Berlin Vogue Out

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Foto — Anelia Janeva Georgina Philp

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Zwei Sachen gleich vorweg: Es heißt Voguing – nicht Vogueing – und die Ballroom-Szene, deren Anfänge in der schwulen afroa- und hispanoamerikanischen Community Harlems der 1960er zu finden sind, ist nie weggewesen. Zwar endet der vor kurzem vielfach beachtete Fotoband Voguing and the House Ballroom Scene of New York City (Rezension in SPEX N°337) im Jahre 1996, der Tanz und sein Sound haben sich aber kontinuierlich weiterentwickelt, sind noch körperlicher und schneller, ja, fast brutal geworden, was sich in den Veröffentlichungen von Produzenten und DJs wie MikeQ und Wettbewerbsformen wie dem der Butch Queen Vogue Fem widerspiegelt. Und während Retroisten die Hits der spät-80er-früh-90er-Jahre zitieren und Voguing-Figuren seit Jahren in Videos von Lady Gaga, Beyoncé & Co., aber auch Azari & III, auftauchen, fand der Ballroom zuletzt wieder seinen Weg auf deutsche Bühnen. In Hamburg war etwa die »Queen« Leiomy Mizrahi Maldonado Teil von CocoRosies Nightshift-Inszenierung, erst am letzten Wochenende dann trat das House of Laser, zugegebenermaßen etwas uninspiriert, beim Kunstcamp des MS Dockville auf. Zeit für das erste Voguing-Festival hierzulande!

   Von morgen, Freitag, der 10. August, bis zum Sonntag, findet der Berlin Vogue Out statt. Organisiert von Georgina Philp (Gewinnerin des Viva Dance Star 2008) und ihrer Kollegin Songül Cetinkaya bietet der Veranstaltungskomplex die Möglichkeit zur Weiterbildung und aktiven Begegnung mit der internationalen Szene und gegenwärtigen Strömungen. Zum Einstieg wird am Freitag im Archiv der Jugendkulturen (mit anschließender Diskussion) Jennie Livingstons Dokumentation Paris is Burning, die, 1990 veröffentlicht, die »goldene Ära« Mitte und Ende der 80er samt der politischen Kämpfe und AIDS-Problematik einfängt. Im Studio SoniC werden dann am Samstag und Sonntag Workshops mit dem seit fast vierzig Jahren aktiven »Grandfather« Hector Xtravaganza, Ex-House-ofNinja-jetzt-House-of-Omni-Mitglied »King« Aus Ultra Omni und der Schwedin Anna Ninja aus dem gleichnamigen House abgehalten.

   Seinen Höhepunkt findet das Geschehen dann am Samstag im Lux, wo der erste Berlin Vogue Ball ausgerichtet wird. JedeR kann sich in den Bereichen Male / Female Runway Best Dressed und Vogue Perfomance Open to all Categories messen, die Musik kommt von Jan Kedves (House of Shade) und DJ Crash, die TeilnehmerInnen u.a. vom House of Melody aus Düsseldorf und House of Tati aus Paris. Brixx und Teodora Djuric übernehmen den Host-Part, Hector Xtravaganza und Aus Ultra Omni bewerten die Vogue-Competition. Am Sonntag gibt es dann ein abschließendes Vogue-Nik im Görlitzer Park. Also, strike a pose!

   Weitere Informationen zum Festival allgemein finden sich hier bzw. zur Anmeldung für die Workshops hier.

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