Irgendwas läuft hier falsch! Entweder sind drei CD-Player katastrophal justiert, das proprietäre Format »Watermarked Copy« zeigt seine Schwächen, oder CYHSY haben tatsächlich mehrere Lo-Fi-Aufnahmen zwischen die restlichen, glatten Studioproduktionen des neuen Albums gepackt. Fakt ist, dass eine klare Linie angenehmer gewesen wäre, sind die Mikrofon-Störgeräusche bzw. Übersteuerungen in »Emily Jean Stock«, »Arm And Hammer« und dem Titelstück »Some Loud Thunder« doch längst nicht so angenehm charmant, wie man es mit Indie-DIY gerne mal in Verbindung bringt. Eigentlich liegt die Album-Variante von »Some Loud Thunder« sogar erstaunlich nah an der Version, die Alec Ounsworth 2005 auf seine Demo-CD gepackt hatte. Ounsworth singt immer noch markig und fragil zugleich, lässt den Yelp-Rock auf »Love Song No. 7« sogar teilweise in Beatles-Manier erstrahlen.

In »Satan Said Dance« flirren elektronische Versatzstücke durch den treibenden, von Bass und Schlagzeug dominierten Sechsminüter: ein echter Hit, ganz klar! »Upon Encountering …«, das 90-sekündige Instrumental aus der Quetschkommode, macht den Platzhalter für das ruhigere »Goodbye To Mother And The Cove«. Auch »Underwater (You And Me)« stammt wieder aus älterem Material, hier aber deutlich flotter, dichter, beschwingter gespielt als das, was die Demos hergaben. Und dann wäre da das ekstatisch-lullende »Five Easy Pieces«, mit Mund- und Ziehharmonika, mit effektüberladenem Gesang und sich türmenden Gitarren-Riffs, das man so eher am Anfang denn am Ende des Albums vermuten könnte. Produzent Dave Fridmann hat einiges geleistet: CYHSY wagen mehr und füllen ihre Stücke mit Details, auch wenn diese durch das Rumpeln in einigen Stücken zur Kraftprobe werden. Ein guter Nachfolger zum Debüt, keine Frage. Gemessen an den Erwartungen dürften sich CYHSY mit diesem Donnerschlag allerdings vertan haben.

LABEL: Wichita

VERTRIEB: Cooperative Music

VÖ: 26.01.2007