Choreographic Platform Austria

KompositionTanz. Gilt ja vielen als Lyrik der darstellenden Künste, also als viel zu artifiziell und deshalb doof, zu voraussetzungsvoll und deshalb nicht anschlussfähig ans Pop-Geschehen. Was schon bei Lyrik ein Klischee ist, da sie selbst-ver-ständ-lich zu den verfeinerten Künsten zählt und deshalb ebenso viele Voraussetzungen als Zugangshürden aufbaut wie sagen wir Antony & The Jonsons oder Dubstep, verliert beim Tanz gänzlich an argumentativem Sinn. Stellt sich doch im Tanz die komplette Zurichtungspalette der Zivilisation – mit Foucault gesprochen die »Sorge um sich« – auf die Zehenspitze.

    Letztes und erfreulicherweise relativ gut gehyptes Beispiel dafür die Extrem-B-Boys und -Fly-Girls von L.A., wie Regisseur, Fotograf und TV-Moderator David LaChapelle sie in »Rize« zeigte, in seinem Dokumentarfilm mit ästhetisierenden Passagen. Ach so, die News: Ab Freitag, den 31. Januar finden in Graz drei Tage voll mit zeitgenössischem Tanzen statt.
Das sagt die Choreographic Platform Austria über sich selbst:

»Die österreichische Tanz- und Performance-Szene ist in den letzten Jahren zu einer unverwechselbaren internationalen Marke geworden, die weithin Interesse bei Publikum, Kritik und Veranstaltern weckt. Dieses besondere Aufmerksamkeit ist einer bemerkenswerten strukturellen und qualitativen Entwicklung zu danken, die noch nicht an ihrem Ende angelangt ist: Nach wie vor ziehen zahlreiche internationale Künstlerinnen und Künstler nach Österreich, bereichern lokale Szenen und werden umgekehrt von ihnen gepraegt.

Die Choreographic Platform Austria (CPA) spiegelt diese Entwicklung, indem sie herausragende Positionen der österreichischen Tanz- und Performancelandschaft präsentiert und dabei gleichzeitig auf Kontinuität achtet, indem auch auf nachrückende Künstlergenerationen aufmerksam gemacht wird. Die CPA führt in einer Reihe von Gastspielen das Beste dieser Szene zusammen und bewirbt und vermarktet aktuelle Arbeiten weit über nationale Grenzen hinaus.«

     Das mit der Marke im Zusammenhang  mit dem Staat Österreich klingt sehr unsympathisch, ist aber wahrscheinlich einfach der Slang des Fördergelder-Einsammelns. Nun, es geht ums Tanzen, und es treffen sich auf jeden Fall viele Gruppen, die etwas zu artikulieren haben. Dazu wird eine »DVtake des österreichischen Tanzes« eingerichtet, ein Archiv verschiedenster Dokumente inklusive Kopierstation.

Hier das Programm:

Choreographic Platform Austria

31.01. – 01.02. 2009
Graz, Österreich, diverse Spielorte

Freitag, 30. Jänner 2009

17:00 Superamas »High Art«
17:30 Eröffnung
18:00 Doris Uhlich »SPITZE«
19:30 2nd Nature / Christine Gaigg, Bernhard Lang & Veronika Zott »V-TRIKE«
20:30 Michikazu Matsune & David Subal »ONE HOUR STANDING FOR«
20:30 & 21:30 Milli Bitterli / artificial horizon »One day at a time«
22:30 »Barbara Kraus macht ihre Lieblingsperformance«
23:30 & 00:30 Amanda Piña & Daniel Zimmermann / nadaproductions »WE«
ab 23:00 DJ Lounge feat. Monsieur D’JET
ab 24:00 corpus / »The Zimmer« (im Hotel Europa)

Samstag, 31. Jänner 2009

15:00 & 16.00 DVtake: Meet the Artist mehr
17:00 @tendance / C.Medina »a line drawn«
18:00 Krõõt Juurak »Once Upon«
19:30 Philipp Gehmacher »walk + talk no. 2«
20:30 Milli Bitterli / artificial horizon »I did once a piece…« (»walk + talk«)
21:30 Andrei Andrianov & Oleg Soulimenko »The Distribution of Similarities.«
22:30 & 23:30 Amanda Piña & Daniel Zimmermann / nadaproductions »WE«
ab 22:00 DJ Lounge feat. Baroness Top S
ab 23:00 corpus / »The Zimmer« (im Hotel Europa)

Sonntag, 1. Februar 2009
15:00 DVtake: Meet the Artist
16:00 Talk: Tanz in Österreich
18:30 Anne Juren, Marianne Baillot, Alix Enauydi & Agata Maszkiewicz »Komposition«
19:30 Liquid Loft / Chris Haring »Running Sushi«
21:00 united sorry / Frans Poelstra & Robert Steijn »How low can you go«
22:00 Superamas »High Art«
ab 22:00 corpus / »The Zimmer« (im Hotel Europa)
ab 22:30 DJ Lounge feat. DJ Con-fused

Öffnungszeiten DVtake

30.01.2009: 16.00 – 22.00 / 31.01.2009 & 01.02.2009: 12.00 – 22.00

Abbildung: Anne Juren, Marianne Baillot, Alix Enauydi & Agata Maskiewic »Komposition«
Foto: A. Juren

 

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