Ein Commander im Admiralspalast

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   Er war sicherlich für einige der am schlechtesten sitzenden Anzüge der 80er-Jahre mitverantwortlich, für manch gelschwangeres Gockeltum wohl auch. Doch an BRYAN FERRY sah das alles toll aus, wirkte faszinierend und cool. Nur war das Gros der Ferry-Nachwuchsdandies zum Scheitern verurteilt, seine Stimme – das wichtigste Charakteristikum(!) – ohnehin unnachahmlich. 1971 gründete er mit Andy Mackay und Brian Eno (der 1973 wieder ausstieg) die Band Roxy Music, die als ursprüngliche Rockband mit Alben wie For Your Pleasure und Country Life einen frühen Entwurf von Synthpop und New Wave schufen. Für manche gilt Ferry deshalb bis heute als Vorreiter der elektronischen Musik, auch wenn das eher deren späteres Popappeal betrifft. Schon 1973 begann er parallel zu Roxy Music hauptsächlich mit Coverversionen gespickte Soloalben zu veröffentlichen.

   2010 erschien sein dreizehntes Album Olympia – nahezu zeitgleich mit dem Brian Enos Small Craft on a Milk Sea, wobei Eno auch an Teilen von Olympia mitarbeitete. Und was Kate Moss hier auf dem Cover schmückte, wusste auch beim Hören zu glänzen. Plötzlich war es Ferry auch solo gelungen ein überwiegend relevantes Werk zu schaffen, das über den Entertainer Bryan Ferry hinausging. Am Ende schaffte es das Album gar in die Top Ten der Spex-Jahrescharts 2010 und die Ehrungen rissen nicht ab: Seit diesem Sommer ist Ferry auch ein Commander of the British Empire.

   Am Donnerstag, dem 8. Dezember, spielt Bryan Ferry für Electronic Beats by Telekom eines der letzten drei Konzerte der Olympia-Tour im Admiralspalast, Berlin. Spex co-präsentiert das Konzert und verlost noch 3×2 Gästelistenplätze.

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VIDEO: DJ Hell feat. Bryan Ferry U Can Dance

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