Samstag, August 24, 2019

Wire auf Tour und »One of Us« im Stream

WireWire: Bereits 1976 gegründet, Punk nie als Rechtfertigung für Doofheiten akzeptierend, und immer noch da. »Object 47« lautet der Titel der im Sommer erschienenen 47. Band-Veröffentlichung. Und Rezensent Thomas Hübener attestiert:

»Die Band, der Punk schon zu einer Zeit zu regressiv, entsublimierend und vitalistisch war, als sie sich selbst noch in dessen Epizentrum befand, präsentiert einen 35-minütigen Soundmonolithen von ungeheurer Dichte und Eleganz. Seine dunkel treibende, mit stoischer Energie operierende und auf das Wesentliche reduzierte Simplizität erweist sich mit jedem Hören als raffi nierter. Nahtlos, aber ohne sich selbst zu kopieren, schließen die Meister filigraner Bedrückung an ihre in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre veröffentlichte Album-Trias an.«

Lambchop und Rolling Stone

LambchopÜber die erfreuliche Rückkehr von Lambchop ist auf dieser Seite bereits berichtet worden. Jetzt meldet die Band einen Vertriebs-Coup für den deutschsprachigen Raum: Das komplette neue Album »OH (ohio)« wird der Oktober-Ausgabe des deutschen Rolling Stone beiliegen. Großartig für die Band, die damit bestimmt ein paar neue offene Ohren finden wird. Damit ziehen City Slang als Label und der hiesige Ableger des Ami-Blattes die Vertriebs-Performance durch, die im vergangenen Jahr bereits Prince und die Mail On Sunday initiierten.

David Sylvian – Welttournee und große Geste

David SylvianNach der Auflösung von Japan, dieser so stilvollen, pathetischen Pop-Gruppe, hat sich David Sylvian in den 80er Jahren immer mehr einer Gesang-als-Ambient-Ästhetik verschrieben. Ob solo, mit seiner Band Nine Horses oder in zahlreichen Kollaborationen mit Jaki Liebezeit, Ryuichi Sakamoto oder Burnt Friedman, vor allem in der jüngeren Vergangenheit hat der Sänger und Multi-Instrumentalist immer wieder die passenden Kontexte für seine leicht nasale, sehnsuchtsbeladene Tenor-Stimme gefunden. Das schiere Ausmaß seines Oeuvres scheint ihn nun selbst zu belasten. Denn Sylvian geht im Herbst auf Welt-Tour, die ihn auch nach Berlin, Offenbach und Köln führen wird. Er kommt nicht alleine, sondern mit einem Trio im Rücken. Vor allem aber bringt er eine große Geste mit: Das letzte Mal soll es sein, dass Sylvian seine bisher erschaffenen Songs singt. Danach, so hofft er, sei er frei für völlig neue Songs. Also, zum letzten Mal Japans »Ghosts«, zum letzten Mal »The Librarian«, das er mit Jaki Liebezeit und Burnt Friedman aufnahm.

David Sylviain – The World Is Everything-Tour ‘07
06.10. Berlin - Schillertheater
07.10. Offenbach - Capitol
08.10. Köln - Theater am Tanzbrunnen