Montag, August 19, 2019

Heim „WS“ / Review

Auf „WS“, dem neuen Album von Heim, ist alles da, was Freund_innen alternativen Rocks fernab des Mainstream-Malstroms gefällt. Jubilierende, himmelwärts strebende Gitarrensoli à la Dinosaur Jr., kontrastiert und auf den Bretterboden runtergeholt von brachialem Bass und Schlagzeug. Wütend, laut, sperrig und doch geschmeidig, melodisch und hochemotional ohne, nun ja, Emo zu sein. Diese Band hat Bock auf das, was sie spielt, auch wenn es ihr hörbar schwerfällt, sich von den Ahnen zu emanzipieren. Aber genau das wollen und machen Heim: neuen Post-Grunge-Rock.

Leonard Cohen „Die Flamme – The Flame“ / Review

Kurz bevor der damals 82-jährige Leonard Cohen starb, veröffentlichte er sein letztes Buch „The Flame“. Es ist eines von vielen. Und doch sind seine literarischen Texte wohl ebenso poetisch und pointiert wie die seiner Songs. In deutsch-englischer Übersetzung ist es nun bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.

Laibach „The Sound of Music“ / Review

Drei Jahre nach Laibachs Auftritt in Pjöngjang und ein Jahr nachdem die Dokumentation darüber in die Kinos kam, liefert die Band nun auch das Album dazu. „The Sound of Music“ heißt es, womit nicht allein an den in Nordkorea allseits beliebten Kitschfilm von 1965 verwiesen wird, sondern auch auf die ähnlich verzerrten, verlogenen Propagandabilder des nordkoreanischen Regimes.

Colin Self „Siblings“ / Review

Trotz zahlloser Projekte zwischen Hoch- und Subkultur, Kunst und Aktivismus treibt Colin Self ein integrierendes Thema an: Wie entstehen Gemeinschaften jenseits biologischer Verwandtschaft? So heißt sein zweites Album, das zudem der letzte Abschnitt einer sechsteiligen Oper ist, „Siblings“. Das trotzdem aber nur vereinzelt auch nach einer solchen klingt. „Siblings“ ist mehr Collage als eine homogene Liedfolge.

Heather Leigh „Throne“ / Review

War der Vorgänger von Heather Leighs jetzigem Album noch eher klanggewordenes schwarzes Loch, finden sich nun zunehmend sonorische, instrumentale Konturen. Dass es ihr trotzdem noch immer darum geht, Gefühle zu regen und nicht also bestimmte Geschichten zu erzählen, zeigen die schwer verständlich gesungenen Texte wie das ihnen stets eingeschriebene Klagemoment.

Jenny Hval „Paradise Rot“ / Review

In ihrem bereits 2009 auf Norwegisch erschienen Debütroman greift Jenny Hval die Elemente queere Erotik, Gewalt und Politik auf und verdichtet sie in einer Liebesgeschichte zweier junger Frauen. Nun ist „Paradise Rot“ erstmals in englischer Übersetzung erschienen.

Klaus Johann Grobe „Du bist so symmetrisch“ / Review

Klaus Johann Grobe veröffentlicht also eine Platte namens „Du bist so symmetrisch“. Könnte eine ganz schön cheesy Angelegenheit sein. Steckten hinter dem sperrigen Synonym nicht mit Sevi Landolt und Daniel Bachmann zwei melancholisch veranlagte Herren aus Basel und Zürich, die sich tiefe „Discogedanken“ machen. So heißt auch der Opener des neuen, dritten Albums.

Kode9 & Burial „Fabric Live 100“ / Review

„Fabric Live 100“, der Mix der beiden Hyperdub Koryphäen Kode9 und Burial zeichnet das wohltuende Bild einer multipolaren, hierarchielosen und genderneutralen Welt, die musikalisch schon viel weiter ist als politisch. Vielleicht gerade, weil sie keinem klaren Narrativ folgt.

Dylan Jones „David Bowie – Ein Leben“ / Review

Es scheint eine nie versiegende Quelle interessanter und ergreifender Geschichten zu sein: das Leben von David Bowie. Eine Vielzahl an Büchern gibt es schon, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die Person hinter dem Starman zu ergründen. Das Neueste ist nun „David Bowie – Ein Leben“, geschrieben vom Britischen Journalisten Dylan Jones, der sich hierfür auf empirische Quellen bezog.