Start Kritiken

Kritiken

Nao „Saturn“ / Review

Auf Naos zweitem Album „Saturn“ sind nur noch Spuren ihres alten wonky funk vibes zu hören. Stattdessen folgen auf teilweise bombastischen Pop populäre Musik mit Bindungen zu R’n’B, Soul, Funk und elektronischer Clubmusik. Im Titel spielt Nao auf den sogenannten „Saturn Return“ an, der das Phänomen meint, wenn der Planet im Leben eines Menschen wieder an derselben Stelle steht, an der er sich bei dessen Geburt befunden hat. Diese Rückkehr soll mit großen Umwälzungen im Leben zusammenzufallen. Und ebensolche thematisiert sie auf „Saturn“.

Thought Gang „Thought Gang“ / Review

Thought Gang ist ein psychedelisches Projekt, das David Lynch Anfang der Neunziger zusammen mit Angelo Badalamenti gründete. Nun veröffentlichen sie ihr erstes gleichnamiges Album, das zwar in derselben Zeit wie die Kultserie Twin Peaks entstand, doch nach gespenstisch vernebelten Synthieschwaden vergeblich suchen lässt. Denn die Heimat von „Thought Gang“ liegt klar im Jazz. Lynchs Faible für kryptisch-psychedelische Mystik wird zum hörbaren Inhalt.

Konferenz Most Wanted: Music über Zukunft der Musikbranche / Ticketverlosung

Dass die zunehmende Digitalisierung vielen in der Musikbranche Schwierigkeiten bereitet oder gar den Kragen kostet, scheint bekannt. Dass sie jedoch ebenso große Vorteile bringen kann, wohl auch. Beides versucht die in Berlin stattfindende Konferenz Most Wanted: Music in Panels, Talks und Workshops zu fassen, um daraus Strategien zu entwickeln, die Resignation verhindern und Innovation fördern. Where You Shape The Future Of Creativity.

Heim „WS“ / Review

Auf „WS“, dem neuen Album von Heim, ist alles da, was Freund_innen alternativen Rocks fernab des Mainstream-Malstroms gefällt. Jubilierende, himmelwärts strebende Gitarrensoli à la Dinosaur Jr., kontrastiert und auf den Bretterboden runtergeholt von brachialem Bass und Schlagzeug. Wütend, laut, sperrig und doch geschmeidig, melodisch und hochemotional ohne, nun ja, Emo zu sein. Diese Band hat Bock auf das, was sie spielt, auch wenn es ihr hörbar schwerfällt, sich von den Ahnen zu emanzipieren. Aber genau das wollen und machen Heim: neuen Post-Grunge-Rock.

Leonard Cohen „Die Flamme – The Flame“ / Review

Kurz bevor der damals 82-jährige Leonard Cohen starb, veröffentlichte er sein letztes Buch „The Flame“. Es ist eines von vielen. Und doch sind seine literarischen Texte wohl ebenso poetisch und pointiert wie die seiner Songs. In deutsch-englischer Übersetzung ist es nun bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.

Laibach „The Sound of Music“ / Review

Drei Jahre nach Laibachs Auftritt in Pjöngjang und ein Jahr nachdem die Dokumentation darüber in die Kinos kam, liefert die Band nun auch das Album dazu. „The Sound of Music“ heißt es, womit nicht allein an den in Nordkorea allseits beliebten Kitschfilm von 1965 verwiesen wird, sondern auch auf die ähnlich verzerrten, verlogenen Propagandabilder des nordkoreanischen Regimes.

Colin Self „Siblings“ / Review

Trotz zahlloser Projekte zwischen Hoch- und Subkultur, Kunst und Aktivismus treibt Colin Self ein integrierendes Thema an: Wie entstehen Gemeinschaften jenseits biologischer Verwandtschaft? So heißt sein zweites Album, das zudem der letzte Abschnitt einer sechsteiligen Oper ist, „Siblings“. Das trotzdem aber nur vereinzelt auch nach einer solchen klingt. „Siblings“ ist mehr Collage als eine homogene Liedfolge.

Heather Leigh „Throne“ / Review

War der Vorgänger von Heather Leighs jetzigem Album noch eher klanggewordenes schwarzes Loch, finden sich nun zunehmend sonorische, instrumentale Konturen. Dass es ihr trotzdem noch immer darum geht, Gefühle zu regen und nicht also bestimmte Geschichten zu erzählen, zeigen die schwer verständlich gesungenen Texte wie das ihnen stets eingeschriebene Klagemoment.

Beliebt