Crowdfunding auf die klassische Art. Wenn Sie also einen wichtigen Beitrag zum Kampf für Frauenrechte unter einer der rückschrittlichsten Regierungen Europas leisten wollen: Hier geht’s lang. Die Alpenrepublik zählt auf Sie.

Zum Abschluss noch kurz ein aussagekräftiges Zitat von Österreichs Vizekanzler Strache auf die Frage der Wiener Zeitung, ob er Feminist sei. „Wenn Feminismus bedeutet, für die Gleichberechtigung von Mann und Frau einzutreten, dann bin ich Feminist. Wenn Feminismus hingegen bedeutet, die biologischen Unterschiede von Mann und Frau zu leugnen und künstlich hundert verschiedene Geschlechter postulieren zu wollen, bin ich kein Feminist.“ Na dann Prost.

 

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