Bowerbirds

An Lob mangelt es den Bowerbirds bisher nicht. John Darnielle, Sänger und Songwriter der Mountain Goats, erklärte das Trio aus Raleigh, North Carolina schon längst zu seiner »new favorite band in forever«. Und zahllose Kommentatoren im Indie-Blog-Kosmos konnten nur die Köpfe schütteln, weil »Hymns For A Dark Horse«, das Debütalbum der Bowerbirds, im Juli 2007 bloß das US-Kleinstlabel Burly Time Records interessierte und somit aufgrund von fehlenden Vertriebspartnern und einem winzigen Promotionbudget nur eine kleine Hörerschaft fand. Insgeheim freuten sich diese Kenner natürlich, dass es endlich mal wieder eine gute Band gibt, die nicht durch ein standartisiertes Marketingschema gepresst und auf Gedeih und Verberb vermarktet wurde.

Bowerbirds – Hymns For A Dark Horse (Dead Oceans / Cargo)

    Aber vergebens: Dead Oceans, jenes Label, das auch den Evangelicals ein Zuhause gibt, veröffentlicht »Hymns For A Dark Horse« nun auch hierzulande mit zwei Bonustracks. Nun wird das alles trotzdem keine große Welle schlagen, denn die Bowerbirds – namentlich Beth Tacular, Phil Moore und Mark Paulson – machen zwar zweifelsohne schöne Musik, sind jedoch noch weit davon entfernt, so etwas wie einen eigenen Stil gefunden zu haben. Ihr ruhiger Indie-Folk erzählt von Spatzen, Käfern und anderen Bewohnern des Erdenreiches; glücklicherweise driften die Texte aber nie in bieder-nostalgisches Hippietum ab, sondern bleiben stets ehrlich naturverbunden.

    Das gilt ebenso für die Instrumentierung: Die elf Songs sind mit Akustikgitarre, Akkordeon, Geige und sparsamen Perkussions sehr einfach gestaltet, klingen angenehm roh und dumpf. Oft fühlt man sich dabei an Neutral Milk Hotel oder an die weniger theatralischen Stücke der Decemberists erinnert. Hervorheben kann man den Song »In Our Talons«, der mit einer interessanten Gesangslinie fast so etwas wie ein orientalisches Moment hinzufügt. Eine ganz annehmbare Songsammlung für den lauschigen Abend am Lagerfeuer – also ab ins Regal zu den anderen zwei Metern CDs dieser Art.

LABEL: Dead Oceans

VERTRIEB: Cargo Records

VÖ: 11.07.2008

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