Ein Künstler für sich. Der Südlondoner Produzent und DJ Alex Sushon alias Bok Bok verwehrt sich nun bereits seit neun Jahren zahlreichen Kategorisierungen. Wohl auch deshalb hat er seit der Gründung seiner Veranstaltungsreihe Night Slugs 2008 mit Kollege L-Vis 1990, sowie des gleichnamigen Labels zwei Jahre später, das, was heute UK Club Music ist, intensiv geprägt; nämlich ein herrlich eklektisches Ding, das bassgewaltig sein kann, doch den Pop nicht scheut, dabei die Bahnen von Garage weitet, während es mal mehr als offensichtlich vom Dancefloor zum Ballroom schielt, um dann wieder zwischen Techno, House und UK Funky hin und her zu springen. Zwar veröffentlicht Kingdom-Buddy Sushon, dessen Ausgangsbasis der Grime war und ist, nur sehr selten eigene (dafür aber hervorragende) Platten, als Labelsteigbügelhalter für Künstler wie Mosca, Jam City und Girl Unit, Radio-DJ für Rinse.FM und vor allem am Pult der transatlantischen Clubs ist sein Einfluss allerdings immens. Für seine Sets greift Sushon, der zudem als Designer arbeitet, dabei auch auf zahlreiche vergessene Raritäten zurück, so dass er dem Bok-Bok-Sound eine eigene Plattform baut und ein individuelles Kontinuum freilegt.

Nachvollziehbar wird das am Samstag im Chesters, Berlin, wo Bok Bok präsentiert von SPEX und dem Festsaal Kreuzberg im Exil auflegen wird. Komplettiert wird der Abend von den beiden Urban-Mutations-DJ MFK und WEN, die zusammen mit Harm van den Dorpel und Jonas Lund die unter dem Titel Janitor zu sehenden Visuals entworfen haben.