Bob Dylan »Duquesne Whistle«

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Hat er gerade »dickhead« gesagt? Nebenbei und unachtsam gehört, kann die namensgebende Zeile des Openers »Duquesne Whistle« von Bob Dylans neuem Album Tempest leicht missverstanden werden und erweist sich so angesichts des neuen Videos zum Lied als happy accident. Jenes folgt der recht angestaubten Erzählung eines unbeirrbar Verliebten (Typ nonkonformistischer fröhlicher Einzelgänger, in Jeans, mit Kartenspiel), der seiner Herzensdame tagtäglich auflauert, um ihr mit Tänzchen und Blume zu imponieren, statt sie, nun ja, einfach anzusprechen. Da er sich dabei allerdings freimütig beim Floristen selbst bedient, wird eine fatale Kettenreaktion angeschoben. Und Dylan, der zwar singt »You say I'm a gambler, you say I'm a pimp / But I ain't neither one«, aber doch wie letzteres aussieht, marschiert mit einer bunten Clique einschließlich GeneSimmons-Double durch die nächtlichen Straßen, rührungslos vorbei am mittlerweile ordentlich ramponiert auf dem Bordstein verendeten Protagonisten. Alles schön merkwürdig also, beschwingt angetrieben vom mittlerweile 71-Jährigen, der hier eine Liebe als Zeitbombe im eigenen Herzen beschreibt.

   Tempest erscheint am 7. September.

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