Samstag, Dezember 14, 2019

Bob Dylan live

Bob DylanWährend Detlef Diederichsen über »Tell Tale Signs«, die jüngste Dylan-Veröffentlichung mit der Nummer 8 aus der fortlaufenden »The Bootleg Series« vor allem zu sagen weiss, dass sie keine Offenbarung des Dylanismus darstellt, wusste er in seiner Rezension in der aktuellen Spex vor allem das »bezaubernd zarte ›Miss The Mississippi‹« zu liebkosen. Ein schöner Song, wirklich. Vor allem aber gilt ja, bleiben wir bei Detlef Diederichsen, denn ich bin nun wahrlich kein profunder Kenner des Songwriter-Gottes:

Barbara Morgenstern live

Barbara MorgensternMit ›BM‹ ist Barbara Morgenstern eine kunstvolle Sammlung an Songs gelungen. In den neuen Liedern kümmert sich die Monika-Künstlerin der ersten Stunde um das Kunstlied. Mit den harmonischen Kniffen eines Schubert kennt sich Barbara Morgenstern ebenso aus wie im entlegenen Terrain. Neben einer Morgensternschen Lebensklugheit, neben den bereits vertrauten, getragenen Stimmungen setzt die Musikerin zur Zeit auf einen Fundus des idiosynkratischen, gut gemachten Liedgutes, wie fabriziert von der Hamburger Band Cpt. Kirk & der Wiener Jazz-No Jazz-Combo The Extended Versions oder der Gottheit im Morgenstern-Universum namens Robert Wyatt. Ab Januar geht sie auf Tour, und folgerichtig präsentiert Spex.

Wire auf Tour und »One of Us« im Stream

WireWire: Bereits 1976 gegründet, Punk nie als Rechtfertigung für Doofheiten akzeptierend, und immer noch da. »Object 47« lautet der Titel der im Sommer erschienenen 47. Band-Veröffentlichung. Und Rezensent Thomas Hübener attestiert:

»Die Band, der Punk schon zu einer Zeit zu regressiv, entsublimierend und vitalistisch war, als sie sich selbst noch in dessen Epizentrum befand, präsentiert einen 35-minütigen Soundmonolithen von ungeheurer Dichte und Eleganz. Seine dunkel treibende, mit stoischer Energie operierende und auf das Wesentliche reduzierte Simplizität erweist sich mit jedem Hören als raffi nierter. Nahtlos, aber ohne sich selbst zu kopieren, schließen die Meister filigraner Bedrückung an ihre in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre veröffentlichte Album-Trias an.«

Lambchop und Rolling Stone

LambchopÜber die erfreuliche Rückkehr von Lambchop ist auf dieser Seite bereits berichtet worden. Jetzt meldet die Band einen Vertriebs-Coup für den deutschsprachigen Raum: Das komplette neue Album »OH (ohio)« wird der Oktober-Ausgabe des deutschen Rolling Stone beiliegen. Großartig für die Band, die damit bestimmt ein paar neue offene Ohren finden wird. Damit ziehen City Slang als Label und der hiesige Ableger des Ami-Blattes die Vertriebs-Performance durch, die im vergangenen Jahr bereits Prince und die Mail On Sunday initiierten.

David Sylvian – Welttournee und große Geste

David SylvianNach der Auflösung von Japan, dieser so stilvollen, pathetischen Pop-Gruppe, hat sich David Sylvian in den 80er Jahren immer mehr einer Gesang-als-Ambient-Ästhetik verschrieben. Ob solo, mit seiner Band Nine Horses oder in zahlreichen Kollaborationen mit Jaki Liebezeit, Ryuichi Sakamoto oder Burnt Friedman, vor allem in der jüngeren Vergangenheit hat der Sänger und Multi-Instrumentalist immer wieder die passenden Kontexte für seine leicht nasale, sehnsuchtsbeladene Tenor-Stimme gefunden. Das schiere Ausmaß seines Oeuvres scheint ihn nun selbst zu belasten. Denn Sylvian geht im Herbst auf Welt-Tour, die ihn auch nach Berlin, Offenbach und Köln führen wird. Er kommt nicht alleine, sondern mit einem Trio im Rücken. Vor allem aber bringt er eine große Geste mit: Das letzte Mal soll es sein, dass Sylvian seine bisher erschaffenen Songs singt. Danach, so hofft er, sei er frei für völlig neue Songs. Also, zum letzten Mal Japans »Ghosts«, zum letzten Mal »The Librarian«, das er mit Jaki Liebezeit und Burnt Friedman aufnahm.

David Sylviain – The World Is Everything-Tour ‘07
06.10. Berlin - Schillertheater
07.10. Offenbach - Capitol
08.10. Köln - Theater am Tanzbrunnen