Die restriktive Politik seitens der chinesischen Regierung gegenüber den landesweit betriebenen Internet-Cafés hat am Wochenende zu einer Tragödie geführt.
In Beijing war am Sonntagmorgen in einem Café ein Feuer ausgebrochen. In dem unzureichend gesicherten Gebäude kamen aufgrund mangelnder Fluchtwege 24 Menschen ums Leben, 13 wurden verletzt. Das Lanjisu Cyber Café gehörte zu den rund 2.200 nicht lizensierten Internet-Treffs in Beijing. Die hohen Anforderungen und Beschränkungen der Regierung, die zur Genehmigung einer Lizens vonnöten sind (Sperrung von diversen internationalen sowie regimekritischen Seiten), lassen viele Betreiber zurückschrecken und in der Illegalität dahindümpeln. Die Folge sind mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und ständiges Leben auf einer mobilen Baustelle – schließlich kann ein jedes illegales Café von jetzt auf gleich geschlossen werden. Der Unfall gab den Behörden den passenden Anlass, alle Internet-Cafés der Stadt bis auf weiteres zu schliessen, um ein jedes einer Sicherheitsprüfung zu unterziehen. Lizenzen werden zudem keine mehr ausgegeben. Alle bereits lizensierten Surf-Treffpunkte müssen sich erneut anmelden. Das alles lässt wiederum viel Platz für Überlegungen, was denn wohl die Ursache für das Feuer im Lanjisu Cyber Café gewesen sein könnte…