Bo Diddley – 30.12.1928 – 02.06.2008

Bo DiddleyEs sind traurige Zeiten für die Popkultur: vor kurzem starb der Pop-Art-Künstler Robert Rauschenberg, gestern gingen Modedesigner Yves Saint Laurent und Rock&Roll- und Blues-Pionier Bo Diddley. Das Kalendarium 2009 wäre also um drei wichtige Einträge reicher, Diddley beeinflusste mit seinem außergewöhnlichen Gitarrespiel sowie seinen selbstentwickelt- und gebauten E-Gitarren ganze Generationen. Ob die Rolling Stones, Velvet Underground, die Sex Pistols, The Clash, The Stooges oder The White Stripes: alle bezogen sich explizit auf Diddley oder coverten seine Stücke.

Diddley wuchs als Adoptivkind im Süden der USA, in der Ku-Klux-Klan-Hochburg McCombs in Mississippi, auf. Seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelte er früh: er lernte Geige, im Alter von 12 Jahren adaptierte er zunächst das Geigenspiel für die Gitarre, um wenige Jahre später mit seiner neuen Spieltechnik bis Mitte der 1950er Jahre größere Erfolge zu feiern. Ende der Fünfziger veröffentlichte er seine erste Single (»Bo Diddley / I’m A Man«), Anfang der Sechziger verschlug es ihn nach Washington D.C., wenige Jahre später zog er sich aus dem Musikgeschäft zurück.

Nach einer Rückkehr auf die Bühne Anfang der Siebziger spielte Diddley immer wieder Konzerte und unternahm einzelne Versuche als Schauspieler. Nach einem Schlaganfall vor rund einem Jahr war Diddleys Sprachzentrum angegriffen, im August 2007 erlitt er einen Herzinfarkt. Gestern erlag Diddley im Alter von 79 Jahren einem zweiten Infarkt. Er wird unvergessen bleiben.


VIDEO: Bo Diddley – Bo Diddley (Live at The TNT Show, 1966)

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