Benjamin Damage »Obsidian« / Review

Benjamin Damage blickt auf die Vergangenheit ohne retro zu sein.

50 Weapons, das Schwesterlabel der Modeselektor-Plattenfirma Monkeytown, stellt nach zehn Jahren seine Tätigkeit ein. Was anfangs ein kleines Whitelabel-Seitenprojekt für clubbige Modeselektor-Tracks war, entwickelte sich seit 2010 zu einem richtigen Label, das so gut wie wenige andere den Sound dieser Jahre auf den Punkt brachte: irgendwo zwischen Berghain-Bangern, UK-Bass und Stolper-Techno.

Den letzten Vorhang bekommt der Engländer Benjamin Damage. Er war auch der erste Künstler, den Modeselektor für 50 Weapons signten. Sein Album They!Live, 2011 gemeinsam mit seinem damaligen Partner Doc Daneeka produziert, war noch deutlich von Bassmusik und UK Garage geprägt, mit dem Nachfolger Heliosphere wandte Damage sich Techno zu.

Dieser Linie folgt er auch auf Obsidian (50 Weapons). Doch was auf Heliosphere noch etwas beliebig klang, hat nun eine Tiefe, die geradezu magische Sogwirkung entfaltet. Ohne nostalgisch zu wirken, arbeitet Damage all die Musik ein, die ihn geprägt hat. So finden sich neben stolpernden Bassdrums aus dem Jetzt unverhohlene Anklänge an den frühen Aphex Twin, an alte Autechre-Produktionen oder die Pioniertage des UK-Techno. Manchmal blitzt gar die euphorische Aufbruchstimmung der britischen Rave-Ära auf.

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