Breakage

In der vergangenen Woche wurde das Thema bereits im Spex-Mixtape auf ByteFM angerissen: 2010 dürfte sich rückblickend als das Jahr erweisen, in dem Dubstep nach gut zehn Jahren endgültig bei einem großen Publikum ankommen wird. Die verschiedensten Produzenten haben diesjährig Debütalben in der Pipeline, die mit ihrem musikalischen Bandbreite weit über das geschlossene Genre Dubstep hinausweisen, so wie beispielsweise die Londoner Produzentin Ikonika, das Ambi-Tech-Step-Duo Mount Kimbie, die Hyperdub-›Band‹ Darkstar oder der Fotflush-Gründer und Substance-Mitbetreiber Scuba. Mit »Foundation« liegt dazu schon jetzt ein hochinteressantes Album des Briten James Boyle alias Breakage in den Plattenregalen, das man als schlüssigstes und gleichzeitig musikalisch am weitesten gefassten Künstleralbum seit langer Zeit bezeichnen kann. Neben fantastischen Gastbeiträgen von Newham Generals und David Rodigan, Roots Manuva, Donae’o und Zarif hört man auf »Foundation« als öffenlichkeitswirksames Highlight auch einen neuen Burial.

    Das rund dreiminütige »Vial« wurde von Breakage gemeinsam mit Burial produziert, es ist vom Sounddesign her sofort als Arbeit des Hyperdub-Shootingstars zu identifizieren: Verhallt mäandernde Soundpatterns, mit rauschenden Effekten versehene und unverständliche Gesangsspuren, vereinzelt platzierte Klöppeleien, peitschende asynchron arrangierte Claps, eine tief wummernde Bassline und eine noch tiefer gelagerte Bassdrum.

    Daneben besticht »Foundation« vor allem durch seine enorme musikalische Vielfalt: Ob hochenergetischer Drum&Bass wie im Titelstück der Platte, Fusionen von Funky und Pop (»Over«), knallende Dancehall-Grime-Kombinationen (»Hard«, »Run Em Out«), UK-Garage (»Old School Ting«) oder Reggae (»If«), Breakage beweist mit dem Nachfolger seines 2006er-Debüts »This Too Shall Pass« erneut erstaunliches geschmackliches und dramaturgisches Geschick. Besser als die britische Radio- und Soundsystem-Legende David Rodigan im Track »Hard« lässt sich »Foundation« aber kaum zusammenfassen. Der kommentiert darin ganz selbstverständlich: »The music is what it’s all about. (…) Why are there too many speeches, cause it’s all about the music. You’ve just heard a hardcore sequence of hotshot Dubplates from down Jamaica way. Right about now, we’re going to change the pace and change the style.«

 

»Foundation« von Breakage erscheint am 19. März 2010 als CD und Download (Soundboy Records / Groove Attack), der Stream zu »Vial« erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Soundboy Records.

 


STREAM: Breakage – Vial feat. Burial

STREAM: Breakage – Temper feat. Kemo

STREAM: A Tribute to Burial (Unofficial Mashup)

Foto: CC Kevin Prichard / Flickr

 

2 KOMMENTARE

  1. […] Spex, das Magazin für Popkultur, berichtet über das am 15. März erschienene Album „Foundation“ des Briten James Boyle alias Breakage. Das Album ist laut Spex das musikalisch am weitesten gefasste Künstleralbum seit langer Zeit. „Foundation“ bewegt sich musikalisch zwischen Dubstep, Drum&Bass, Reggae und Pop. Auch interessant… keine verwandten Posts […]

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