Spenden mit musikalischem Mehrwert

    Etwas mehr als ein Monat ist vergangen, seit eines der stärksten jemals gemessenen Erdbeben vor der japanischen Küste den verheerenden Tsunami und in dessen Folge auch den atomaren GAU von Fukushima auslöste. Die Bilder, die seitdem jeden Tag unsere Seite des Globus erreichen, zeigen, dass es noch lange dauern wird, bis die Situation in den Erdbebengebieten unter Kontrolle ist – von einer Beseitigung der Folgen ganz zu schweigen. Auch an der Musikwelt ist das Erdbeben nicht spurlos vorübergegangen: Die Solidaritätsbekundungen und Spendenaufrufe von Musikern, Labels und Veranstaltern sind inzwischen kaum mehr überschaubar. Viele dieser gut gemeinten Benefiz-Aktionen – wie etwa der Major-Label-Sampler Songs for Japan – sind jedoch so unininspiriert zusammengestellt, dass es am Ende sinnvoller erscheint, das Geld direkt an eine Hilfsorganisation zu überweisen.

    Es gibt aber auch Ausnahmen, bei denen die Spende mit einem musikalischen Mehrwert einhergeht. So hat der Kölner Vertrieb Kompakt seine Partner-Labels gebeten, Stücke für einen digitalen Sampler bereit zu stellen, dessen Erlös an das japanische Rote Kreuz geht. Die stilistische Bandbreite der 34 Stücke auf der Kompilation reicht von House bis Dub – viele besitzen dabei einen eher meditativen Charakter. Neben Beiträgen bekannterer Elektronik-Künstler wie Lawrence, Efdemin oder Wolfgang Voigt finden sich auch verborgene Perlen wie Open My Window des japanischen Produzenten und Fotografen Hiroshi Watanabe alias Kaito.

    Ebenfalls sorgfältig zusammengestellt ist die Benefiz-Kompilation Nihon Kizuna, deren Beiträge vor allem von britischen Elektronik-Labels stammen. Als Zugpferd dient dabei die Dubstep-Ikone Kode9 mit dem Stück 9 Samurai – daneben enthält der Sampler auch zahlreiche exklusive Tracks von Musikern wie Kuedo, Slugabed, Fink oder Emika.

    In Berlin, wo in der internationalen Musiker-Gemeinde der Stadt auch ein großes japanisches Kontingent vertreten ist, bietet der Charity-Rave Japstep an diesem Wochenende auch die Gelegenheit, die Klänge einiger Künstler aus dem Land der aufgehenden Sonne zu entdecken. Im Raum 16 in Neukölln treten am Samstag unter anderem das britisch-japanische Industrial-Dub-Projekt Devil Man, der Bassmusik-Exzentriker Dingy Disu und DJ Shins-K auf. 

Japstep: Charity-Rave for Japan
16.04. Berlin – Raum 16, Ziegrastr. 11

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