Cobblestone Jazz 23 Seconds

Sie schaffen es wirklich. Gleich zwei Technomonsterhits lieferten Cobblestone Jazz im vergangenen Jahr, für ein in Planung befindliches Album inklusive Sprung zu einem der größeren Indies mit !K7 muss sowas nicht unbedingt befreiend wirken. So stoisch und weltenabgewandt aber die Maschinenmusik des Trios klingt, so wenig haben sich Tyger Dhula, Mathew Jonson und Danuel Tate von außermusikalischen Parametern wie Erfolg, gesteigertem Medieninteresse oder überfülltem Booking-Plan beeindrucken lassen. Wie eine lässige Geste wirkt es, wenn das Trio mit dem Haupttreffpunkt Vancouver auf einer zweiten CD die Hits »India In Me« und »Dump Truck« neben einem Livejam nochmals verfügbar macht.

    Denn das Album mit dem verschwörungstheoriebeflissenen Titel berstet vor möglichen Nachfolgern. Schon »Hired Touch«, das auf einen Galaxiengleiter von Intro folgt, führt mit der Offbeat-Arithmetik der Weisen plus jenen gewissen Fender Rhodes-Wölkchen in eine Unermesslichkeit mit Swing. Von ähnlicher Schönheit zeigt sich später nochmal ein Track namens »PBD«, dessen in Eleganz getauchte Vocoder-Linie schon bald im Rhythmus der geraden Bassdrum alle erdenklichen Formencluster passiert. Dieses Erzählerische haben die British Columbia Three besonders gut drauf; und dann gibt es eben noch die eher diesseitigen Cobblestone Jazz mit noch mehr Blick für die Tanzfläche. So kernfusioniert der Titeltrack Detroit Techno mit Micro-Funk zu einem überraschend dur-haltigen Jam, tollt »Change Your Apesuit« mit einer Discobassline durch den Space, haut »Saturday Night« jede Menge Percussion-Spuren voll.

    Atmo Techno schaffen Cobblestone Jazz damit, und ihre gerne beschworene »Jazzyness« besteht im Grunde bloß aus den Blue Notes ihres Keyboarders Danuel Tate. Der Rest ist Sinn für Weite und Leere und deren Hörbarmachung im Beat.

LABEL: !K7 Records

VERTRIEB: RTD

VÖ: 12.10.2007

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