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Im letzten Jahr veröffentlichte der Lautsprecher Verlag das Buch »Double Duce« des Autors, der seit über 20 Jahren das kalifornische Punk-Fanzine »Cometbus« herausbringt.
Aaron Cometbus ist also so etwas wie ein Urgestein der Bewegung. Sein Roman, den Jörn Morisse unter dem Titel »Doppelzwei« ins D …
Im letzten Jahr veröffentlichte der Lautsprecher Verlag das Buch »Double Duce« des Autors, der seit über 20 Jahren das kalifornische Punk-Fanzine »Cometbus« herausbringt.
Aaron Cometbus ist also so etwas wie ein Urgestein der Bewegung. Sein Roman, den Jörn Morisse unter dem Titel »Doppelzwei« ins Deutsche übertragen hat, ist Botschaft genug für jeden, der einmal in den Punk des Heftmachens oder das Leben in einer Wohngemeinschaft involviert war. Mit einem literarischen Kniff schafft es Cometbus zudem, gerade an der Stelle der erzählten Geschichte, an dem der lockere Ton, der flapsige Gestus und die schnelle, wilde Abfolge der Kapitel die Story zu erschlagen drohen, die Angelegenheit wieder interessant zu machen. Auf einer langweiligen Zugfahrt oder in einer schlaflosen Nacht, kann einem kaum etwas besseres passieren als erwähnter Twist und solche Passagen, die einen über manch alltäglichen Frust hinwegtrösten: »Nun machten wir einen Neuanfang in einem neuen Haus; eins, das wir aufbauen wollten, anstatt es zu zerstören. Ein Ort, an dem wir arbeiten konnten. Aber wir hatten nichts zum Einrichten außer unseren beschissenen Fanzines. Sluggo hatte noch so viele über, dass er aus den Kartons ein Bett einrichtete. Aus meinen unverkauften Exemplaren ließ sich ein Küchentisch bauen. Little Gs Magazin war, wie er selbst, vergleichsweise klein und reichte nur für einen Schemel.« Aaron Cometbus’ Roman gereicht derweil mehr als nur zur Unterhaltung. Es geht hier um die Erkundung innerer wie äußerer Orte zwischen Lebensinhalt sowie dem Inhalt des Begriffs Freundschaft – und dem Einrichten einer zentralen Heimat im Geiste. Die praktische Frage des Wohnens und Arbeitens unter verschärften Bedingungen tut ihr übriges. Die sub-bohemistischen Performances der in diesem Berkeley-Heimatroman versammelten Figuren sollten die unbefleckten Kammern deines Herzens problemlos treffen: »Sean ging am nächsten Morgen zur Arbeit und sein Chef fragte ihn: >Was sind das für Sachen an deinem Werkzeuggürtel?< In der Nacht, während Sean schlief, hatte Little G eine Crackpfeife und mehrere Stinkbomben daran befestigt.«

Aaron Cometbus: »Doppelzwei«, 138 S., 11.50 Euro, aus dem Amerikanischen von Jörn Morisse, ist bereits im Lautsprecherverlag erschienen.

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