Bonde do Role

Wie so oft findet Musik immer wieder schubweise statt: Auf einzelne erfolgreiche Künstler folgt ein Gros an ähnlich klingenden Bands und/oder Einzel-Künstlern. Was bei – meist – Gitarrenmusik aus Nordamerika bzw. Europa nach einiger Zeit ermüdend wirkt, erscheint bei ähnlichen Phänomenen aus anderen Kulturkreisen als berechtigter, stetiger Nachschub. »Baile Funk« bzw. »Favela Beat« ist eines der Genres, dem seit einigen Jahren gönnerhaft der Ruf von Exotik und Ausdruck gelebter Landeskultur nachgesagt/angehaftet wird. Am tatsächlichen regionalen Geschehen vorbei – zur Aufarbeitung dessen seien die Compilations der Reihe »Baile Funk« empfohlen – sorgen Künstler wie M.I.A., Diplo und CSS für internationale Aufgeregtheit. Dabei sind jene doch nur die Spitze des Eisbergs bzw. diejenigen, die sich einiger stilistischer Mittel genannter Genres bedienen und in der westlichen Kultur als »repräsentativ für« wahrgenommen werden, dadurch letztendlich vom Hype profitieren. In die Reihe letztgenannter treten auch Bonde do Role, die es mit einer kritischen Masse aus Baile, Elektro und Punk-Attitüde binnen kürzester Zeit zu einem Plattenvertrag beim britischen »It«-Label Domino geschafft haben. Aus dem brasilianischen Curitiba kommen die drei Diplo-Protegés, ihr Album »Bonde Do Role With Lasers« soll Anfang Juni in Europa erscheinen.
    Das Video zur Single »Solta o Frango« bedient zusätzlich das durch Filme wie »City of God« kolportierte Klischee der westlichen Welt, in brasilianischen Favelas würden neben dem täglichen Überlebens- auch ständig dem Hahnenkampf gefröhnt.

VIDEO: Bonde do Role – Solta o Frango

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