Freitag, Dezember 6, 2019

Steve Morell

Steve Morell ist Hochenergetiker, ständig unter Strom, und er ist ein Idealist, der gerne teilt, wenn es darum geht, etwas Gutes voranzubringen. Morell: »Alles, was du gibst, kommt eines Tages zu dir zurück.« Bei dem einen oder anderen wirtschaftlich riskanten Manöver gibt er zuweilen mit punkigem Grinsen mehr, als er sich eigentlich leisten könnte, aber Kompagnon Emma Eclectic, mit der er auch als DJ-Duo und Band The Scandals auftritt, sorgt inzwischen bei seinem Label Pale Music für ökonomische Vernunft.

Explosions In The Sky

Piano-Tremolo. Bedächtiges Gitarrenspiel. Die HiHat wird gestreichelt. Einatmen! Tremolo auf den Toms. Drei Moll-Anschläge. Der letzte Anschlag als Punkt. Als Ausrufezeichen! »What Do You Go Home To?«, das vierte Stück des neuen Albums von Explosions In The Sky, endet in erdrückender Stille. Die Wunde liegt offen, die Probleme können angegangen werden. Welche Probleme das sind? »All of them!«

The C.I.A. killed Robert Anton Wilson

Am 11. Januar 2007 um 4 Uhr 50 starb der Schriftsteller Robert Anton Wilson in Capitola, Kalifornien an den Spätfolgen einer Polio-Erkrankung. Ein letztes Communiqué an seine Leser lautete: »I love you all, and I deeply implore you to keep the lasagna flying.« Wilson errang 1975 Berühmtheit mit dem bahnbrechenden Klassiker der Konspirativen Literatur, der »Illuminatus!«-Trilogie.

MySpace Hero: DJ Foundation

Der Legende nach ist der Betreiber der DJ Foundation ein gewisser Ali, ein Musiker aus Mosul im Irak. So steht’s auf seiner MySpace-Seite. »God Is Dead« heißt der erste Titel in seinem Profil, der mit gebetsartigen arabischen Gesängen einen aus den Siebzigern gesampleten Shuffl e-Beat einleitet, über den sich ein groovender Teppich aus dubbiger Elektronik, minimalistischer Glam-Gitarre mit Porno-Versatzstücken breitet. Cheepo-Trash an der Schnittstelle zwischen Porno und Weltkrieg gegen den Terror.

!!! (Chk Chk Chk) im Interview

Wenn man über Vielfalt sprechen will, oder eher: über musikalische Vielfalt, dann kommt man nur schwer an !!! (Sprich: Chk Chk Chk) vorbei. Knapp drei Jahre nach ihrem letzten Album »Louden Up Now« kommentiert das anteilig auf sowohl Sacramento als auch Brooklyn, New York City verteilte Musiker-Kollektiv wieder den amerikanischen State of mind.

The Cult, Sympathie für die Revis

Der gelehrte Mittzwanziger-Pop-Fan hielt The Cult schon immer für eine späte Rache der Acid-Fresser, deren Vereinnahmung er entgangen zu sein glaubte, als er 1977 eine Talking Heads-LP und eine Pere Ubu-Single kaufte. Oh, er Irrender! Jetzt wenden sich auch die eingefleischtesten Anhänger von Southern Death Cult und Death Cult und vielleicht noch der ersten Cult-LP von Ian Astbury ab, der zum Revisionisten des reinen Mysto-Punk geworden zu sein scheint. Diedrich Diederichsen fordert in einem Anfall ungekannter Milde: Fairness für einen Verräter.