Nur scharfe Schnitte?

Zaldy Goco Eva Tuerbl Spex»Wenn man direkt mit einem Künstler zusammenarbeitet«, antwortet der New Yorker Designer Zaldy Goco (siehe Foto links) im Mode-Interview der aktuellen Spex #331 auf die Frage nach dem Unterschied zwischen Maßarbeit und Kundenkollektionen, »ist man immer unmittelbar von dieser Person inspiriert, und davon, wie sie wahrgenommen werden möchte.« Entwarf Zaldy bisher aufwendige Kostüme für Popstars wie Michael Jackson, Lady GaGa, die Scissor Sisters oder Lady Miss Kier (Deee-Lite), so sieht man seine Kleidungsstücke nun erstmals auch im Theater – an den Darstellern von Bruce LaBruces Inszenierung des »Pierrot Lunaire«. An vier Abenden wird das Stück in Berlin gezeigt.

    Ausgehend von den Gedichten des Belgiers Albert Giraud komponierte und arrangierte der Österreicher Arnold Schönberg Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts Teile des »Pierrot Lunaire« für fünf Musiker und weibliche Gesangsstimme. Der kanadische Autor und Filmemacher LaBruce (»Otto; or: Up with Dead People«) bringt Schönbergs wegweisendes Musiktheaterstück nun mit seiner Stammschauspielerin Susanne Sachsse als Pierrot auf die Bühne des Hebbel-Theaters, das Melodram wird in Berlin nach der Premiere am kommenden Sonntag an drei Abenden unter der musikalischen Leitung Premil Petrovićs aufgeführt. Ruft man sich Bruce LaBruces recht eindringliche Bildsprache in Erinnerung, so darf man noch gespannter auf Zaldys Outfits sein.

Bruce LaBruce Albert Giraud Zaldy Goco    Zaldy, der zuvor für Michael Jacksons »This is It«-Tour u.a. ein batteriebetriebenes, blinkendes »Billie Jean«-Outfit und für Lady GaGas »Monster Ball Tour« ein vollvergoldetes Pharaoninnen-Kostüm kreierte, kleidete nun in der »Pierrot Lunaire«-Inszenierung den ›Tomboy‹ samt dessen großer Liebe und deren unverständnisvollen Vater ein. Was uns genau erwartet? Blutfontänen? Leuchtende Penisse? Oder doch nur scharfe Schnitte? Details dazu sind leider noch nicht bekannt, ein jeder mache sich selbst ein Bild davon.

    Karten für »Pierrot Lunaire« sind im Vorverkauf erhältlich, das gesamte Mode-Interview mit Zaldy findet sich in der aktuellen Ausgabe Spex #331.

 


STREAM: Arnold Schönberg und Albertine Zehme – Pierrot Lunaire Op.21

»Pierrot Lunnaire« von Arnold Schönberg:
06.03., 08.-10.03. Berlin – HAU 1

Foto Zaldy: © Eva Tuerbl / Spex | Foto Pierrot: © Marius Roth

1 KOMMENTAR

  1. Susanne Sachsse als Pierrot war viel zu leise und ist überhaupt nicht gegen das Orchester angekommen. Weiter hinten konnte man kaum was verstehen. Ansonster aber: Gute Musik und unterhaltsam. So wirklich schräge war das aber nicht. Abgehackte Dildos sieht man ja mittlerweile öfter, glaube ich.

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