Burning Witch

Die Geschichte von Burning Witch erzählt nicht nur von einer aufregenden Doom Band, sondern zeigt auch auf den Ausgangspunkt einer märchenhaften Karriere. Die Gründungsmitglieder Stephen O´Malley und Greg Anderson zählen heutzutage zu den gefragtesten Akteuren im Doom Metal und sind darüber hinaus mit ihrer Band Sunn O))) mitverantwortlich für die Renaissance der extremen Spielarten des Heavy Metals. Ihr gemeinsam betriebenes Label Southern Lord Records (Anderson übernimmt die Logistik, O´Malley kümmert sich um das Design) gilt als musikalisches Qualitätssiegel, das die unterschiedlichsten stilistischen Derivate des Metals – dokumentiert in aufwendig aufgemachten CD- und LP-Editionen – umfasst. Dieser gestalterischen Programmatik entspricht auch die Doppel-CD »Crippled Lucifer«, die neben den beiden wiederveröffentlichten Alben »Towers« (1996) und »Rift.Canyon.Dreams« (1997) auch umfangreiches Archivmaterial aus der kurzlebigen Bandhistorie in einem informativ gestalteten Booklet präsentiert.

    In Anbetracht der Entstehungszeit jener Aufnahmen muss Burning Witch eindeutig ein antizipatorischer Weitblick attestiert werden, klingt ihre Musik doch erstaunlich kontemporär und weist darüber hinaus ein progressives sowie experimentierfreudiges Songwriting auf. Gleich der Opener auf »Towers« verdeutlicht in der schrägen Akkordwahl und den eigenwilligen Arpeggien eine avancierte kompositorische Praxis, die O´Malley schließlich mit seinem Projekt Khanate perfektionierte. Das folgende Stück »Country Doctor« präsentiert eine zähe kompositorische Struktur aus sich langsam vorwärtsquälenden Klangwalzen. Unterbrochen wird diese schwarze Prozession von einem klangmalerischen Gitarrensolo dem skelettierte Schlagzeugbeats und deftige Bass-Drones den Weg weisen. Erstaunlich ist auch der Gesang: Eine Mischung aus klassischen Doom-Vocals und ätzendem Krächzen. Zwei Gegensätze, die elegant eingesetzt werden und einerseits die subharmonische Zeitlupenakrobatik vorantreiben, andererseits mit vokalen Zisch- und Schreilauten einen rhythmischen Kontrapunkt setzten, der zu interessanten Reibungen führt.

    Dass Burning Witch essentiell für die Entwicklung des heutigen Doom Metals waren, ist unbestritten. Einige Jahre zuvor erschienen allerdings die Alben »Into Darkness« (1991) der Band Winter und »Transcendence Into The Peripheral« (1993) von Disembowelment. Zwei Klassiker, die in ihrer Ausarbeitung Maßstäbe gesetzt haben und hiermit auch nicht in Vergessenheit geraten sollen.

LABEL: Southern Lord

VERTRIEB: Cargo Records

VÖ: 14.03.2008

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